Releasing-Hormone

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2016
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Bei den Releasing-Hormonen handelt es sich um solche Hormone, die in einem bestimmten Bereich des Gehirns produziert werden, dem Hypothalamus. Es handelt sich bei den Releasing-Hormonen und Neuropeptide, die vom Gehirn ins Blut entlassen werden und von dort zur Hypophyse gelangen. Dort induzieren die Releasing-Hormone die Freisetzung weiterer Hormone durch die Hypophyse.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Releasing-Hormone?

Die Releasing-Hormone kontrollieren die Freisetzung anderer Hormone. Sie werden auch als hypophysiotropische oder hypothalamische Hormone bezeichnet. Bei diesen Releasing-Hormonen, die von dem Hypothalamus produziert werden, handelt es sich um eine Reihe von Hormonen.

Dazu gehört das Corticotropin-releasing Hormon, das Tyrotropin-releasing Hormon, das Growth hormone-releasing Hormon (Wachstumshormon-releasing Hormon) und das Gonadotropin-releasing Hormon. Zwei weitere Hormone gehören zu dieser Klasse, sie wirken jedoch inhibierend auf die Freisetzung anderer Hormone. Es handelt sich dabei um die Release-Inhibiting-Hormone. Diese sind Somatostatin und Dopamin. Der folgende Text wird sich mit den Releasing-Hormonen beschäftigen und nicht näher auf die Release-Inhibiting-Hormone eingehen.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Das Tyrotropin-releasing Hormon (TRH) sorgt in der Hirnanhangsdrüse dafür, dass die Bildung und Ausschüttung der Schilddrüsen stimulierenden Hormone (Thyreoidea stimulating hormone) und des Prolaktins, induziert wird. Zusätzlich führt das TSH dann zur Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4.

Das TRH wird bei sinkender Körpertemperatur freigesetzt und ermöglicht durch die TSH und die anschließende Freisetzung eine Anregung des Stoffwechsels. Indirekt wirkt es auf die Magensäureproduktion und die peristaltische Bewegung des Darms. Das TRH steigert die den Herzschlag und auch den Blutdruck. Auch hat es eine regulierende Wirkung auf die Insulinproduktion. Das Corticotropin-releasing Hormon (CRH) wirkt ebenfalls in den Hypophysenvorderlappen, wo es die cAMP-abhängige Proteinkinase A aktiviert. Dadurch wird die Ausschüttung des Adrenokorticotropen Hormons induziert und dies wirkt aktivierend auf den Sympathikus.

Das CRH sorgt für die Ausschüttung von Cortison welches aufgrund von Entzündungsprozessen im Körper stattfindet. Das Growth hormone-releasing Hormon welches auch als Somatoliberin bezeichnet wird, reguliert die Freisetzung von Somatotropin. Bei Somatotropin handelt es sich um das Wachstumshormon, welches ebenfalls aus dem Hypophysenvorderlappen frei gesetzt wird. Das Gonadotropin-releasing Hormon, welches auch als follikstimulierendes Hormon releasing-Hormon bezeichnet wird, stimuliert die Hypophyse zur Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des Luteinisierenden Hormons. Diese Hormone sind Gonadotropine, welche auch als Sexualhormone bezeichnet werden. Sie regulieren die Funktion der Eierstöcke und des Hodens im menschlichen Körper.

Das FSH stimuliert das Eizellwachstum bei der Frau und das Luteinisierende Hormon unterstützt die Ovulation der Frau und die Reifung der Spermien beim Mann. Das Gonadotropin-releasing Hormon wirkt neben der Hypophyse aber auch direkt auf Gewebe wie der Brustdrüse, den Eierstöcken, den Lymphozyten und der Prostata.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Das Tyrotropin-Releasing Hormon (TRH) wird im Hypothalamus erzeugt, sobald das Signal von adrenerger oder serotoninerger Neurone den Hypothalamus erreichen. Daraufhin wird das TRH produziert und über das hypothalamisch-hypophysäre Pfortadersystem weitertransportier. Die Sekretion unterliegt einem cirkadianen Rhythmus aufgrund der Regulation durch des Nucleus suprachiasmaticus. Die höchste Freisetzung erfolgt dabei um Mitternacht, die geringste Menge ist am Nachmittag vorhanden.

Diese Art der Freisetzung wird zudem von dem limbischen System beeinflusst, um den Körper auf Stress vorzubereiten aber auch um den Rhythmus zwischen Schlafphasen und Phasen während denen der Mensch wach ist zu regulieren. Es dient zudem der Regulation der Temperatur des Körpers und der Unterdrückung von Schmerzen. Es hemmt auch die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Das Corticotropin-releasing Hormon wird in einem cirkadianen Rhythmus ausgeschüttet. Am Morgen erfolgt eine erhöhte Ausschüttung dieses Hormons im Vergleich zum Abend. Die Ausschüttung des Corticotropin-releasing Hormons wird durch eine negative Rückkopplung durch die eigene Freisetzung reguliert.

Zudem wird dessen Ausschüttung auch durch Interleukin-1beta und den Tumor Nekrose Faktor (TNF) reguliert. Das Growth hormon-releasing Hormon wird im Nucelus arcuatus des Hypothalamus hergestellt. Auch das Gonadotropin-releasing Hormon wird von speziellen Zelltypen des Hypothalamus gebildet und dann durch das zirkulierende Blut an die Hypophyse weitergeleitet. Diese Freisetzung erfolgt etwa alle 2 Stunden im menschlichen Körper und wird durch den Nucleus arcuatus des Hypothalamus kontrolliert. Diese rhythmische Ausschüttung des Hormons ist wichtig für die Herstellung des Gonadotropin in der Hypophyse.

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Krankheiten & Störungen

Bei einer defekten Hirnanhangsdrüse, welches als Hypophysenvorderlappeninsuffizienz bezeichnet wird, kann der Vorderlappen dieser Drüse nicht mehr ausreichend auf das TRH reagieren. Daraufhin kommt es zu einer für den Körper zu geringen TSH Ausschüttung.

Es kann kein T3 und T4 gebildet und ausgeschüttet werden. Dies wird als sekundäre Hypothyreose bezeichnet. Die tertiäre Hypothyreose oder auch Pickardt-Syndrom entsteht dadurch, dass das Gefäßsystem zwischen Hypothalamus und Hypophyse gestört ist. Im Falle des Growth hormon-releasing Hormons kann es durch ein Pankreaskarzinom zu einer Ausschüttung von diesem Hormon kommen. Bei einer überhöhten Herstellung des Hormons kann es zum sogenannten Riesenwuchs kommen. Kommt es zu einer mangelnden Ausschüttung des Gonadotropin-releasing Hormons, wird dies als Hypogonadotroper Hypogonadismus bezeichnet.

Dabei kommt es zu einer geringen Freisetzung des Luteinisierenden Hormons und von FSH aufgrund einer zu geringen Konzentration des Gonadotropin-releasing Hormons. Dies kann aufgrund einer Funktionsstörung des Hypothlamus erfolgen, welches auch als tertiärer Hypogonadismus bezeichnet wird. Wie im Falle des Tyrotropin-releasing Hormon kann die geringe Freisetzung des Gonadotropin-releasing Hormons auch an einer Störung des Bluttransports vom Hypothalamus zur Hypophyse liegen. Auch kann eine länger anhaltende Magersucht zu einem Defekt bei der Gonadotropin-releasing Hormon Freisetzung führen.

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