Radiusköpfchenbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Ein Radiusköpfchenbruch ist - mit rund 3 Prozent aller Knochenbrüche - eine relativ seltene Fraktur. Die Fraktur entsteht vorwiegend auf Grund eines Sturzes, der auf den ausgestreckten Arm erfolgt. Neben den gewöhnlichen Frakturen gibt es auch komplexe Brüche, die mitunter auch für Begleitverletzungen sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Radiusköpfchenbruch?

Die Radiusköpfchenfraktur wird in insgesamt fünf Typen unterteilt. Bei Typ 1 handelt es sich um einen nicht verschobenen Bruch; diese Fraktur ist mitunter die häufigste Form dieser seltenen Verletzung. Bei Typ 2 spricht der Mediziner von einer verschobenen Fraktur, die unter anderem auch Meißelfraktur genannt wird. Typ 2 liegt dann vor, wenn eine Stufenbildung vorliegt, die mehr als 2 mm beträgt. Typ 3 bezeichnet die Trümmerfraktur. Bei Typ 4 spricht der Mediziner von einer nicht verschobenen Radiushalsfraktur und bei Typ 5 von einer verschobenen Radiushalsfraktur. Die Typen 4 und 5 werden nach der Bakalin-Sonderform eingeteilt.

Ursachen

Die häufigste beziehungsweise einzige Ursache, die eine Radiusköpfchenfraktur auslöst, ist der Sturz auf einen gestreckten oder leicht gebeugten Arm. Das bedeutet, dass immer eine indirekte Gewalteinwirkung der Auslöser einer Radiusköpfchenfraktur ist. Der Sturz sorgt für eine knöcherne Abscherung, einen geraden Bruch oder kann mitunter auch zu einem Trümmerbruch (beziehungsweise eine Zertrümmerung des Radiusköpfchens) führen. Andere Ursachen, die eine dementsprechende Fraktur auslösen können, sind nicht bekannt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Patient klagt über starke Schmerzen. Vorwiegend beschreibt der Betroffene die Lokalisation der Schmerzen im Bereich des Unterarms (in der Nähe der Speiche) beziehungsweise in der Nähe des Ellenbogengelenks.

Viele Patienten klagen auch über Schmerzen in der Hand; hier ist davon auszugehen, dass der Schmerz, der durch die Radiusköpfchenfraktur hervorgerufen wird, bis in die Hand ausstrahlt. Im weiteren Verlauf liegt eine starke Einschränkung der Mobilität des Ellenbogengelenks vor. Die Radiusköpfchenfraktur verursacht - im Bereich des Ellenbogens - auch eine deutliche Schwellung, die auf eine Verletzung hinweisen lässt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner ordnet eine Röntgenuntersuchung an. Mittels des bildgebenden Verfahrens erkennt er, ob eine Fraktur vorliegt und um welchen Typ es sich handelt. Kann der Mediziner nicht deutlich erkennen, ob eine etwaige Verschiebung des Knochens vorliegt, können weitere Untersuchungsmethoden (Magnetresonanztherapie (MRT) oder eine Computertomographie) einen Aufschluss darüber geben, inwiefern das Radiusköpfchen verletzt ist.

Jene bildgebenden Verfahren sind auch dahingehend wichtig, dass etwaige Begleitverletzungen ausgeschlossen werden können. Schlussendlich könnten der Oberarmknochen beziehungsweise auch die Elle verletzt sein. Je nach Typ und Begleitverletzungen entscheidet der Mediziner, ob eine konservative oder operative Behandlung oder Therapie durchgeführt wird. Die Heilungsdauer beträgt rund sechs Wochen; Komplikationen sind in der Regel nicht zu erwarten. Nach der Therapie ist die Bewegung nicht eingeschränkt; Folgeschäden sind nicht zu erwarten.

Komplikationen

Ein Radiusköpfchenbruch kann gelegentlich zu Komplikationen führen. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen früher einsetzenden und später auftretenden Folgeerscheinungen. Als eher seltene Auswirkung der Radiusköpfchenfraktur gilt die Pseudarthrose. Sie zeigt sich vor allem bei Radiushalsbrüchen, die nicht genügend reponiert wurden.

Im Rahmen einer konservativen Therapie ist eine schmerzhafte Fehlverheilung möglich. Diese hat eine dauerhafte Fehlstellung beziehungsweise Stufenbildung zur Folge. Mittelfristig drohen deswegen Bewegungseinschränkungen beim Drehen des Unterarms sowie eine posttraumatische Arthrose am Ellenbogen. In solchen Fällen sind operative Maßnahmen erforderlich.

Zu den häufigsten Komplikationen des Radiusköpfchenbruchs zählt eine chronische Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenks. Als mögliche Gründe dafür kommen die Fraktur selbst oder eine zu lang andauernde Ruhigstellung infrage. Weiterhin sind Streckdefizite im Unterarm möglich, die durch Kapselschrumpfungen oder Verklebungen entstehen. Bringt die krankengymnastische Behandlung keine Besserung, kann auch hier eine Operation Abhilfe schaffen.

Mögliche früh auftretende Folgeerscheinungen der Radiusköpfchenfraktur sind Nervenverletzungen, das Kompartmentsyndrom oder Infektionen. Spätere Komplikationen können Infektionen oder Achsfehlstellungen der Knochen sein. Eine Operation des Radiusköpfchenbruchs birgt ebenfalls das Risiko von Komplikationen.

So können im Rahmen des Eingriffs angrenzende Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei handelt es sich zumeist um Bänder und Nerven in der Ellenbogenregion. Schlimmstenfalls kommt es zu längeren Ausfallerscheinungen. Weil sich mit Hilfe operativer Verfahren keine absolute Erfolgsquote erzielen lässt, besteht zudem die Gefahr einer Arthrose.

Therapie & Behandlung

Klagt der Patient über starke Schmerzen beziehungsweise liegt eine starke Ergussbildung vor, kann der Mediziner - mittels lokaler Anästhesie - zu Beginn der Behandlung eine Gelenkpunktion durchführen. Diese sorgt weitgehend für eine Entlastung beziehungsweise Minderung der Schmerzen.

Nachdem die Schwellung zurückgegangen ist und erste Ergebnisse der bildgebenden Verfahren vorliegen, entscheidet der Mediziner, ob eine konservative oder operative Therapie und Behandlung gewählt wird. Entscheidet sich der Arzt für eine konservative Therapie, wird zuerst der Arm ruhiggestellt. Dies mittels einer Oberarm-Gipsschiene. Der Oberarm beziehungsweise Ellenbogen wird in einem Winkel von 90 Grad ruhiggestellt.

Liegt kein verschobener Bruch vor, kann bereits nach einigen Tagen mit krankengymnastischen Bewegungsübungen begonnen werden. Nach wenigen Tagen erhält der Betroffene - anstelle des Gipsverbandes - eine Schiene, welche für rund drei Wochen getragen werden muss. Nach knapp sechs Wochen liegt eine vollständige Heilung vor; die Bewegungsfreiheit sollte - wie vor dem Unfall - wieder vollständig gegeben sein. Empfehlenswert sind physiotherapeutische Übungen.

Mittels dieser Übungen wird die Bewegung des Gelenks gefördert beziehungsweise dieselbe Bewegungsmöglichkeit, wie vor dem Unfall, hergestellt. Spätfolgen sind - auch wenn keine physiotherapeutischen Übungen in Anspruch genommen werden - nicht zu erwarten.

Ist keine konservative Therapie möglich, entscheidet Mediziner, welche Art von Operation durchgeführt wird, damit ein einwandfreies Ergebnis erzielt werden kann. Vorwiegend wird eine Radiusköpfchenresektion durchgeführt. Diese Operationsmethode kommt etwa bei Trümmerbrüchen zur Anwendung. Liegt ein komplexer oder schwerer Bruch vor, entscheidet sich der Mediziner für eine Radiusköpfchenprothese.

Bei diesem Verfahren wird das verletzte Radiusköpfchen durch eine Prothese ersetzt. Auch hier beträgt die Heilungsdauer rund sechs Wochen; auch nach der Operation ist es von Vorteil, wenn etwaige physiotherapeutische Maßnahmen getroffen werden, damit die vollständige Bewegungsfreiheit wieder gegeben ist. Komplikationen gibt es - im Regelfall - keine.

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Vorbeugung

Die Radiusköpfchenfraktur kann im Endeffekt gar nicht vorgebeugt werden. Wichtig ist, dass der Betroffene Stürze meidet beziehungsweise sich nicht mit den ausgestreckten Armen abfangen möchte. Da dies jedoch eine Reflexhandlung darstellt, ist es fast unmöglich, sich - im Rahmen eines Sturzes - nicht mit den Händen abfangen zu wollen.

Bei älteren Personen oder Menschen, die unter Knochenerkrankungen leiden (beispielsweise Osteoporose), können Radiusköpfchenfrakturen, sofern sich diese mittels den ausgestreckten Armen - im Rahmen des Sturzes - abfangen möchten, häufiger auftreten. In diesem Fall steigt auch die Wahrscheinlichkeit von etwaigen Begleitverletzungen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013

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