Pylorus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. November 2016
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Der Pylorus (Magenpförtner) stellt den Übergang zwischen Magenausgang und Zwölffingerdarm dar. Er ist verantwortlich dafür, dass der Mageninhalt erst im homogenisierten Zustand in den Dünndarm und von dort nicht wieder zurück gelangt. Die überwiegenden Beschwerden in diesem Bereich treten als Verengung bei Kindern auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Pylorus?

Der Pylorus (griechisch: Pförtner, Wächter) ist der Teil des Magens, der sich im unteren Teil befindet. Synonyme Bezeichnungen sind Magenpförtner, Pförtner und Sphincter (lateinisch: Schließmuskel) pylori. Als ringförmiger Schließmuskel verschließt er den Magenausgang und sorgt dafür, dass der Mageninhalt portionsweise in den Darm transportiert wird.

Er setzt als verdickte Ringmuskulatur der Magenwand am distalen Magenabschnitt an. Der Magenpförtner ist zwischen dem Antrum pyloricum, dem Anfangsabschnitt am Magenausgang, der unmittelbar am Magenkörper liegt, und dem Zwölffingerdarm (Duodenum) lokalisiert. In Ruhe ist der Pylorus verschlossen und wird nur unter bestimmten Bedingungen geöffnet.

Anatomie & Aufbau

Zum Magenpförtner gehört der Vorraum (Antrum pyloricum), der am Magenausgang liegt. Daran schließt sich der Pförtnerkanal (Canalis pyloricus) an, der mit dem Pylorus endet. Der Pförtner stellt den Übergang vom Magen zum Zwölffingerdarm (Duodenum) dar.

Der Muskel, der während des Öffnens und Schließens tätig ist, heißt Musculus sphincter pylori. Er schließt sich um die Öffnung am unteren Ende des Magens (distal, vom Organ entfernt), die in den Zwölffingerdarm führt und die Bezeichnung Ostium pyloricum trägt. Diese ist offen für den Übertritt von Flüssigkeit. Sie erweitert sich, sobald feste Nahrungsbestandteile eintreffen.

Komponenten des vegetativen Nervensystems (auch: autonomes Nervensystem), die an der nicht willentlich zu beeinflussenden Steuerung von Vorgängen beteiligt sind, gehören ebenfalls zur Ausstattung dieses Teils des Verdauungstraktes sowie spezielle Drüsen. Diese Pylorusdrüsen (lateinisch: Glandulae pyloricae) haben exokrine (exokrin, nach außen abgebend) Drüsenzellen, die ein basisches Sekret produzieren, das nicht ans Blut abgegeben wird.

Zusätzlich gibt es endokrine (endokrin, nach innen abgebend) Zellen, die Hormone an das umgebende Blut abgeben. Zu diesen Hormonen gehört Gastrin, das für die Produktion der Säure im Magen verantwortlich ist und das Somatostatin, das als Gegenspieler, die Bildung der Magensäure hemmt.

Funktion & Aufgaben

Hat der Magen seine Aufgaben innerhalb der Verdauung erfüllt, gelangt der Nahrungsbrei durch peristaltische (griechisch: peri, herum; stellein, in Gang setzen) Bewegung an den Magenausgang. Sie werden durch einen Reiz auf den Nervus vagus ausgelöst. Dieser ist im Gehirn lokalisiert, ist jedoch nicht an der Versorgung im Bereich des Kopfes beteiligt. Er ist der größte Nerv im parasympathischen System, das Bestandteil des autonomen oder vegetativen Nervensystems und zuständig für nahezu alle Organe und Drüsen des Körpers ist.

Die rhythmischen Kontraktionen der Muskulatur bewirken eine portionsweise Entleerung in den Dünndarm. Zunächst bewirkt ein Reflex (Pylorusreflex), dass sich kurzzeitig die Öffnung öffnet und eine kleine Portion (Bolus) in den Zwölffingerdarm lässt. Größere Anteile werden erst nach Homogenisation am Ende der Verdauung im Magen durch kräftigere Kontraktionen weiter geleitet. Durch diese Kontraktionen werden eine Reihe weiterer Vorgänge ausgelöst. Diese wiederum regulieren die weitere Verdauung sowie Empfindungen wie Hunger, Sättigungs- oder Völlegefühl.

Der Pförtner verhindert, dass der Darminhalt zurückfließen kann. Die basischen Sekrete aus den Pylorusdrüsen neutralisieren den sauren Mageninhalt. Gastrin, das in den sogenannten G Zellen produziert wird, setzt die Magensäure frei, welche wiederum auf andere Vorgänge innerhalb der Verdauung wirkt. So fördert es die Beweglichkeit (Motilität) des Dünndarms und der Gallenblase und vermittelt die Freisetzung verschiedener Substanzen.

Krankheiten

Eine Störung in der Funktion des Pylorus betrifft die Passage die in den Dünndarm führt. Diese kann aufgrund einer Verengung (Pylorusstenose) beeinträchtigt sein. Der Pförtner öffnet sich nicht. Solche Veränderungen sind meist nerval bedingt und treten nahezu ausschließlich bei Kindern auf. Eine angeborene Störung im Säuglingsalter stellt der Pylorospasmus dar. Jungen sind häufiger als Mädchen betroffen. Die Muskulatur ist verdickt und verkrampft. Dies führt zu einer extremen Enge am Ausgang und auf diese Weise zu Störungen während der Magenentleerung. Der Säugling erbricht den Mageninhalt immer wieder. Diagnostisch abzugrenzen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Infektionen des Magen und Darmtraktes.

Bildgebende Verfahren geben Aufschluss über das Vorliegen einer Störung des Pförtners. Weniger häufig sind raumfordernde Tumoren, die den Ausgang verschließen. Öffnet sich der Pylorus nicht regelmäßig, staut sich der Mageninhalt im Magen an und stimuliert die Salzsäureproduktion. Die Konzentration der Magensäure steigt an und die Gefahr besteht, dass die Magenwände angegriffen werden. Zu einer Wirkung kommt es, wenn der Inhalt des Zwölffingerdarms wieder zurückfließt und den Magen erreicht (Reflux). Ursache solcher Erscheinungen ist ein nicht schließender Pylorus. Erkrankungen, die die Hormonproduktion betreffen, stehen im Zusammenhang mit der Bildung des Gastrins. Tumore, die Gastrin bilden, werden Gastrinome genannt.

Eine Sonderform stellt das Zollinger Ellison Syndrom dar. Die auftretenden Symptome sind Folgen der übermäßigen Gastrinproduktion durch Tumoren, die in der Bauchspeicheldrüse oder im Zwölffingerdarm lokalisiert sind. Dieser massive Anstieg des Gastrins kann mittels einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Die Salzsäure produzierenden Zellen sind vergrößert. Etwa die Hälfte davon ist bösartig.

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