Radiusfraktur (Speichenbruch)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Eine Radiusfraktur bzw. ein Speichebruch ist ein Bruch der Speiche, welcher meist in der Nähe des Handgelenks auftritt. Sie gehört zu den häufigsten Frakturen und ist in vielen Fällen die Folge eines Sturzes, bei dem sich der Betreffende mit der Hand abfangen wollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Radiusfraktur?

Die Radiusfraktur stellt einen Unterarmbruch dar. Dabei wird nur einer der beiden Unterarmknochen betroffen, welcher auch Radius bzw. Speiche genannt wird. Die Speiche befindet sich an der Innenseite des Armes und trägt die Handwurzelknochen sowie die Hand.

Meist bricht sie in der Nähe des Handgelenks und ist Folge eines Unfalles. Je nach Art des Unfalles wird die Radiusfraktur in unterschiedliche Formen differenziert. Die distale Radiusfraktur ist am häufigsten. Sie tritt auf, wenn der Betroffene auf die ausgestreckte Hand stürzt. Diese Form einer Fraktur mit charakteristischer Bruchstelle wird auch als Extensionsfraktur oder Colles-Fraktur bezeichnet.

In seltenen Fällen entsteht eine distale Radiusfraktur, wenn auf die gebeugte Hand gefallen wird. Solch eine Form der Radiusfraktur wird Flexionsfraktur oder Smith-Fraktur genannt.

Ursachen

Die typische Ursache für eine Radiusfraktur ist ein Sturz auf den Arm bzw. die Hand. In den meisten Fällen ist ein Bruch in der Nähe zum Handgelenk festzustellen.

Mit einem Anteil von 90 % erfolgte ein Sturz auf die ausgestreckte Handinnenfläche. Insbesondere Kinder und ältere Menschen leiden unter dieser Form des Unterarmbruchs. Dafür sind unterschiedliche Ursachen verantwortlich. Kinder stürzen beim Spielen häufig und neigen daher zu einer Radiusfraktur. Ältere Personen besitzen hingegen eine geringere Stabilität der Knochen, sodass es bei Stürzen generell schneller zu Knochenbrüchen kommt.

Die im hohen Lebensalter häufig auftretende Osteoporose wirkt sich ferner als begünstigender Faktor aus. Auch andere typische altersbedingte Erkrankungen können Stürze provozieren, die so zur Ursache einer Radiusfraktur werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Besteht Verdacht auf eine Radiusfraktur, erfolgt zuerst eine Blickdiagnose durch den Arzt. Der Unterarm wird nach potenziellen Hautverletzungen und Schädigungen der Nerven sowie Gefäße abgesucht. Ferner untersucht der Arzt die angrenzenden Gelenke, damit eine etwaige begleitende Verrenkung nicht übersehen wird.

Anschließen erfolgt eine Röntgenuntersuchung, um die Art der Fraktur festzustellen. Dabei wird das Handgelenk seitlich und frontal aufgenommen. Zur Findung der optimalen Therapieform wird zudem diagnostiziert, ob es sich um eine stabile Fraktur oder eine instabile Fraktur handelt. Die letztgenannte Form eines Bruchs schließt eine Verletzung der Bänder mit ein.

Wie die Radiusfraktur sich entwickelt, hängt entscheidend vom Ausmaß der Fraktur ab. So heilt bei Kindern der Speichenbruch meist relativ schnell. Bei älteren Personen oder einer komplizierten Form der Radiusfraktur kann der Heilungsprozess auch länger als sechs Monate dauern.

Komplikationen

Eine Radiusfraktur kann verschiedene Komplikationen nach sich ziehen. Diese können sich sogar bei einer Therapie zeigen. Zu den häufigsten Folgeerscheinungen des Speichenbruchs zählen Verschiebungen der gebrochenen Knochenteile. Dabei verschieben sich die Fragmente aufgrund von unwillkürlichen Muskelverspannungen mitunter auch dann, wenn der Patient einen Gipsverband trägt.

Aus diesem Grund finden regelmäßige Röntgenaufnahmen zur Kontrolle statt. Wird dabei eine weitere Fehlstellung entdeckt, muss meist ein chirurgischer Eingriff zur Behebung erfolgen. Nachträgliche Verschiebungen der Radiusfraktur ereignen sich bei einer konservativen Therapie bei rund 50 Prozent aller Patienten, was einen verhältnismäßig hohen Anteil darstellt. Zeigen sich diese Verschiebungen mehrere Male hintereinander, sprechen Ärzte von einer Sudeck-Dystrophie.

Zu deren charakteristischen Merkmalen gehört eine Störung von Stoffwechsel und Durchblutung der Knochen und Weichteile. In den meisten Fällen tritt die Sudeck-Dystrophie nach operativen Eingriffen, Unfällen, Nervenschäden und Infektionen auf. Besonders betroffen sind Frauen höheren Alters.

Eine andere Folgeerscheinung des Speichenbruchs stellen Läsionen an Nerven und Blutgefäßen des betroffenen Knochens dar. Gleiches gilt für Haut und Muskeln. So können Knochen und Weichteile nicht mehr reibungslos versorgt werden, was zu Funktionsstörungen führt. Bemerkbar macht sich die Komplikation durch dauerhafte Schmerzen bei Handbewegungen sowie Hautverfärbungen.

Im Spätstadium versteift sich die Hand und es treten Sensibilitätsstörungen an ihr auf. Komplikationen sind auch bei einer chirurgischen Behandlung der Radiusfraktur möglich. Dazu gehören Infektionen, Bewegungseinschränkungen, Wundheilungsstörungen und Sehnenverletzungen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlungsform einer Radiusfraktur steht in Abhängigkeit zum Ausmaß des Bruchs. Handelt es sich um eine einfache Variante, erfolgt eine mehrwöchige Ruhigstellung des Arms mit Gipsverband. Zeigt das Röntgenbild eine Verschiebung der Knochen, nimmt der Arzt zuerst eine Einrichtung vor und anschließend wird der Arm in Gips gelegt.

Drohen erneute Verschiebungen des Bruchs oder ist ein Einrichten nicht möglich, wird zu einem operativen Eingriff geraten. Dabei bringt der Arzt die Knochenbruchstücke wieder in ihre richtige Position. Anschließend müssen diese stabilisiert werden. Dafür stehen je nach Radiusfraktur unterschiedliche Methoden zur Verfügung. So existieren die Drahtfixierung, der externe Fixateur, die Verschraubung sowie die Metallplatten-Implantation.

Welche Operationsform gewählt wird, hängt von dem Grad der Verschiebung der Knochenbruchstücke und der Anzahl der Knochenbrüche am Unterarm ab. Ferner ist auch entscheidend, ob der Griffelfortsatz der Speiche abgebrochen ist. Auf eine Operation des Unterarms folgt meist die Anbringung eines Gipsverbandes. Unter Umständen erfordert eine Radiusfraktur eine zweite Operation, da sich die Knochenstücke manchmal im Heilungsprozess unnatürlich verschieben.

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Vorbeugung

Der wirksamste Schutz gegen eine Radiusfraktur bzw. einen Speichenbruch ist die Vermeidung von Stürzen. Wer risikoreiche Sportarten wie Inlineskating ausübt, sollte auf eine hinreichende Schutzkleidung nicht verzichten. Ferner ist es von Bedeutung, eine etwaige Osteoporose bereits im Frühstadium zu erkennen. So kann der Knochenschwund effektiv behandelt werden, was ebenfalls einer Radiusfraktur vorbeugt.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013

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