Querlage

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Querlage

Bei der Geburt des Kindes liegt dessen Kopf im Normalfall in Richtung des Geburtskanals. Diese Lage nimmt es zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche ein. Bei einer Querlage liegt das Kind mit dem Rücken in einem rechten Winkel zum Rücken der Mutter. Es zeigt also kein Körperteil zum Ausgang der Gebärmutter. In diesem Fall ist eine normale, vaginale Geburt nicht möglich, weshalb das Baby mithilfe eines Kaiserschnitts geholt werden muss.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Querlage?

Die häufigste und gesündeste Lage des Kindes vor der Geburt ist die Schädellage. Dabei ist der Kopf auf den Geburtskanal ausgerichtet, sodass er während der Entbindung vorangeht. Es kann jedoch vorkommen, dass das ungeborene Kind die Drehung in die richtige Position, die normalerweise in der Mitte oder gegen Ende des neunten Monats erfolgt, nicht vollständig vollzogen hat.

Die Querlage beschreibt den rechten Winkel, in dem die Wirbelsäule des Kindes zu der der werdenden Mutter ausgerichtet ist. Anders als bei der Kopfgeburt, oder sogar der Steißgeburt, findet dadurch kein Körperteil den Weg in Richtung Geburtskanal. Daher kann das Kind weder durch Pressen noch durch Saugglocken oder Zangen nach draußen gelangen.

Nur bei etwa 0,5 bis 1 Prozent der Geburten tritt eine Querlage auf. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich bei Mehrlingsschwangerschaften, Frühgeburten oder Frauen, die schon mehr als vier Kinder geboren haben.

Ursachen

Zwei Hauptursachen können dazu führen, dass der Fetus vor der Entbindung quer liegt. Zum einen ist es möglich, dass die korrekte Ausrichtung von Kopf und Gesäß verhindert wird. Eine Art der Behinderung entsteht als Folge von Fehlbildungen der Gebärmutter.

Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Gebärmutterseptum, auch uterus septus genannt, handeln, wobei die Gebärmutter durch eine Art Trennwand in zwei separate Bereiche unterteilt wird. Desweiteren kann auch die Plazenta ein Hindernis sein, wenn sie sich wie bei der plazenta praevia vor dem Muttermund in einer Fehllage befindet. In manchen Fällen liegt der Querlage auch ein Tumor im kleinen Becken zugrunde.

Ist in der Gebärmutter zu viel Platz vorhanden, damit sich das Kind ausrichten kann, liegt dies oft an einer ausgedehnten Gebärmutter. Die übermäßige Dehnung entsteht als Folge von vielen Schwangerschaften, weshalb mehrfache Mütter ein erhöhtes Risiko tragen. Auch ein Polyhydramnion, also die vermehrte Fruchtwasserbildung, und Fehlbildungen des Fötus sind mögliche Ursachen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Lage des Babys, bei der sich Kopf und Po auf gleicher Höhe jeweils seitlich in der Gebärmutter befinden, macht eine natürliche Geburt unmöglich. Die Lage, in der die Körperhauptachse des Kindes einen rechten Winkel mit der Führungslinie des Geburtskanals bildet, ist von der Schräglage zu unterscheiden. Hierbei bilden die beiden Körperhauptachsen einen spitzen Winkel.

Schon die Form des Bauches deutet auf die falsche Position des Fötus hin und unterscheidet sich mitunter deutlich von der bei regulären Schwangerschaften. Die Querlage des Kindes verursacht bei der werdenden Mutter noch während der Schwangerschaft oft Schmerzen. Das ungeborene Kind hat zu diesem Zeitpunkt, und wenn weitere Komplikationen ausbleiben, unter keinen schmerzhaften Symptomen zu leiden.

Eine Querlage kann für Mutter und Kind jedoch lebensbedrohliche Folgen haben, vor allem, wenn die Geburt unerwartet einsetzt. Im Falle eines Blasensprung wird der Muttermund nicht ordentlich durch das Kind abgedichtet. Es besteht das Risiko eines Nabelschnurvorfalls, wodurch diese abgeschnürt wird und die Sauerstoffversorgung des Kindes nicht mehr gewährleisten kann.

Bei einer verschleppten Querlage kann ein Vorfall eines Arms des ungeborenen Kindes in den Geburtskanal stattfinden. Während der Wehen presst sich so die Schulter des Babys in das Becken der Mutter, wodurch im schlimmsten Fall die Gebärmutter zerreißen kann.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Querlage ist in vielen Fällen schon an der charakteristischen Form des Bauches zu erkennen. Die ausführliche Ertastung der Lage erfolgt in der Regel als Bestandteil der obligatorischen Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen von außen. Hierbei kommen die sogenannten Leopold-Handgriffe zum Einsatz.

Erfolgt die Untersuchung mittels Tastens über die Vagina ist zu spüren, dass das kleine Becken der Patientin leer ist. In jedem Fall kommt aber immer eine Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, um den Befund zu sichern und genaue Aussagen über die Lage des Kindes treffen zu können. Wenn sich das ungeborene Kind zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche nicht in die Schädellage bewegt, ist davon auszugehen, dass eine reguläre vaginale Entbindung nicht stattfinden kann.

Behandlung & Therapie

Eine frühzeitige Entbindung, also vor dem Einsetzen der Wehen, mittels Kaiserschnitt bietet einen sicheren Ausweg aus der lebensbedrohlichen Lage. Ist die Querlage auf zu viel Freiraum im Mutterleib zurückzuführen, kann der Eingriff noch verzögert werden, bis die Wehen einsetzen. In manchen Fällen richtet sich das Kind dabei doch noch in die Schädellage aus, weshalb eine reguläre Kopfgeburt möglich wird.

In jedem Fall sollte aber ein operativer Eingriff vorbereitet werden, um schnellstmöglich auf die Entwicklungen reagieren zu können. Sind eine erhöhte Fruchtwassermenge oder eine ausgedehnte Gebärmutter für die Querlage verantwortlich, kann ein erfahrener Geburtshelfer eine äußere Wende versuchen. Hierbei wird das Kind durch die Bauchdecke erfasst mit dem Ziel, es zu einer Rolle zu veranlassen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die 37. Schwangerschaftswoche beendet wurde und sich das Kind in einem guten gesundheitlichen Zustand befindet. Zudem darf keine Fehllage des Mutterkuchens vorliegen und ein Kaiserschnitt muss weiterhin möglich sein. Bei Zwillingsgeburten kann versucht werden, den zweiten Zwilling direkt nach der Entbindung des ersten am Fuß zu erfassen und zu drehen, um eine vaginale Geburt doch noch möglich zu machen.




Vorbeugung

Schon bei gynäkologischen Untersuchungen im Vorfeld einer Schwangerschaft lässt sich feststellen, ob Fehlbildungen der Gebärmutter oder Plazenta vorliegen, die zu Risikofaktoren werden können. Auch die frühzeitige Entdeckung und Entfernung von Tumoren des kleinen Beckens mindert die Gefahr einer Querlage.

Hat eine Frau schon mehrere Kinder geboren, sollte das Risiko einer Ausdehnung der Gebärmutter ebenfalls bedacht werden. Aber auch Frauen, bei denen Komplikationen wahrscheinlich sind, müssen nicht zwangsläufig ihren Kinderwunsch aufgeben. Durch die professionelle Anwendung eines Kaiserschnitts besteht heute für Mutter und Kind keine akute Lebensgefahr mehr.

Bücher über Schwangerschaft

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Querlage?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: