Regelschmerzen (Dysmenorrhö)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Regelschmerzen oder Dysmenorrhö gehören zu den häufigsten Anliegen, mit denen Gynäkologen oder Gynäkologinnen konfrontiert werden. Viele Frauen und Mädchen sind davon betroffen und nehmen ihre Leiden in Kauf. Um zu verstehen warum es zu Regelschmerzen kommt und wie man sie behandeln und vorbeugen kann, lesen Sie diesen Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Definition Regelschmerzen (Dysmenorrhö)

Unter primären Regelschmerzen (Fachbegriff: Dysmenorrhö) werden die Art von Schmerzen verstanden, die während der Regelblutung einsetzen.

Meist ist das bei betroffenen Mädchen und Frauen ab der ersten Regelblutung schon der Fall. Die Regelschmerzen können sich oft bis zur Menopause hinziehen, wenn sie nicht behandelt werden.

Die Begleiterscheinungen können individuell verschieden sein und auch in ihrer Stärke sehr variieren.

Überdurchschnittlich häufig sind sehr junge oder sehr schlanke Frauen von Regelschmerzen betroffen. Stress oder seelische Probleme sind dabei Faktoren, die die Leiden verschlimmern können.

Ursachen

Abgesehen von den sogenannten sekundären Regelschmerzen, die durch gynäkologische Erkrankungen wie Zysten oder Myome hervorgerufen werden können, wird die "übliche" Art von Regelbeschwerden dadurch begünstigt, dass Schmerzbotenstoffe eine Kontraktion der Muskulatur des Uterus hervorrufen, wenn die Gebärmutterschleimhaut monatlich abgestoßen wird.

Das Zusammenziehen der Muskeln sorgt für eine Minderdurchblutung des Uterus und dies verursacht die mitunter unerträglichen Schmerzen. Es handelt sich dabei also um einen rein biologischen Vorgang, der nichts mit irgendwelchen abstrusen Theorien zu tun hat.

Symptome

Krankheitsverlauf

Frauen, die von primären Regelschmerzen betroffen sind, sind dies oft ab der ersten Regelblutung bis zur Menopause. Häufig schwächen sich Regelbeschwerden jedoch auch nach einigen Jahren der Menstruation ab. Dies liegt daran, dass sich bei jungen Frauen der komplexe hormonelle Zyklus erst einpendeln muss. Ist dies geschehen, bessern sich auch die Beschwerden. Auch muss heute keine Frau oder kein Mädchen mehr mit diesen Begleiterscheinungen leben. Denn es wurde eine Reihe von Therapien entwickelt, von naturheilkundlichen über chemische bis hin zu ernährungsphysiologischen Medikamenten, die Abhilfe schaffen.

Viele Frauen erleben ihre Menstruation problemlos, bei anderen Betroffenen hingegen sorgen Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Völlegefühl sogar für Arbeitsunfähigkeit. Im Extremfall kann es zur Ohnmacht kommen. Starkes allgemeines Unwohlsein und unangenehmer Durchfall können weitere Symptome sein.

Komplikationen

Ernsthafte Komplikationen sind bei Regelschmerzen selten und je nach Ursache und Form der Dysmenorrhö unterschiedlich. In Folge der primären Dysmenorrhö kommt es hauptsächlich zu einer starken Abnahme der Lebensqualität. Betroffene Frauen fühlen sich meist unwohl und leiden unter den starken Beschwerden. Sekundäre Regelschmerzen können ernste Erkrankungen wie eine Gebärmutterentzündung oder Myome zugrunde liegen.

Werden diese Ursachen nicht behandelt, stellen sich meist weitere Komplikationen ein. Grundsätzlich kann es in Folge der Blutungen zu Blutarmut und daraus resultierend zu Mangelerscheinungen und einem körperlichen Unwohlsein kommen. Auch Scheidenentzündungen und ähnliche Beschwerden sind im Zusammenhang mit Regelschmerzen nicht auszuschließen.

Selten liegt starken Schmerzen eine Fehlbildung oder Lageanomalie der Gebärmutter zugrunde. Häufiger deutet wiederkehrende Dysmenorrhö auf Stress und andere psychische Belastungen sowie eine ungesunde Lebensweise hin. Auch hormonelle Störungen können zugrunde liegen und bei fehlender Behandlung weitere Komplikationen hervorrufen.

Bei der Behandlung von Regelschmerzen kommt es allenfalls durch die Einnahme von Schmerzmitteln zu Beschwerden. Zwar werden im Normalfall leichte Präparate verschrieben, doch auch diese können Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen hervorrufen. Bei regelmäßiger Einnahme können Leber und Nieren geschädigt werden.

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Behandlung & Therapie

Es hat sich erwiesen, dass bestimmte Verhütungspräparate wie verschiedene Formen der Pille Regelbeschwerden und somit auch Regelschmerzen wesentlich mildern oder sogar ganz beseitigen können. Welche Antibabypille sich dabei anbietet, muss mit dem Gynäkologen abgeklärt werden. Außerdem hemmt offensichtlich das Schmerzmittel Ibuprofen die körpereigenen Schmerzbotenstoffe, die die Beschwerden verursachen.

Eine verstärkte Aufnahme von Eisen und Magnesium vor und während der Menstruation kann ebenfalls die Schmerzen lindern. Erwiesen ist auch, dass regelmäßiger Sport hilfreich wirken kann, weil dadurch das Becken insgesamt besser durchblutet wird und so unangenehmen Begleiterscheinungen vorgebeugt wird. Ebenso kann Wärme ein hilfreicher Faktor sein. Wärmflaschen, Saunagänge und ein warmes Bad können die Verkrampfungen in der Gebärmutter mitunter lösen und den Betroffenen so Erleichterung verschaffen.

Viele Frauen greifen lieber auf naturkundliche Mittel wie Frauenmantel, Schafgarbe oder Melisse in Form von Tees zurück. Entspannungstechniken wie Yoga können manchmal auch helfen. Empfehlenswert ist ebenfalls Akupunktur oder Akupressur bei einem diesbezüglich ausgebildeten Arzt. Welche Methoden angewandt werden, muss letztlich auf den individuellen Fall abgestimmt werden. Hilfe gibt es aber auf jeden Fall.

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Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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