Psoriasis-Arthritis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Psoriasis-Arthritis ist eine Entzündungserkrankung der Gelenke, die in der Regel von einer Schuppenflechte (Psoriasis) begleitet wird. So entwickeln etwa 5 bis 15 Prozent der von einer Schuppenflechte Betroffenen diese Form einer Arthritis, deren zugrunde liegende Ursache bislang nicht geklärt werden konnte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Psoriasis-Arthritis?

Als Psoriasis-Arthritis wird eine entzündliche Erkrankung der Gelenke bezeichnet, die sich vor allem anhand schmerzhafter Schwellungen an den Gelenken der Hände und Füße und den angrenzenden Sehnen manifestiert.

Einer Psoriasis-Arthritis bzw. der entzündlichen Gelenkerkrankung geht in der Regel eine Schuppenflechte (Psoriasis) voraus. Die häufigste Form dieser Erkrankung ist die sogenannte asymmetrische Psoriasis-Arthritis, bei welcher die kleineren Gelenke der Hände und Füße in beiden Körperhälften unterschiedlich betroffen sind.

Daneben sind bei der sogenannten distalen interphalangealen Form einer Psoriasis-Arthritis vor allem die Endgelenke in Fingern und Zehen betroffen, die zudem oftmals Nagelveränderungen aufweisen.

Ursachen

Die zugrunde liegenden Ursachen einer Psoriasis-Arthritis konnten bislang nicht abschließend geklärt werden. Vermutet wird eine genetische Prädisposition (Veranlagung), wobei zur Manifestierung (Ausbruch) der Erkrankung zusätzlich bestimmte auslösende Faktoren (Triggerfaktoren) vorliegen müssen.

Hierzu gehören fieberhafte Infektionskrankheiten (Angina tonsillaris, Masern, Bronchitis), hormonelle Umstellungen in Pubertät oder Wechseljahren sowie bestimmte Medikamente (ACE-Hemmer, Chloroquin) und psychische Einflussfaktoren wie Stress am Arbeitplatz oder im familiären Bereich. Die genannten Faktoren können nicht nur zur Manifestierung der Erkrankung beitragen, sondern auch neue Erkrankungsschübe auslösen.

Als gesichert gilt, dass eine Fehlregulation des Immunsystems (autoimmune Prozesse) infolge einer bakteriellen Infektion dazu führen kann, dass körpereigene Strukturen wie die Hautareale an Gelenken angegriffen werden. Dadurch werden die für Psoriasis-Arthritis charakteristischen Entzündungsreaktionen ausgelöst, die sich sukzessiv auf die darunter liegenden Gelenke, deren Sehnen, Knorpel und Knochen ausweiten können.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Psoriasis-Arthritis wird anhand der typischen Symptome, insbesondere anhand der schmerzhaften Schwellungen und Hautveränderungen an den betroffenen Gelenken, diagnostiziert. Abgesichert wird die Diagnose durch Blutanalysen, im Rahmen derer typischerweise erhöhte Entzündungsmarker nachgewiesen werden können.

Hautproben und Analysen der Gelenkflüssigkeit geben zusätzlich Aufschluss über das Krankheitsbild. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis ist bei einer Psoriasis-Arthritis der sogenannte Rheumafaktor (Nachweis spezifischer Antikörper, die für eine rheumatische Arthritis charakteristisch sind) lediglich in vereinzelten Fällen nachweisbar.

Im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium lassen bildgebende Verfahren wie Röntgen (Radiographie) Magnetresonanztomographie sowie Sonographie (Ultraschall) Aussagen über vorliegende Veränderungen an Knochen und Gelenken zu. Der Verlauf einer Psoriasis-Arthritis kann individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. So kann eine Psoriasis-Arthritis beispielsweise einen chronischen oder episodischen, schubweisen Verlauf aufweisen.

Komplikationen

Aufgrund der Psoriasis-Arthritis leiden die Betroffenen in den meisten Fällen an einer Arthritis, die auch von Schuppenflechten begleitet wird. Durch diese Beschwerden wird die Lebensqualität des Patienten erheblich eingeschränkt und weiterhin auch verringert. Ebenso kann die Psoriasis-Arthritis zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl führen, wenn sich die Betroffenen für die Beschwerden schämen und sich mit der Haut nicht mehr wohl fühlen.

Ebenso kommt es zu verschiedenen Veränderungen an den Knochen und den Gelenken des Betroffenen. In einigen Fällen kann es durch die Psoriasis-Arthritis damit auch zu Bewegungseinschränkungen und zu Schwierigkeiten im Alltag kommen. Weiterhin können die Patienten auch auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sein. Die Behandlung der Psoriasis-Arthritis erfolgt ohne Komplikationen. Dabei werden in der Regel Medikamente eingesetzt, die die Beschwerden deutlich lindern und verringern können.

Ob es allerdings zu einem vollständig positiven Krankheitsverlauf kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden. Möglicherweise sind die Patienten dann auf eine lebenslange Therapie angewiesen. Bei einigen Medikamenten kann es unter Umständen auch zu Nebenwirkungen kommen. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Psoriasis-Arthritis in der Regel allerdings nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Da die Heilung einer Psoriasis-Arthritis bislang nicht möglich ist, zielen die therapeutischen Maßnahmen auf eine Linderung bzw. Reduzierung der jeweils vorliegenden Beschwerden. Hierzu können zur Behandlung topische Medikamente zum Einsatz kommen, die lokal auf die betroffenen Hautareale und Gelenke appliziert werden.

Eine derartige Therapie bietet sich insbesondere in den Fällen an, in denen lediglich einzelne Gelenke von einer Psoriasis-Arthritis betroffen sind. Darüber hinaus werden systemisch wirkende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika bzw. NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Ibuprofen als Schmerz- und Entzündungshemmer eingesetzt. Auch eine Photo- (Lichttherapie) oder Badetherapie mit Salzwasser kann die von der Schuppenflechte (Psoriasis) betroffenen Hautareale positiv beeinflussen und die Beschwerden lindern.

Mit Hilfe physiotherapeutischer Maßnahmen (Krankengymnastik, Massagen, Wärme- und Kältetherapie) kann die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zusätzlich erhalten bzw. deren Versteifung verlangsamt werden. Bei Vorliegen eines fortgeschrittenen Erkrankungsstadiums ist eine sogenannte Basistherapie mit langfristig wirkenden Medikamenten wie Methotrexat oder Sulfasalazin angezeigt, bei welcher die Leberwerte des Betroffenen regelmäßig kontrolliert werden sollten.

Ciclosporin wird in einigen Fällen als Immunsuppressivum eingesetzt, um die autoimmunen Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems zu unterdrücken. Zudem hemmen sogenannte Biologics bzw. Biologika (Infliximab, Etanercept, Adalimumab) den Tumor-Nekrose-Faktor (TNF-Alpha), der für die entzündlichen Prozesse verantwortlich gemacht wird. Kortisone kommen hingegen wegen der starken Nebenwirkungen lediglich bei Vorliegen einer schweren Psoriasis-Arthritis zum Einsatz.

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Vorbeugung

Da die zugrunde liegende Ursache für eine Psoriasis-Arthritis nicht bekannt ist, kann dieser auch nicht gezielt vorgebeugt werden. Durch die Vermeidung auslösender Triggerfaktoren wie psychischer Stress sowie durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung von Infektionskrankheiten oder hormonellen Veränderungen kann der Manifestierung einer Psoriasis-Arthritis gegebenenfalls vorgebeugt werden.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Wessinghage, D., Leeb, I.: Ärztlicher Ratgeber: Arthrose. Wort & Bild, Baierbrunn 2004

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