Pulpitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. August 2017
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Als Pulpitis wird eine Entzündung der Pulpa, der Nervenkammer im Inneren eines Zahns bezeichnet, was Schmerzen und Druck auslöst. Dieser Zahnkern schützt die Nervenenden. Wird eine Pulpitis rechtzeitig behandelt, kommt es in der Regel nicht zu weiteren Problemen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pulpitis?

Bei einer Pulpitis baut sich ein Druck im Zellstoff-Hohlraum auf, der auf die Zahnnerven und das umgebende Gewebe ausstrahlt. Im Gegensatz zu anderen Teilen des Körpers kann der Druck in der Pulpa nicht durch die umliegenden Weichteile abgeleitet werden.

Der Zahnkern ist von Dentin, einem harten Gewebe, umgeben, wodurch ein Druckabbau nicht möglich ist. So ist es vor allem die erhöhte Durchblutung, die die leicht bis extremen Schmerzen verursacht. Werden bei der Behandlung die Zähne denerviert, kann dies je nach Lage, Infektionsintensität und Größe der behandelten Fläche zu einer irreversiblen Pulpitis führen.

Dies führt bei den betroffenen Zähnen in der Regel zu einer reduzierten Emfindsamkeit und einer erhöhte Rate von weiteren Zahnbeschädigungen. Milchzähne und bleibenden Zähne können gleichermaßen von einer Pulpitis betroffen sein.

Ursachen

Die Pulpitis ist eine Entzündung, die durch eine bakterielle Infektion infolge von Karies oder Zahnverfall verursacht wird. Die betroffene Pulpa ist der interne Teil des Zahnes und besteht aus Nervenenden, Blutgefäßen und Bindegewebe.

Die auslösende Karies ist eine Läsion des Zahnschmelzes, die durch Säureerosion der Zahnoberfläche infolge bakteriellen Zahnbelags (Plaque) verursacht wird. Ist der Zerfall tief, wird der Zellstoff gereizt und Bakterien können eindringen, wodurch eine Entzündung ausgelöst wird. Diese erhöht den Druck im Gewebe und verursacht die Schmerzen.

Abgesehen davon, kann Pulpitis auch von anderen Faktoren ausgelöst werden: Verletzungen, die kleine Risse im Zahn verursacht haben, invasive Eingriffe wie Zahnfüllungen oder Kronen sowie durch säurehaltige Speisereste. Ist die Pulpitis nicht allzu fortgeschritten kann der Schmerz verschwinden, sobald die Ursache beseitigt wird.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei einer Pulpitis treten zunächst häufig Symptome wie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizen (z.B. heiß und kalt) auf. Auch dauerhaft pochende Schmerzen können mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden.

Eine Pulpitis kann jedoch auch ohne Schmerzen auftreten. Bei einer akuten Pulpitis ist der Schmerz intensiv und kann kontinuierlich in Abständen auftreten. Bei einer eitrig akuten Pulpiti ist der Zellstoff völlig entzündet. Der äußerst schmerzhafte Zustand verschlechtert sich oft beim Hinlegen. Bei einer anderen Form beginnt der Zellkern abzusterben. Diese Form ist zwar weniger schmerzhaft, kann jedoch zur Bildung eines Granuloms oder einem Abszess führen.

Auch eine chronische Pulpitis ist durch weniger intensive Schmerzen als bei der akuten Form der Krankheit gekennzeichnet, kann sich jedoch im Wurzelkanal ausbreiten. Infolge des erheblichen Drucks auf die Zahnnerven ist das Auffinden der Schmerzquelle recht schwierig, weshalb Verwechslungen mit den benachbarten Zähnen auftreten können.

Komplikationen

Aufgrund der Pulpitis leiden die Patienten in den meisten Fällen an Beschwerden im Mundraum und vor allem an den Zähnen. Es kommt dabei zu starken Zahnschmerzen und ebenso zu Karies. Die Zahnschmerzen breiten sich dabei nicht selten auch in den Kopf oder in die Ohren aus, sodass die Betroffenen an Störungen der Konzentration und auch an dauerhaften Schmerzen leiden.

Die Zähne selbst sind dabei gegenüber kalten und heißen Nahrungsmitteln sehr empfindlich, sodass eine gewöhnliche Nahrungsaufnahme für den Betroffenen in der Regel nicht mehr möglich ist. Die Patienten leiden an Gewichtsverlust und auch an Depressionen. Sollte die Pulpitis nicht behandelt werden, so kommt es nicht selten zu einer Entzündung der Zahnwurzeln.

In diesem Falle muss die Zahnwurzel in der Regel vollständig entfernt werden, da die Schmerzen anderweitig nicht verschwinden. Die Lebenserwartung des Patienten wird aufgrund der Pulpitis nicht beeinflusst. In der Regel kann die Pulpitis relativ einfach durch einen Zahnarzt behandelt werden. Komplikationen treten dabei nicht auf. Eventuell ist der Betroffene dabei auf Schmerzmittel angewiesen. Weiterhin kann die Pulpitis auch im weiteren Verlauf des Lebens beim Patienten auftreten.

Behandlung & Therapie

Grundsätzlich sollte eine Pulpitis immer von einem Zahnarzt behandelt werden. Es handelt sich dabei in der Regel um eine Wurzelkanalbehandlung oder eine Entfernung des Zahnkerns.

Eine Möglichkeit zur Linderung der Schmerzen ist zunächst die Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel. Die wirksamsten Medikamente basieren auf den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure oder Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen, enthalten kein Cortison und besitzen entzündungshemmende sowie analgetische Eigenschaften.

Wenn die Pulpitis durch eine Karies verursacht wurde, sollte die Läsion behandelt werden. Die beschädigte Stelle wird gereinigt und mit steriler Baumwolle getrocknet. Der Hohlraum kann mit zusätzlicher Baumwolle, die mit einem analgetischen Desinfektionsmittel getränkt wurde, gefüllt werden.

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Vorbeugung

Der beste Weg, eine Pulpitis zu vermeiden, ist eine gute Mundhygiene. Die Zähne müssen mindestens drei Mal am Tag gründlich gereinigt werden. Jeder Zahn einschließlich seiner inneren Oberfläche bedarf einer gründlichen Pflege. Dabei sollte vorsichtig geputzt werden, da sonst der empfindliche Zahnschmelz beschädigt werden könnte.

Die alle zwei Monate zu wechselnden Zahnbürsten sollten eine mittlere Härte und abgerundete Borsten besitzen. Fluoridhaltige Zahnpasten stärken den Zahnschmelz und beugen Karies vor. Gleichzeitig empfiehlt sich die Verwendung von Zahnseide sowie Mundwasser zur Reinigung unerreichbarer Zahnräume.

Bücher über Zahnwurzelentzündung

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Hausamen, J.-E., et al.: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Springer, Heidelberg 2012
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003

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