Psoriasisarthritis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
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Bei der Psoriasisarthritis handelt es sich um eine chronische Gelenkentzündung. Sie stellt eine rheumatische Form der Schuppenflechte dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Psoriasisarthritis?

Als Psoriasisarthritis oder Psoriasisarthropathie wird eine rheumatische Form der Psoriasis (Schuppenflechte) bezeichnet. Sie zeigt sich an den Gelenken und steht im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Dabei kommt es zum Anschwellen der betroffenen Gelenke sowie zu Bewegungseinschränkungen. Besonders betroffen davon sind die Gelenke von Fingern und Zehen.

Eine Psoriasisarthritis tritt bei jedem fünften Psoriasis-Patienten auf. Vier von fünf Erkrankten leiden bereits im Vorfeld seit mehreren Jahren unter Schuppenflechte. Obwohl rheumatische Beschwerden bestehen, erhöht sich der Rheumafaktor im Blut bei einer Psoriasisarthritis nicht. Oftmals werden neben den Gelenken auch die Finger- und Fußnägel in Mitleidenschaft gezogen.

Ärzte unterscheiden bei einer Psoriasisarthropathie zwischen einem peripheren und einem axialen Typ. Der periphere Typ ist gekennzeichnet durch das Röten und Anschwellen von wenigstens einem kleinen Gelenk. Bei den meisten Patienten sind dies die Finger- oder Zehengelenke. Mitunter sind sogar sämtliche Fingergelenke betroffen.

Die Symptome äußern sich schubweise über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Darüber hinaus büßt der Knochen an Substanz ein, was wiederum Knochenschwund (Osteoporose) zur Folge hat. Deutlich seltener tritt der axiale Typ auf. Dabei kommt es zur Versteifung der Wirbelsäule sowie der Darmbeingelenke. Mitunter zeigt sich die Erkrankungsform auch an den benachbarten Gelenken.

Ursachen

Obwohl die Psoriasisarthritis mit der Schuppenflechte in Zusammenhang gebracht wird, ist über ihre genauen Ursachen nichts bekannt. Bei Menschen, die unter einer Psoriasis leiden, besteht eine genetische Veranlagung. Allerdings bricht die Schuppenflechte nur bei einem Zusammenspiel mit weiteren Faktoren aus.

Besteht die Psoriasis bereits bei den Eltern, liegt das Risiko, dass ihre Kinder ebenfalls an ihr erkranken, bei etwa 60 bis 70 Prozent. Leidet dagegen nur ein Elternteil unter der Erkrankung, verringert sich die Gefahr auf ungefähr 30 Prozent. Darüber hinaus werden verschiedene Risikofaktoren mit dem Ausbruch der Psoriasis in Verbindung gebracht. Dazu zählen Nikotinkonsum, Alkoholgenuss, Verletzungen der Haut, Hormonumstellungen, eine falsche Ernährungsweise, Infektionen der oberen Atemwege, emotionaler Stress.

Aber auch Klimaeinflüsse sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Malariamitteln, ACE-Hemmern, Betablockern, Interferon oder Lithium können eine Rolle spieln. Aber auch psychische Faktoren können Einfluss auf die Erkrankung ausüben. So werden die Beschwerden bei Stress oft noch verschlimmert. Ein erhöhtes Risiko, an einer Psoriasisarthritis zu erkranken, besteht bei Rauchern und Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit).

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei rund 75 Prozent aller Patienten zeigen sich zunächst Psoriasis-Symptome auf der Haut. Die betroffenen Personen leiden unter Schuppungen am Knie, an den Ellenbogenstreckseiten, an den Innenflächen von Händen und Füßen, am Ohrbereich sowie auf der Kopfhaut. Als typisches Symptom gilt zudem ein Befall von Fingernägeln oder Fußnägeln.

Das Ausmaß der Beschwerden fällt jedoch unterschiedlich aus. In einigen Fällen zeigt sich die Psoriasisarthritis auch ohne Hauterscheinungen und ruft gleich eine Gelenkentzündung hervor. Grundsätzlich können sämtliche Körpergelenke von einer Psoriasisarthritis befallen werden. In den meisten Fällen zeigen sich jedoch schmerzhafte Schwellungen an der Becken-Wirbelsäule und am Knie.

Aber auch Finger- und Zehenendgelenke sind häufig betroffen, was sich durch die Entstehung von sogenannten Wurstfingern oder Wurstzehen bemerkbar macht. Nicht selten treten die Schwellungen an den Gelenken plötzlich auf. Mitunter bilden sie sich auch wieder vollständig zurück. Ein weiteres mögliches Symptom ist der Abbau der Knochen in Gelenknähe, wodurch der Patient an Gelenkbeweglichkeit einbüßt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Es dauert oft eine Weile, bis sich die Psoriasisarthritis von einem Arzt diagnostizieren lässt. Wichtigste Kriterien zur Sicherung der Diagnose stellen die typischen Veränderungen an Haut und Nägeln dar. Außerdem lässt sich der spezielle Rheumafaktor im Blut nicht nachweisen. Falls doch, deutet dies mehr auf eine rheumatoide Arthritis hin.

Zu den Untersuchungsmethoden gehören auch bildgebende Verfahren wie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung), das Anfertigen von Röntgenaufnahmen, eine Gelenkszintigraphie oder eine Magnetresonanztomographie (MRT). Im Anfangsstadium liefern diese Methoden jedoch nur selten einen auffälligen Befund. Dafür lassen sich die Änderungen, die im Rahmen der Psoriasisarthritis auftreten, erfassen.

Der Verlauf einer Psoriasisarthritis zeigt sich von Patient zu Patient unterschiedlich. So kann die Krankheit ein chronisches Ausmaß annehmen, aber auch spontane Besserungen und längere Ruhepausen aufweisen. Nach der Aktivität der Psoriasisarthritis sollte sich auch die Therapie richten.

Behandlung & Therapie

Handelt es sich um eine leichte Form der Psoriasisarthritis, werden in der Regel kortisonfreie Medikamente mit einer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung verabreicht. Dazu gehören in erster Linie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Zur Unterstützung der Therapie eignen sich außerdem orthopädische Hilfsmittel oder physiotherapeutische Maßnahmen.

Im Falle einer akuten Gelenkentzündung erhält der Patient oft Kortisontabletten oder kortisonhaltige Salben. Mitunter injiziert der Arzt das Kortison auch direkt in das schmerzende Gelenk. Eine dauerhafte Kortison-Therapie findet jedoch nur in Ausnahmefällen statt. Als Basistherapie der Psoriasisarthritis kann die Gabe von speziellen DEMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs) dienen.

Dabei kommen Wirkstoffe wie Ciclosporin A, Methotrexat, Sulfasalazin und Leflunomid zum Einsatz. Durch diese Mittel wird die überschießende Abwehrsystemreaktion, die die Psoriasisarthritis auslöst, gebremst. Zeigen diese Mittel keinen Erfolg, können auch TNF-Blocker wie Infliximab, Adalimumab oder Etanercept dargereicht werden, um die Gelenkentzündungen zu bekämpfen.

Als weitere mögliche Therapiemethoden kommen eine Balneotherapie, Elektrotherapie, Ultraschallbehandlung sowie Wärme- und Kälteanwendungen infrage.




Vorbeugung

Möglichkeiten zur Vorbeugung einer Psoriasisarthritis sind nicht bekannt. So ließen sich die genauen Ursachen der Erkrankung noch nicht feststellen.

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