Rauchen während der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
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Schwangerschaft und Nikotin - das passt einfach nicht zusammen. Wer erfährt, dass er schwanger ist, sollte sofort mit dem Zigarettenkonsum aufhören. Denn Rauchen während der Schwangerschaft gilt als Tabu. Ratsam ist es jedoch, wenn bereits vor der aktiven Planungsphase das Rauchen aufgegeben wird. Das gilt nicht nur für die Frau, sondern auch für den Mann.

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Rauchen ist schädlich – jetzt erst recht!

Schon bevor der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis anzeigt, sollte dem Glimmstängel abgeschworen werden. Das gilt nicht nur für die Frau, sondern auch für den Mann. Denn - auch wenn viele Menschen der Meinung sind, dass es nicht stimmt - schadet der passive Rauch ebenfalls.

Rauchen während der Schwangerschaft und auf das ungeborene Kind auswirken. Denn der Tabakrauch, der ausgeatmet wird, enthält dieselben krebserregenden und giftigen Inhaltsstoffe einer direkt inhalierten Zigarette. All jene gesundheitlichen Schäden, die auf Grund von Zigarettenrauch entstanden sind, fassen Mediziner unter dem Sammelbegriff „fetales Tabaksyndrom“ zusammen.

  • Auswirkungen auf die Mutter

Fakt ist, dass rauchende Schwangere ein hohes Fehlgeburtsrisiko haben. Rauchen begünstigt das Lösen des Mutterkuchens von der Gebärmutter - die sogenannte Plazenta-Lösung. Die Plazenta-Lösung führt zu Früh-, aber auch Fehl- oder Totgeburten. Die Ungeborenen wachsen deutlich langsamer. Es besteht auch das Risiko einer Lippenspalte. Hier entsteht eine Spalte in der Oberlippen-Mitte, die sich in Richtung der Nase ausdehnt.

  • Auswirkungen auf das Kind

Doch das Rauchen in der Schwangerschaft sorgt auch für Probleme in der weiteren Entwicklung des Kindes. Studien haben ergeben, dass Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben, eine deutlich schlechtere Lungenfunktion aufweisen und oftmals unter Allergien sowie Asthma leiden. Auch Atemwegsinfektionen wie Bronchitis und Lungenentzündungen sind keine Seltenheit.

Übergewicht, Mittelohrentzündungen sowie Diabetes mellitus (Typ II) sowie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems treten ebenfalls häufiger auf. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, sterben auch häufiger am „plötzlichen Kindstod“ (SIDS). Es gibt mitunter auch die Möglichkeit zahlreicher Entwicklungseinschränkungen.

So wurde bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben festgestellt, dass mitunter Verhaltensauffälligkeiten sowie psychiatrische Erkrankungen (ADHS), eine verzögerte geistige Entwicklung sowie ein verminderter IQ die Folge waren. Kinder von Raucherinnen wiesen auch ein höheres Risiko für akute myeloische Leukämie (Blutkrebs) sowie das Non-Hodgkin-Lymphom (Lymphkrebs) auf.

Tipps zur Rauchentwöhnung

Wer direkt vor der Schwangerschaft beziehungsweise nach dem positiven Ergebnis auf die Zigarette verzichtet, schützt sein Kind vor zahlreichen Krankheiten. Der Großteil aller Frauen, welche schwanger sind, hören mit dem Rauchen auf. In vielen Fällen „schmeckt“ die Zigarette auch nicht mehr. Wer es nicht schafft von der Sucht loszukommen, kann sehr wohl auch ärztlichen Rat in Anspruch nehmen.

Der behandelnde Mediziner hilft natürlich beim Rauchstopp und berät schwangere Frauen in Bezug auf etwaige Behandlungsmöglichkeiten, damit der Nikotinkonsum gestoppt wird. Es gibt auch zahlreiche Raucherentwöhnungskurse, die dabei helfen, von der Sucht loszukommen. Ratsam ist es, dass derartige Angebote schon vor der Schwangerschaft in Anspruch genommen werden.

Wer glaubt, dass er nur schwer von der Zigarette loskommt, sollte daher schon gegen seine Sucht ankämpfen, bevor er schwanger wird. Ratsam ist es, wenn beide Elternteile Raucher sind, gemeinsam mit dem Rauchen aufzuhören. Wer eine Unterstützung hat, wird mitunter leichter vom Glimmstängel loskommen.

Warum Nikotinpflaster & E-Zigaretten keine Alternative sind

Es ist kein Geheimnis, dass Nikotin während einer Schwangerschaft tatsächlich gesundheitsschädlich ist. Auch etwaige Nikotinersatztherapien wie Raucherpflaster oder Nikotinkaugummis stellen eine Gefahr für das Kind dar. Schlussendlich werden auch hier zahlreiche Toxine (Gifte) freigesetzt, die direkt in den Blutkreislauf gelangen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auf Nikotinkaugummis, Raucherpflaster oder andere Hilfsmittel verzichtet wird. Auch die E-Zigarette sollte nicht als Alternative herangezogen werden. Es ist aber möglich und auch ratsam, dass derartige Ersatztherapien und Möglichkeiten in Anspruch genommen werden, bevor die Frau schwanger ist, damit dem Rauchen - vor der Schwangerschaft - abgeschworen werden kann. Wer dennoch mit Nikotinersatz aufhören will, obwohl er schwanger ist, sollte im Vorfeld seinen Arzt kontaktieren und einen gemeinsamen Behandlungsplan entwerfen.

Kinderwunsch? Finger weg vom Glimmstengel!

Wer einen Kinderwunsch hat, sollte schon im Vorfeld ein paar Vorkehrungen treffen. Schlussendlich sind - neben Übergewicht und ungesunder Ernährung - auch die Zigaretten ein wesentlicher Punkt, warum es nicht immer klappt. Wer seine Chance auf eine Empfängnis erhöhen möchte, muss das Rauchen aufgeben. Fakt ist, dass eine Raucherentwöhnung die Chancen einer Empfängnis verdoppelt.

Es ist dabei aber nicht nur die Frau gefordert, sondern auch der Mann. Nikotinmissbrauch schädigt die Spermien dahingehend, dass einerseits die Anzahl verringert, andererseits die Beweglichkeit eingeschränkt wird. Studien aus Kinderwunschkliniken haben gezeigt, dass Nichtraucherinnen beziehungsweise Nichtraucher ein deutlich schneller schwanger werden.




Passt nicht gut zusammen: Schwangerschaft und Zigaretten

Wer schwanger ist, sollte sofort die Finger von der Zigarette lassen. Ratsam ist es jedoch, bereits vor der Schwangerschaft - schon beim Kinderwunsch - mit der Entwöhnung zu beginnen. Das gilt aber nicht nur für die Frau, sondern auch für den Mann. Wer sich dennoch für die Zigaretten entscheidet, muss sich bewusst sein, aktiv die Gesundheit des Ungeborenen zu schaden.

Zudem muss die Frau auch mit der Tatsache leben, ein erhöhtes Risiko einer, Früh-, Fehl- oder sogar einer Totgeburt zu haben beziehungsweise „aktiv“ daran gearbeitet zu haben, dem Kind derart zu schaden, dass es nicht gesund (oder lebend) auf die Welt kommt.

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