Psychische Krankheiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Immer öfter ist in der Tagespresse zu lesen, dass psychische Krankheiten in der Bevölkerung auf dem Vormarsch sind. Umweltexperten wissen, dass die Statistikwerte über psychische Krankheiten nicht aussagekräftig sind, solange man Umwelterkrankte und Menschen mit bisher unerklärlichen Multisystemerkrankungen den psychisch Erkrankten zurechnet. Wahr ist aber, dass unser modernes Leben der Seele zunehmend zusetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind psychische Krankheiten?

Psychische Krankheiten sind immer öfter als Folge von Vereinsamung, erhöhtem Arbeitsdruck oder mangelnder Stresskompensation zu verzeichnen. Sie können durch genetische Disposition, Umweltfaktoren, Drogenmissbrauch, elterliche Gewalt oder andere Negativ-Erfahrungen begünstigt werden.

Eine Definition psychischer Krankheiten ist schwierig, da psychische Erkrankungen unterschiedliche Krankheitsbilder haben. Psychische Krankheiten eint aber der Krankheits-Ort: Die Seele. Ab wann psychische Krankheiten therapiert werden müssen, wird unterschiedlich bewertet. Sofern eine "erhebliche Abweichung" in den Bereichen Fühlen, Denken, Handeln und Erleben besteht, werden psychische Krankheiten als Verursacher angenommen.

Körperliche Symptome können darüber hinweg täuschen, dass die Erkrankung seelisch bedingt ist. Man spricht dann von einer Somatisierung. Problematisch ist der Krankheitsbegriff, weil jeder anders erlebt und empfindet. Oft führt man körperliche Symptome auf die Psyche zurück. In diesem Fall wird Zeit mit unnützen Therapiesitzungen verschwendet.

Ursachen

Als Ursache für psychische Krankheiten gelten verdrängte oder unbewusste Ängste, Erlebnisse oder Konflikte, die bereits im frühkindlichen Alter aufgetreten sein können. Oft machen sie sich erst Jahre später durch psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen bemerkbar.

In vielen Fällen sind die Ursachen für psychische Krankheiten multikausal, in anderen aber auf ein einschneidendes Erlebnis wie ein frühkindliches Trauma zurückzuführen. Menschen verarbeiten belastende Lebenserfahrungen unterschiedlich. Psychische Krankheiten entstehen, wenn die Verarbeitung unzureichend geschieht und eine Kompensation des Traumas misslingt.

Auch genetische, ernährungsbedingte, missbrauchsbedingte oder Faktoren wie geringe Stressresistenz, Überforderung oder Konfliktunfähigkeit können psychische Krankheiten auslösen. Die meisten psychischen Krankheiten haben ein eigenes Verursachungsprofil. Manche Menschen sind anfälliger für psychische Krankheiten als andere.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose und die Verlaufsprognose sind für alle psychischen Krankheiten unterschiedlich. Verschiedene psychische Krankheiten lassen sich nur schwer erkennen, weil sie sich über körperliche Symptome manifestieren.

Die Diagnose muss andere Erkrankungen ausschließen, wenn aufgrund der Symptomlage keine eindeutig feststellbare Diagnose möglich ist. Umweltgiftbelastungen, Drogenmissbrauch, Medikamenten-Nebenwirkungen sowie Schilddrüsenstörungen können durchaus wie psychische Krankheiten wirken. Die Anamnese muss auch Familiengeschichtliches oder Erlebtes erfassen. Gewisse psychische Krankheiten können durch Tests verifiziert werden.

Wie der Verlauf der psychischen Erkrankung ausfallen wird, ist verschieden. Je nach Einordnung in die "International Classification of Diseases" (ICD-10) können die Verläufe und Behandlungsmöglichkeiten für psychische Krankheiten sehr unterschiedlich ausfallen. Eine Demenz verläuft anders als eine narzisstische Störung, eine Psychose, Borderline-Störung oder eine klinische Depression.

Komplikationen

Psychische Krankheiten treten häufig gemeinsam mit anderen psychischen Krankheiten auf und begünstigen die Entstehung von körperlichen Krankheiten. Ohne eine angemessene Behandlung ist die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung weiterer Symptome besonders hoch. Darüber hinaus besteht ohne eine rechtzeitige Therapie die Gefahr der Chronifizierung.

Die Symptome der psychischen Krankheiten festigen sich in diesem Fall so stark, dass sie dauerhaft bestehen bleiben oder erst nach vielen Behandlungsjahren zurückgehen. Der Verlauf ist im Einzelfall jedoch nicht sicher vorhersehbar. Auch nach mehreren Jahrzehnten sind noch Behandlungserfolge möglich.

Bei einer Behandlung mit Psychopharmaka können Komplikationen auftreten, die durch die eingenommenen Medikamente entstehen. Je nach Ausmaß der Nebenwirkungen muss der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, ob Vorteile oder Nachteile eines bestimmten Medikaments überwiegen.

Nebenwirkungen können nicht nur bei der Behandlung mit Psychopharmaka auftreten. Auch eine Psychotherapie kann unerwünschte Effekte haben. Dazu gehört das Ausbleiben des Therapieerfolgs, die Verschlechterung von Symptomen sowie die Entstehung neuer Symptome. Diese Nebenwirkungen sind vor allem dann möglich, wenn noch nicht das passende Therapieverfahren für den jeweiligen Patienten gefunden wurde.

Viele psychische Krankheiten gehen mit sozialen Komplikationen einher. Das private Umfeld ist aufgrund der Krankheit häufig belastet und auch die berufliche beziehungsweise schulische Leistung kann darunter leiden. Schwere psychische Krankheiten können eine Behinderung darstellen, die sich offiziell feststellen lässt.

Behandlung & Therapie

Psychische Krankheiten können heutzutage präventiv behandelt werden, wenn eine familiäre Neigung für Suchterkrankungen oder Psychosen besteht. Bei genetischen Erkrankungsrisiken ist Früherkennung wichtig. Die Behandlung wird je nach Krankheitsbild unterschiedlich aussehen.

Viele psychische Krankheiten lassen sich medikamentös behandeln, andere besser durch eine Psychotherapie. Über Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel kann man den Hirnstoffwechsel bei Mangel oder Überfluss bestimmter Botenstoffe beeinflussen. Problematisch ist, dass die Therapie für psychische Krankheiten wie Depressionen eine lange Anlaufzeit haben kann, bis sie Wirkung zeigt. Für manche Therapien wie Angststörungen muss man mehrjährige Wartezeiten in Kauf nehmen, bevor man in einem klinischen Programm aufgenommen wird.

Bevor ein Patient so weit ist, hat er häufig bereits einen langjährigen Leidensdruck aufgebaut, dem schneller abgeholfen werden müsste. Auch bei psychisch bedingten Schlafstörungen kann eine Therapieverzögerung fatale Folgen zeitigen. Problematisch sind auch die Nebenwirkungen von Antidepressiva oder das Suchtpotential bestimmter Medikamente. Man muss jeweils genau abwägen, welche Therapieansätze für bestimmte psychische Krankheiten sinnvoll sind, um nicht noch mehr Schaden zu verursachen.

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Vorbeugung

Bei psychosomatischen Krankheitsbildern sind wieder ganz andere Erwägungen sinnvoll. Hier müssen seelische und körperliche Symptome gemeinsam behandelt werden. Die körperlichen Symptome sind keinesfalls eingebildet, sondern bestimmte Erkrankungen können sich aufgrund psychischer Dauerbelastung, bestimmter Suchterkrankungen oder falschen Verhaltensweisen tatsächlich ausbilden.

Bücher über Angststörungen

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015

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