Ranitidin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
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Der medizinische Wirkstoff Ranitidin dient zum Schutz des Magens. Er gehört den H2-Antagonisten an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ranitidin?

Bei Ranitidin handelt es sich um einen Arzneistoff, der zu den H2-Antihistaminika zählt. Er kommt zur Behandlung von Refluxerkrankungen, zur Vorbeugung von Magengeschwüren sowie zur Kontrolle der Magensäure bei Sodbrennen zum Einsatz. Neben der Humanmedizin greift auch die Tiermedizin auf Ranitidin zurück.

Ranitidin ist verwandt mit Wirkstoffen wie Nizatidin, Cimetidin, Roxatidin und Famotidin. Dabei setzt das Mittel im Magen an H2-Rezeptoren an und führt zu deren Blockade.

In niedriger Dosierung kann Ranitidin auch ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. In höheren Dosen unterliegt das Mittel allerdings der Verschreibungspflicht. Obwohl Ranitidin als gut verträglich gilt, stellt es nur ein therapeutisches Mittel der zweiten Wahl dar. So fällt der Wirkungseffekt des Arzneistoffs niedriger aus als bei Protonenpumpeninhibitoren (PPI). Darüber hinaus stellt der Magen nach dem Absetzen von Ranitidin wieder mehr Säure her. Dadurch droht eine erneute Entzündung. Die Anwendung des Mittels sollte ohne ärztliche Aufsicht nicht länger als sieben Tage durchgeführt werden.

Pharmakologische Wirkung

Die Magensäure entsteht in den Belegzellen des Magens. Ranitidin verfügt als H2-Antagonist über die Eigenschaft, die Produktion von Magensäure zu hemmen. Dabei tritt der Wirkstoff an den Histamin-2-Rezeptoren in Konkurrenz zum Gewebshormon Histamin. Durch das Histamin kommt es zum Freisetzen von Verdauungsenzymen sowie zur Aktivierung der Säurebildung. Von H2-Antagonisten wird die Bildung der Magensäure dagegen gebremst, was sich wiederum schützend auf den Magen auswirkt. Insofern hat Ranitidin eine antagonistische (entgegengesetzte) Wirkung zum Histamin. Der Magensaft lässt sich also durch die Anwendung von Ranitidin neutralisieren, wodurch er weniger aggressiv auf den Magen und andere Organe wie Dünndarm und Speiseröhre reagiert. Mit diesem Verfahren können Sodbrennen und Entzündungen effektiv behandelt werden.

Bereits in einer niedrigen Dosierung bewirkt Ranitidin, dass die Aktivität der Magen-Belegzellen nachlässt. Dies führt zu einer geringeren Freisetzung von Salzsäure innerhalb des Magens, wodurch die Beschwerden zurückgehen. Allerdings fällt die Wirkung von Protonenpumpeninhibitoren deutlich stärker aus. So können diese bis zu 90 Prozent der Magensäurebildung hemmen, während Ranitidin nur maximal 50 Prozent erreicht.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ranitidin kommt zur Behandlung von Refluxerkrankungen, zur Vorbeugung von Magengeschwüren sowie zur Kontrolle der Magensäure bei Sodbrennen zum Einsatz.

Zur Anwendung kommt Ranitidin bei Magenentzündungen und Magengeschwüren. Gleiches gilt für Geschwüre und Entzündungen am Zwölffingerdarm (Duodenum). Weitere Indikationen sind eine Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre), eine [[Gastritis (Magenschleimhautentzündung) sowie Refluxerkrankungen, die sich durch Sodbrennen bemerkbar machen.

In der Tiermedizin dient Ranitidin auch zur Therapie eines Gastrinoms wie dem Zollinger-Ellison-Syndrom, von Mastzell-Tumoren und Mastozytose.

Im Rahmen einer Kortisonbehandlung lässt sich Ranitidin zum Schutz des Magens verabreichen. Sinnvoll ist zudem die Anwendung des Wirkstoffes bei Schmerzbehandlungen mit NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika). So rufen diese bei längerer Anwendung oftmals Sodbrennen, Magenschmerzen oder Magenblutungen hervor.

Ein weiteres Einsatzgebiet von Ranitidin stellt die Allergieprophylaxe vor Operationen dar. Dabei erfolgt die Verabreichung des Mittels gemeinsam mit einem H1-Blocker.

Bei Sodbrennen und Schmerzen, die säurebedingt sind, liegt die empfohlene Dosis von Ranitidin bei 75 Milligramm, die bis zu vier Mal pro Tag verabreicht werden können. Die Behandlungsdauer nimmt vier Wochen in Anspruch. Diese Dosierung eignet sich auch für die Selbstbehandlung. Liegt dagegen ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür vor, beträgt die tägliche Dosis zwischen 300 und 600 Milligramm, die ein oder zwei Mal am Tag eingenommen werden. Um die erneute Bildung eines Geschwürs zu verhindern, sollte der Patient 150 Milligramm Ranitidin pro Tag erhalten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Ranitidin wird als gut verträgliches Mittel eingestuft. So leiden die Patienten nur selten unter unerwünschten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrhythmusstörungen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen. In manchen Fällen können auch Hautausschlag, Verstopfung, Müdigkeit, überempfindliche Reaktionen sowie Veränderungen des Blutbildes, wie eine Thrombozytopenie oder eine Leukozytopenie, auftreten. Als seltene unerwünschte Nebeneffekte gelten eine Gynäkomastie, ein Erythema multiforme sowie Verwirrtheitszustände.

Gar nicht erst zur Anwendung gelangen darf Ranitidin, wenn beim Patienten eine Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff besteht. Als mögliche Kontraindikation kommt außerdem eine akute Porphyrie (Lebererkrankung) in Betracht. Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit wird empfohlen, Ranitidin nur dann einzunehmen, wenn zuvor eine genaue Abwägung zwischen Nutzen und Risiko erfolgt. So lassen sich zeitweilige Beeinträchtigungen des Babys nicht gänzlich ausschließen. Nicht geeignet ist die Gabe von Ranitidin bei Kindern unter zehn Jahren.

Bei der Einnahme von Ranitidin besteht das Risiko von Wechselwirkungen. So wird das Aufnehmen von anderen Arzneistoffen durch das Mittel negativ beeinflusst. Dazu gehört zum Beispiel das Anti-Pilzmittel Ketoconazol, dessen positive Wirkung unter Ranitidin leidet. Ferner erhöht der H2-Antagonist die Wirkung des Narkosemittels Midazolam, des Asthmapräparats Theophyllin, des blutzuckersenkenden Wirkstoffes Glipizid sowie des Psychopharmakons Triazolam. Darüber hinaus wird auch die Wirkung von Alkohol durch Ranitidin verstärkt.

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