Refertilisierung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Bei der Refertilisierung stellt ein Reproduktionsmediziner die zerstörten Eileiter oder Samenleiter einer Person wieder her, die zuvor bei einer Sterilisation durchtrennt wurden. Damit dient die Refertilisierung der operativen oder minimal-invasiven Wiederherstellung der Fruchtbarkeit. Für Frauen ist der Eingriff mit einem erhöhten Risiko für zukünftige Eileiterschwangerschaften verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Refertilisierung?

Unter der Refertilisierung versteht der Reproduktionsmediziner die künstliche und operative Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit. Refertilisierungen können genauso an der Frau stattfinden, wie am Mann. Beim Mann wird der Samenleiter wiederhergestellt. Bei der Frau ist es der Eileiter.

Im engeren Sinn spricht der Arzt nur dann von einer Refertilisierung, wenn entweder der Eileiter oder der Samenleiter zuvor durchtrennt und bei der Operation wieder verbunden werden. Das heißt, dass einer Refertilisierung in der Regel eine Sterilisation vorausgegangen ist, die vom Patienten jetzt bereut wird. Die Sterilisation wird durch die Refertilisierungsoperation wieder aufgehoben. Statistiken zufolge lassen sich Personen um ein Alter von 30 Jahren am häufigsten sterilisieren. Laut derselben Statistiken findet die Refertilisierung am häufigsten an Menschen um die vierzig Jahre statt, also etwa zehn Jahre nach der Sterilisation.

Funktion, Wirkung & Ziele

Refertilisierungen betreffen sterilisierte Frauen und Männer, die den Schritt der Sterilisation bereuen. Bei einer Sterilisation durchtrennt der Arzt den Eileiter oder den Samenleiter des Patienten, um die Zeugungsfähigkeit zu unterbinden. Die Refertilisierung kann die durchtrennten Komponenten wieder verbinden. Bei der Frau entfernt der Operationsarzt dazu zunächst scheibchenweise die zerstörten Eileiter. Er kontrolliert die Durchgängigkeit der entnommenen Scheibchen anhand einer Blauprobe.

Sobald sich die Eileiterteile als durchgängig erweisen, schiebt der Arzt in ihr Inneres den sogenannten Splint ein. Dabei handelt es sich um ein dünnes Röhrchen, das die Scheibchen momentan verbindet und die Enden der Eileiterscheibchen in exakt korrekte Position zueinander bringt. An dem Splint näht der Mediziner die einzelnen Scheiben Stück für Stück aneinander fest. Bevor der wiederhergestellte Eileiter wieder eingesetzt werden kann, entfernt der Mediziner den Splint. Einige Monate später prüft der Arzt die Durchgängigkeit der wiederhergestellten Eileiter. Unter Umständen kann die Operation auch endoskopisch stattfinden. Bei diesem minmal-invasiven Eingriff sind die Erfolgsaussichten aber deutlich geringer als bei einer Operation. Die Endoskopie lässt größere Narben an den Eileitern entstehen und macht die Verwendung eines Splints unmöglich.

Unter der Refertilisierung versteht der Reproduktionsmediziner die künstliche und operative Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit.

Das kann Auswirkungen auf die spätere Durchgängigkeit haben, da die Enden unter Umständen nicht in exakt korrekter Position verbunden werden. Dem Mann stehen für eine Refertilisation zwei verschiedene Eingriffe zur Verfügung. Die reguläre Operation wird Vasovasostomie genannt. Wenn der Nebenhodenkanal dagegen mit dem Samenleiter verbunden werden muss, spricht die Reproduktionsmedizin von einer Tubulovasostomie. Beide Eingriffe finden in der Regel in Vollnarkose statt. Durch zwei minimale Einschnitte im Hodensack werden die Samenleiter zunächst freigelegt und schließlich miteinander verbunden. Diese Verbindung wird durch eine mehrschichtige Nahttechnik gewährleistet.

Meist verwendet der Operationsarzt dazu feinsten Nylonfaden. Dieses Material soll die Durchgängigkeit unterstützen. Noch während der Operation werden die Spermien auf ihre Viskosität untersucht. Falls keine Spermienteile die neu verbundenen Samenleiter erreichen, ist die Konstruktion nicht durchgängig. Die Durchgängigkeit wird im Zuge der Operation überprüft. Wenn sie eingeschränkt ist, entscheidet sich der Arzt in der Regel spontan für eine Tubulovasostomie und stellt eine Verbindung zum Nebenhoden her.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Insbesondere für eine Frau ist die Refertilisierung neben den gängigen Operations- und Narkoserisiken mit Folgerisiken verbunden. So legen Studien eine Verbindung zwischen Refertilisierungen und risikoreichen Eileiterschwangerschaften nahe. Besonders Schwangerschaften im ersten Jahr nach der Refertilisierungsoperation sollen ein deutlich höheres Risiko zur Eileiterschwangerschaft bergen.

So soll sich die befruchtete Eizellen auf dem Weg in die Gebärmutter kurz nach der Refertilisierung gerne in der Eileiternaht verhängen. Die Eizelle erreicht auf ihrem Weg durch die Eileiter normalerweise nach rund vier bis fünf Tagen die Gebärmutter. Wenn der Eileiterweg aber länger oder nur noch schwer begehbar ist, dann nistet sich die befruchtete Eizelle am vierten oder fünften Tag ein, wo auch immer sie gerade ist. Um die allgemeinen Operationsrisiken zu drücken und höhere Erfolgsaussichten zu generieren, finden Refertilisierungen für die Frau idealerweise am achten Zyklustag beziehungsweise nach zwei blutungslosen Tagen statt. Der späteste Zeitpunkt sollte die Zeit des Eisprungtermins sein.

Später ist die Schleimhaut zu hoch entwickelt und könnte so einen Eileiterverschluss vortäuschen. Zu den Erfolgsvoraussetzungen für die Refertilisierung der Frau zählt außerdem ein rund fünf Zentimeter langer, unbeschädigter Abschnitt des Eileiters. Am Mann sind Refertilisierungen mit höheren Erfolgsaussichten und niedrigeren Folgerisiken verbunden. Am erfolgreichsten sind Studien zufolge Refertilisierungen kurz nach einer Sterilisation. Sogar 20 Jahre nach einer Sterilisation kann die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit beim Mann aber noch relativ guten Erfolg erzielen.

Sogar in rund 90 Prozent aller Fälle kann die Fruchtbarkeit durch die Operation wiederhergestellt werden. Sowohl für den Mann, als auch für die Frau sind Infektionen das bedeutendste Risiko einer Refertilisierung. Die Operation ist für Reproduktionsmediziner mittlerweile aber Standard und gilt daher als relativ sicher. Mindestens 30 dieser Operationen im Jahr sollte ein erfahrener Reproduktionsmediziner durchführen.

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