Quassia amara

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Der Quassia, auch Quassia amara oder Bitterholz genannt, ist ein Baum, der aufgrund seiner Heilwirkung bekannt ist. Medizinisch genutzt werden Blätter, Holz und Borke.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Quassia

Der Quassiabaum gehört zur Familie der Bittereschengewäschse (Simaroubaceae) und ist vor allem in Süd- und Mittelamerika, auf den Westindischen Inseln, in den südlichen Teilen von Mexiko und an der Südspitze Floridas heimisch. Dieser Wuchsbereich wird in der Biogeographie auch als Neotropis bezeichnet. Quassia amara ist ein eher kleiner Baum. Er wird nicht viel höher als sechs Meter.

Die Rinde ist gräulich gefärbt und glatt. An den Ästen sitzen wechselständig gestielte und gefiederte Laubblätter. Die Blüten des Quassiabaumes sind rot oder fleischfarben und in traubigen Blütenständen angeordnet. Der Baum bildet Früchte aus, die von ihrer Form an Oliven erinnern. Wenn diese roten Steinfrüchte reif sind, enthalten sie schwarze Samen.

Wirkung & Anwendung

Blätter, Holz und Rinde können medizinisch verwendet werden. In den meisten Fällen kommt aber das getrocknete Holz zum Einsatz. Hauptwirkstoffe des Baumes sind seine Bitterstoffe. Hier sind vor allem Quassin und Neoquassin hervorzuheben. Des Weiteren enthält Quassiaholz Quassinol, Amarolide, Salze und Mineralien und in geringer Konzentration auch ätherische Öle. Damit gehört der Quassiabaum vor allem zur Arzneigruppe der Bittermittel.

Aber auch als Roborans, das heißt als Kräftigungs- und Stärkungsmittel sowie als Magen-Darmmittel, Pankreasmittel und Lebermittel kommt Quassia zum Einsatz. Hauptindikation für eine Verabreichung von Quassia ist eine Magen-Darm-Schwäche, auch Atonie genannt. Eine Magen-Darm-Schwäche kann sich in Form von Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden äußern.

Quassia amara ist ein eher kleiner Baum. Er wird nicht viel höher als sechs Meter.

Hier hilft der Quassiabaum mit seiner appetitfördernden Wirkung. Die enthaltenen Bitterstoffe stimulieren Leber und Bauchspeicheldrüse und fördern so die Sekretion von Verdauungssäften und Verdauungsenzymen. Auch die Gallenblase wird zur Ausschüttung von Gallensäuren angeregt. Allgemein wirken Bitterstoffe eher anregend, sodass Quassia auch bei allgemeinen Schwächezuständen und sensibler Nervenschwäche (Neurasthenie) eingesetzt werden kann.

Wie schon erwähnt gehört Quassia aufgrund seiner stärkenden und kräftigenden Wirkungen zu den Roborantien. Deshalb werden Quassiarinde und Quassiaholz auch gerne in der Rekonvaleszenz nach zehrenden Erkrankungen eingesetzt. Quassiarinde soll auch bei einer Schweißneigung aus Schwäche hilfreich sein.

Weiter wird Quassia amara auch bei Leberleiden, insbesondere bei der Leberzirrhose verabreicht. Bewährt hat sich hier die Verabreichung von drei mal täglich fünf Tropfen Quassia-Urtinktur. Quassia hat sich zudem als gutes Antihelmintikum, also Wurmmittel, bei Madenwürmern (Oxyuren) erwiesen. Traditionell wurden zur Entwurmung Zäpfchen mit Quassia verwendet. Dies ist heute eher unüblich.

Aufgrund seines äußerst bitteren Geschmacks wird Quassia auch zum Entwöhnen des Nagelkauens genutzt. Dafür wird die Urtinktur einfach auf die Nägel aufgetragen. Vor allem Kinder mögen den bitteren Geschmack überhaupt nicht und unterlassen deshalb bei aufgetragener Tinktur das Kauen der Nägel.

Die Quassiarinde kann in verschiedenen Darreichungsformen genutzt werden. Quassia Tee wird vorzugsweise kalt angesetzt, da der Extraktgehalt bei der kalten Extraktion höher ausfällt. Ein Teelöffel voll Quassiaholz wird für den Kaltansatz auf ein Glas kaltes Wasser gegeben. Die Mischung sollte etwa zwei Stunden ziehen und kann dann abgeseiht und getrunken werden. Auf dem Markt sind zahlreiche Fertigarzneimittel mit Quassia in Form von Mono- oder Kombinationspräparaten erhältlich.

Auch homöopathische Dilutionen und Tabletten sind zu erwerben. Das homöopathische Mittel Quassia wird ebenso wie die grobstoffliche Variante bei Verdauungsschwäche verwendet und ist in der Homöopathie auch ein typisches Lebermittel. Leitsymptome des homöopathischen Quassiamittels sind ein ungewöhnliches Klopfen im Bauchraum, Verdauungsschwäche, ein inneres Kältegefühl und das schmerzhafte Gefühl, als sei der Magen mit heißem Wasser gefüllt.

Charakteristischerweise verschlechtern sich die Beschwerden, vor allem die Schmerzen, durch tiefes Einatmen. Die gebräuchlichen Potenzierungen sind D2, D3, D4 und D6. Quassia ist auch Bestandteil einiger spagyrischer Arzneimittel. Während der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Geschwüren im Magen- und Darmbereich ist Quassia kontraindiziert.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Rinde und Holz des Quassiabaumes werden schon seit vielen Jahrhunderten von den Ureinwohnern Brasiliens als appetit- und verdauungsanregendes Mittel genutzt. Erstmals schriftlich erwähnt wird Quassia von dem Franzosen Labat. Er berichtet 1696 von einem Bitterholz, welches auf der Insel Martinique wächst. Gut zwanzig Jahre später entdeckte der Arzt Philipp Fermin, dass auch die Quassiablüten eine positive Wirkung bei Magenerkrankungen haben.

In Europa wurde die Quassiarinde als Heilmittel vor allem durch Linné bekannt. Linné benannte den Baum nach einem Sklaven namens Qassi. 1788 wurden Rinde, Holz und Wurzel in die Londoner Pharmakopöe aufgenommen. Weitere Erwähnungen in europäischen Arzneibüchern folgten. Seinen positiven Ruf als Lebermittel erhielt die Quassiarinde vor allem durch Rademacher und seine Erfahrungsheilkunde.

In der Schulmedizin findet Quassia heute nur noch selten Verwendung, in der Naturheilkunde, hier vorzugsweise in der homöopathischen Darreichungsform wird die traditionelle Verwendung der Bitterstoffdroge jedoch fortgeführt. Die Indikationen ähneln auch heute noch den Indikationen von früher. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, Leberleiden und Schwächezuständen wird Quassia immer noch verwendet. Medizinische Studien zeigen aber, dass Quassia auch abseits dieser Anwendungsgebiete seine Wirkung entfaltet.

So konnte in einigen Studien nachgewiesen werden, dass Quassia sogar gegen Plasmodium falciparum, den Erreger der Malaria, wirksam ist. Als Malariamittel wird die Baumrinde aber derzeit noch nicht verwendet. Da es bei einer Überdosierung von Quassia zu Übelkeit und Erbrechen kommen kann, sollte Quassia nur in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker eingenommen werden.

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