Rektosigmoidoskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Bei der Rektosigmoidoskopie handelt es sich um eine partielle Dickdarmspiegelung. Dabei sollen Erkrankungen in diesem Bereich festgestellt und gegebenenfalls mit einem kleinen operativen Eingriff Polypen entfernt werden. In seltenen Fällen kann es bei dem Eingriff zu Verletzungen des unteren Darmabschnittes kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Rektosigmoidoskopie?

Die Rektosigmoidoskopie dient zur Untersuchung des ersten Teils des Dickdarms, des Mastdarms und des Afters. Damit lassen sich Erkrankungen in diesem Bereich feststellen oder dessen Verlauf kontrollieren. Dabei wird die Rektosigmoidoskopie auch als kleine Darmspiegelung bezeichnet. Im Gegensatz zur Dickdarmspiegelung (Koloskopie) oder großen Darmspiegelung, wo der gesamte Dickdarm gespiegelt wird, unterliegen bei der Rektosigmoidoskopie nur der letzte Dickdarmabschnitt (ca. 30 - 60 cm), der Mastdarm und der After der Untersuchung.

Zur Vorbereitung auf die Untersuchung muss der Enddarm durch zwei Einläufe entleert werden. Auch durch die Einnahme von Abführmitteln ist eine ausreichende Darmreinigung möglich. Medikamente müssen bei der Rektosigmoidoskopie im Gegensatz zur Koloskopie nicht verabreicht werden. Sie werden aber trotzdem manchmal eingesetzt. Bei der Untersuchung werden sowohl Sigmoidoskope als auch Koloskope verwendet.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die kleine Darmspiegelung (Sigmoidoskopie oder Rektosigmoidoskopie) erfordert den Einsatz eines flexibles Endoskop, dem Sigmoidoskop. Das Sigmoidoskop besteht aus einem ca. 80 cm langen Schlauch, der am Ende eine Lichtquelle und eine kleine Kamera enthält. Dabei kann mithilfe der Kamera die Darmwand untersucht werden. Polypen oder verdächtige Schleimhautstellen können durch eine Zange oder eine Schlinge am Endoskop entfernt werden.

Aus diesen Gewebeteilen werden Proben entnommen und im Labor untersucht. Alternativ kann die kleine Darmspiegelung auch mit einem Koloskop entnommen werden, welches länger ist und normalerweise für die Koloskopie verwendet wird. Zur Vorbereitung der Rektosigmoidoskopie wird entweder ein Abführmittel getrunken oder ein Einlauf durchgeführt. Insgesamt dauert die kleine Spiegelung nur fünf Minuten, wobei die Einnahme von Medikamenten nicht notwendig ist. In der Regel werden jedoch trotzdem Schlafmittel zu Beruhigung in die Armvene gespritzt. Danach wird das biegsame Endoskop durch den After bis in den unteren Teil des Dickdarms geschoben.

Bei der Rektosigmoidoskopie handelt es sich um eine partielle Dickdarmspiegelung. Dabei sollen Erkrankungen festgestellt und gegebenenfalls mit einem kleinen operativen Eingriff Polypen entfernt werden.

Dabei erfolgt die Entnahme von Proben durch spezielles Zubehör. Obwohl bei einer kleinen Darmspiegelung keine Medikamente notwendig sind, werden manchmal Schlafmittel gespritzt, um eventuelle schmerzhafte Probeentnahmen zu verhindern. Ein Nachteil der kleinen Darmspiegelung ist oft auch die Schmerzhaftigkeit der Untersuchung, wenn keine Medikamente verabreicht werden. In dem Bereich, wo die kleine Darmspiegelung durchgeführt wird, wachsen ca. zwei Drittel der potenziellen Darmkrebse. Meist ist dieser Bereich auch zuerst von Polypen betroffen. Sollten dort Polypen festgestellt werden, wird in der Regel eine große Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. Bei der Koloskopie ist jedoch der Aufwand höher und es besteht auch ein höheres Risiko. Untersuchungen dazu, ob bei der Koloskopie bessere Vorsorgeergebnisse erzielt werden als bei der Rektosigmoidoskopie, müssen eingehende Studienergebnisse noch zeigen.

Bisher hat sich gezeigt, dass bereits durch die kleine Darmuntersuchung das Risiko eines Darmkrebses durch Entfernung von Polypen drastisch sinkt. Nach vorliegenden Studien, die innerhalb von elf Jahren durchgeführt wurden, starben ohne kleine Darmspiegelung (Rektosigmoidoskopie) 5 von 1000 Menschen an Darmkrebs. Mit einer Rektosigmoidoskopie starben im gleichen Zeitraum nur 3 bis 4 von 1000 Menschen an Darmkrebs. Die große Darmspiegelung wiederum wird mit einem Koloskop durchgeführt, welches wie ein Sigmoidoskop funktioniert.

Es ist jedoch 150 cm lang und kann den gesamten Dickdarm betrachten. Zur Untersuchung wird es über den After, den Mastdarm und durch den gesamten Dickdarm geführt, bis es die Grenze zum Dünndarm erreicht hat. Zur Vorbereitung der Untersuchung wird 24 Stunden vorher nichts mehr gegessen. Ein Abführmittel mit viel Flüssigkeit bewirkt dann die völlige Entleerung des Darms. Ähnlich wie bei der partiellen Dickdarmspiegelung werden Proben genommen und eventuelle Polypen entfernt. Zur Erweiterung des Darms erfolgt die Einleitung von Kohlendioxid in den Darm, um so besser an alle Darmabschnitte zu kommen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Rektosigmoidoskopie kann leider auch Nebenwirkungen hervorrufen und birgt zum Teil auch Risiken. So kommt es ohne Verabreichung von Schmerz- oder Schlafmitteln häufig zu mittelstarken bis starken Schmerzen während der Untersuchung. Häufigere Nebenwirkungen stellen vorübergehende Blähungen dar, die durch die Aufweitung des Darms mittels Kohlendioxid entstehen. Außerdem können die Abführmittel, die vor der Untersuchung getrunken werden mussten, noch Tage nach der Rektosigmoidoskopie zu Durchfall führen.

In seltenen Fällen kommen bei kleinen Darmspiegelungen Komplikationen vor. So kann es in 4 von 10.000 Fällen zu schweren Blutungen und Darmdurchbrüchen kommen. Wesentlich größer ist die Komplikationsgefahr bei großen Darmspiegelungen. So erleiden ca. 26 bis 35 von 10.000 Menschen bei der Koloskopie schwerwiegende Komplikationen. Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Komplikationen um Blutungen bei der Entfernung von Polypen. In sehr seltenen Fällen kann es zum Darmdurchbruch kommen. Ein weiterer Komplikationsfaktor sind die verabreichten Medikamente. So können allergische Reaktionen auftreten.

Auch Herz-Kreislauf-Störungen sind möglich, die von den Medikamenten hervorgerufen werden. Nach der Untersuchung bestehen immer Blähungen, die durch das in den Darm eingeführte Kohlendioxid-Gas entstehen. Die Medikamente wirken beruhigend, sodass der Patient nach der Rektosigmoidoskopie oder Koloskopie nicht fahrtüchtig ist und eine Begleitperson für den Heimweg benötigt. Auf alle Fälle sind die Risiken einer Rektosigmoidoskopie oder Koloskopie ungleich niedriger als jene eines nicht entdeckten Darmkrebses.

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