Radiage

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Auch wer gesund lebt, seine Haut intensiv pflegt und sie nicht allzu häufig der Sonne aussetzt, stellt irgendwann einmal an sich Fältchen fest. Menschen, die die natürlichen Alterungserscheinungen der Haut als unangenehm empfinden, gehen oft zum Schönheitschirurgen und lassen sie sich mit Botox unterspritzen oder gar ein Facelift durchführen. Doch gibt es inzwischen schonendere Verfahren der Hautstraffung. Eines davon ist die Radiage.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Radiage?

Faltenbildung kommt durch die nachlassende Spannung der Unterhaut-Kollagenfasern zustande. Der Patient hat verschiedene Verfahren zur Auswahl, wenn er unschöne Fältchen, Krähenfüße und sogar Falten beseitigen lassen möchte. Die meisten von ihnen sind jedoch mit Blutungen, mehr oder weniger sichtbaren Narben und einer Auszeit für den Patienten verbunden.

Eine sehr schonende Methode, bei der das nicht zu befürchten ist, nennt sich Radiage. Sie wurde in den USA entwickelt und wird seit mehreren Jahrzehnten in der Medizin angewandt. Die Radiage wurde ursprünglich nur zum Veröden von Krampfadern entwickelt. Seit 2007 verwenden deutsche Mediziner sie auch zum Glätten von Fältchen. Hersteller der Radiagegeräte ist die Firma Ellman International Inc., die ihr Medizinprodukt seit 1969 vertreibt. Bei diesem minimal-invasiven Verfahren, das zuerst nur für die Haut und das Gesicht zugelassen wurde, werden das Bindegewebe und das darin enthaltene Kollagen mit hochfrequenten Radiowellen erwärmt, sodass sich die Kollagenfasern zusammenziehen und die darüber befindliche Hautschicht gestrafft wird.

Später entdeckten die Wissenschaftler, dass mit den Radiofrequenzgeräten ebenso gut auch Beine, Arme, Gesäß und Bauch behandelt werden können. Sogar zur Verringerung von Cellulite kann der Apparat eingesetzt werden. Die Radiofrequenztherapie ähnelt dem bis dato angewandten Thermalifting, ist jedoch noch schonender und auch kostengünstiger als dieses. Die Radiage ist ausgesprochen wirksam, da sie im Gegensatz zu straffenden Hautcremes, die lediglich die obere Hautschicht behandeln, die Oberfläche der subkutanen Fettschicht erreicht, in der die meisten altersbedingten Veränderungen stattfinden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Behandlungsziel der Radiage (Radiofrequenz-Therapie) ist es, die Haut zu glätten, ohne sie zuvor chirurgisch zu öffnen oder sie mit bestimmten Substanzen zu unterspritzen. Daher bilden sich nach der Behandlung keine Narben, wie es für die meisten ästhetischen Eingriffe üblich ist.

Die Fältchen verschwinden, nachdem sich die in der Unterhaut befindlichen Kollagenfasern zusammengezogen haben (Kollagen-Shrinking). Die von dem Radiofrequenz-Gerät erzeugte Energie erwärmt das Bindegewebe auf 48 bis 50 Grad Celsius. Vor der Behandlung wird dem Patienten ein kühlendes Spezial-Gel appliziert, das einerseits mögliche Hautschäden verhindern, zugleich aber den Heiß-Kalt-Effekt, der die Glättung bewirkt, noch unterstützen soll. Der Patient erlebt die Behandlung dank des Gels als nicht unangenehm. Allerdings kann er während der Radiagebehandlung dem Arzt noch zusätzlich mitteilen, wann ihm die Haut zu heiß wird.

Die Radiofrequenztherapie fördert darüber hinaus die Neubildung von Kollagen (Kollagen-Neogenese). Dadurch verstärkt sich der hautstraffende Effekt in den auf die Behandlung folgenden Wochen und Monaten noch zusätzlich. Erste Erfolge sind schon nach der ersten Behandlung sichtbar. Je nach Intensität der gewünschten Fältchenreduzierung wird die Radiage 2- bis 4-mal durchgeführt. Zwischen den einzelnen Sitzungen liegen mindestens 2, besser noch 4 Wochen Abstand. Entsprechend der Größe der zu behandelnden Hautpartie dauern die Behandlungen 10 bis 20 Minuten. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Der Patient kann schon unmittelbar nach der Behandlung seinen gewohnten Alltagsaktivitäten nachgehen.

Radiage ist ein schonendes Verfahren zur Hautstraffung.

Die Folgen der Radiage sind äußerlich nicht zu erkennen. Die schonende Hautglättungsmethode ist besonders gut geeignet für Fältchen im Gesicht (Augenpartie), am Hals und im Oberlippen-Bereich. Außerdem können jüngere Patienten, bei denen die Fältchenbildung noch nicht allzu stark ausgeprägt ist, sie durchführen lassen. Auch bei Krampfadern wird die Radiofrequenz-Therapie eingesetzt. Bei der endovenösen Behandlung wird erst eine Ultraschallmessung durchgeführt. Dann führt der Arzt eine flexible Sonde über eine Punktion des Unterschenkels ein. Das obere Ende der Sonde gibt gezielt hochfrequente Energie ab und wird dabei langsam zurückgeholt.

Dabei wird das gesamt umgebende Gewebe so erhitzt, dass die Zellflüssigkeit verdampft und die Vene dauerhaft verschlossen wird. In der Folgezeit wird die Krampfader in Bindegewebe umgewandelt und vom Körper abgebaut. In dieser Anwendung ähnelt die endovenöse Radiage der endovenösen Lasertherapie. Allerdings arbeitet sie mit einer anderen Wellenlänge und Eindringtiefe. Ein weiteres Verfahren zur Krampfadernverödung ist die Closure-FAST-Therapie. Bei ihr erwärmt und verschließt ein spezieller Katheter die Vene in gleich großen Abständen. Die endovenöse Radiage wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Radiage ist mit keinerlei Risiken verbunden. Da es sich um ein bewährtes sicheres Verfahren handelt, kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu Hautschäden. Es verursacht keine Pigment-Irritationen. Nach der Behandlung hinterlässt die Wärmeeinwirkung auf den behandelten Hautpartien leichte Rötungen, die meist innerhalb mehrerer Stunden von allein verblassen.

Da es sich um eine schmerzfreie Methode handelt, wird in der Regel keine Betäubung verabreicht, es sei denn, dass der Patient eine sehr sensible Haut hat. Wie andere kosmetische Eingriffe hat die hochfrequente Radiowellen-Therapie keine dauerhafte Wirkung: Je nach Hauttyp verringert sich der hautstraffende Effekt nach 12, spätestens jedoch 36 Monaten. Dann sollte der Patient die Behandlung wiederholen. Um eventuelle Hautschädigungen durch unsachgemäße Anwendung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Hautstraffung grundsätzlich nur von medizinischen Spezialisten durchführen zu lassen.

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