Ratanhia

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Ratanhia ist eine in den Anden heimische Heilpflanze, sie stellt innerhalb der Pflanzenfamilie das einzige Exemplar dar, das gilt als botanische Rarität. Krameria triandra, so der korrekte botanische Name, ist in ihrer Heimat Peru allseits bekannt, in Europa dagegen eher unbekannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Ratanhia

Ratanhia ist das einzige Pflanzenexemplar aus der Familie der Krameriagewächse. Der Strauch kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und verfügt über ein kräftiges, widerstandsfähiges Wurzelwerk. Die Wurzel besteht in ihrer Struktur immer aus einer etwa zehn Zentimeter langen Hauptwurzel, von der viele kleine, ästig verzweigte Nebenwurzeln abgehen.

Der kurze Stamm der Ratanhia entspringt stets aus der Hauptwurzel, der Stamm bildet Äste bis zu einem Meter Länge aus. Typische dicke, kleine und wechselständige Blätter gliedern sich an diese Äste an. Die Blätter des Ratanhia Strauches erreichen eine Höchstlänge von einem Zentimeter. Die Form der Blätter ist einförmig-länglich, der Rand ist glatt und zum Blattende hin schließt dieser mit einer Stachelspitze ab. Die kleinen Blüten des Ratanhia Strauches stehen als endständige Trauben, können aber einen größeren Durchmesser als die Blätter erreichen.

Die Blüten verfügen jeweils über vier abfallende, purpurrote Kronblätter und beherbergen in ihrem Inneren den borstig behaarten Fruchtknoten sowie drei Staubblätter. Die rot-schwarzen Früchte des Ratanhia Strauches, auch Nüsse genannt, entstehen erst nach der Blütezeit und sind erkennbar an den typisch stacheligen Borsten. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Ratanhia Strauches sind die peruanischen Anden.

Wirkung & Anwendung

Aus den Schriften der Inka geht hervor, dass die Ratanhiawurzel das am meisten verwendete Heilmittel bei Problemen mit den Zähnen oder mit dem Zahnfleisch war. Schon zur Zeit der Inka wurde aus dem Wurzelwerk der Ratanhia ein getrocknetes Pulver zu Heilzwecken hergestellt. Insbesondere Mundwässer, welche in den Staaten Südamerikas verwendet werden, enthalten auch heute noch hochwertige Extrakte aus der Ratanhia Pflanze.

Die Konzentration der Inhaltsstoffe ist aber von Mundwasser zu Mundwasser verschieden. Außerdem finden sich viele isolierte Wirkstoffe aus der Ratanhia Pflanze auch in Zahnpasten und Zahncremes. Auch viele deutsche Hersteller von Zahnpasta oder Mundwasser verwenden Extrakte aus der Ratanhia Wurzel als Inhaltsstoff in unterschiedlichen Konzentrationen. Ob Ratanhia in einem Zahnpflegemittel enthalten ist oder nicht, kann anhand der gesetzlich vorgeschriebenen Liste der Inhaltsstoffe leicht eingesehen werden.

Der Strauch kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und verfügt über ein kräftiges, widerstandsfähiges Wurzelwerk.

Ratanhia soll die Zähne nicht nur festigen, sondern bei regelmäßiger Anwendung auch weißer machen. Neben diesen signifikanten Schutzeigenschaften für Zahnfleisch und Zähne verfügt Ratanhia auch über eine leicht abführende Wirkung.

Besonders in Chile, Bolivien und Peru ist Ratanhia deshalb außerdem als Abführmittel beliebt und geschätzt. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang widersprüchliche Wirkaussagen, denn andere Quellen sprechen von einer eher stopfenden Wirkung der Ratanhia. Die Heilpflanze Ratanhia gelangte erstmals im Jahre 1819 nach Deutschland, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte nur wenig später im Jahre 1927 im Preußischen Arzneibuch, wo Ratanhia ausdrücklich als Heilpflanze gelistet war.

Die westliche Welt hat die Entdeckung des Ratanhia Strauches dem spanischen Botaniker Ruiz López zu verdanken, der die Pflanze erstmals in der peruanischen Hauptstadt Lima fand. Als Zahnerhaltungsmitel von den Ureinwohnern geliebt und geschätzt, wurde die Pflanze seinerzeit auch von spanischen Ärzten auf ihre Heilwirkungen hin untersucht. Neben den rein medizinischen Anwendungen kann die Abkochung der Ratanhia aufgrund des tief blauroten Suds auch zum Färben von Wein verwendet werden. Versuche mit dem Ratanhia Sud auch Textilien einzufärben wurden jedoch nicht weiter verfolgt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Ratanhia Wurzel hat auch heute noch einen hohen Stellenwert und Bedeutung für Gesundheit, Vorbeugung und Behandlung insbesondere bei Problemen mit Zähnen und Zahnfleisch. Erwiesenermaßen kann Ratanhia Extrakt bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, aber auch bei Halsschmerzen mit großem Heilerfolg eingesetzt werden. Diese Anwendungen bei leichten bis mittelschweren Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut wurden auch von der Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte bestätigt.

Um eine Behandlung der Mundschleimhaut durchzuführen, muss mit dem frisch zubereiteten und abgekühlten Sud mehrmals täglich gespült oder gegurgelt werden. Es ist zu beachten, dass für eine medizinische Anwendung weder Blüten noch Blätter, sondern ausschließlich das Wurzelwerk mit der Hauptwurzel und den Nebenwurzeln, verwendet werden. Vom europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie, ESCOP, wird die Anwendung zu medizinischen Heilzwecken im Bereich der Mundhöhle ebenfalls ausdrücklich empfohlen. Die Ratanhiawurzel enthält bioaktive Substanzen, die für eine antientzündliche Wirkung verantwortlich sind.

Darunter beispielsweise wertvolle Gerbstoffe, vor allem Catechine sowie Neolignane als weitere sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Mit der vollen Wirksamkeit kann dann gerechnet werden, wenn ausschließlich Pflanzengesamtauszüge verwendet werden. Ist in einem medizinischen oder pharmazeutischen Produkt Ratanhia Extrakt enthalten, so erfolgt die Inhaltsangabe meist unter Verwendung des lateinischen Wurzelnamens Radix Ratanhiae.

Damit die Pflanze in pharmazeutischen Produkten verwendet werden darf, müssen, zumindest in Deutschland, gewisse Anforderungen an die Qualität erfüllt werden. Diese sind festgeschrieben im Europäischen Arzneibuch, PhEur. Die Hersteller von Zahncremes oder Mundspülungen sind an die Vorgaben des Europäischen Arzneibuches gebunden. Die regelmäßige Anwendung von Zahncremes oder Mundwasser mit Ratanhia Extrakt in ausreichend hoher Konzentration kann Zahnfleischentzündungen wirksam vorbeugen.

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