Prurigo simplex acuta

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Die Haut als ein sehr komplexes und unter bestimmten Bedingungen außerordentlich empfindliches Organ kann schon bei Kindern erkranken, sodass es zu einem sogenannten Prurigo simplex acuta kommt. Der Prurigo simplex acuta kommt überwiegend bei Kindern ab dem 2. bis zum 10. Lebensjahr vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Prurigo simplex acuta?

Hinter dem Prurigo simplex acuta verbrigt sich eine Erkrankung der Haut, welche ganz unterschiedliche Ursachen hat. Im Gegensatz zu anderen Hautkrankheiten löst der Prurigo simplex acuta keine allgemeinen Krankheitsbeschwerden aus.

Der Prurigo simplex acuta verläuft in Schüben, innerhalb derer sich sowohl das Hautbild als auch die Befindlichkeit der betroffenen Kinder verschlechtern. In der Medizin wird der Prurigo simplex acuta ebenfalls unter dem Synonym Strophulus infantum klassifiziert und basiert vorrangig auf einem Exanthem.

Ursachen

Die Ursachenfindung beim Prurigo simplex acuta ist noch nicht allzu weit vorangeschritten, sodass die eigentlichen Auslöser für Prurigo simplex acuta noch nicht eindeutig geklärt sind.

Angenommen werden im Zusammenhang mit der Entstehung vom Prurigo simplex acuta, dass äußere Faktoren verantwortlich sind. Diese basieren bei der Hautkrankheit Prurigo simplex acuta auf Blütenpollen oder Staubpartikeln oder kommen als Abwehrreaktionen des Körpers gegen Insektenstiche in Frage.

In diesem Bezug wird beim Prurigo simplex acuta eine sogenannte atypische Disposition des erkrankten Kindes vorliegt. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, welche bereits unter einer asthmatischen oder exzematösen Erkrankung leiden, weisen häufig eine Neigung zum Prurigo simplex acuta auf.

Als weitere Ursachen für den Prurigo simplex acuta kommen psychische Überforderung, verschiedene Erkrankungen des Stoffwechsels, chronisch lymphatische Leukämien, Morbus Hodgkin oder andere Vorerkrankungen in Betracht. Auch schwangere Frauen können von einem Prurigo simplex acuta betroffen sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Beim Verlauf des Prurigo simplex acuta wird davon ausgegangen, dass die auftretenden Beschwerden einer Allergie sehr ähnlich sind. Die Patientinnen und Patienten klagen beim Prurigo simplex acuta über Hautirritationen, welche vorrangig an den oberen und unteren Extremitäten sowie an Rumpf und Rücken auftreten.

Typische Veränderungen der Haut beim Prurigo simplex acuta sind großflächige Rötungen, Papeln und entweder eine Überpigmentierung oder "Entfärbung" der betroffenen Areale sowie ein fast unerträglicher Juckreiz. Kommt es durch Kratzen zur Eröffnung der beim Prurigo simplex acuta vorliegenden Knötchen, hört der Juckreiz auf. Es bildet sich beim Prurigo simplex acuta ein Schorf auf den blutigen Papeln. Eine Folgeerscheinung des Prurigo simplex acuta ist ein fleckiges Aussehen der Haut.

Komplikationen

Aufgrund des Prurigo simplex acuta leiden die Patienten an verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen an der Haut. Diese treten dabei in der Regel schon im frühen Kindesalter auf. Nicht selten leiden die Patienten dabei auch an Mobbing und an Hänseleien und können dadurch auch Minderwertigkeitskomplexe oder ein verringertes Selbstwertgefühl entwickeln.

Die dauerhaften Beschwerden auf der Haut fördern ein Unwohlsein der Betroffenen, wobei sich diese dabei nicht selten schämen. In der Regel führt eine Prurigo simplex acuta auf der Haut zu deutlichen Rötungen und zur Ausbildung von Papeln. Auch ein Ausschlag kann sich ausbilden, der nicht selten mit einem Juckreiz verbunden ist.

Weiterhin treten auf der Haut auch kleine Bläschen auf. Dauerhaftes Kratzen verletzt die Haut, sodass es auch zur Ausbildung von Narben kommen kann. Die Lebensqualität des Betroffenen wird durch die Prurigo simplex acuta erheblich verringert und eingeschränkt. In der Regel kann eine Behandlung mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt werden.

Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Allerdings sind die Betroffenen in vielen Fällen auch auf eine psychologische Behandlung angewiesen. Die Lebenserwartung wird von der Prurigo simplex acuta in der Regel nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Anhand der visuellen Begutachtung der Betroffenen und deren Schilderung lässt sich beim Prurigo simplex acuta zunächst eine übersichtsmäßige Diagnose stellen. Durch eine Differentialdiagnose sollen eine Skabies (Krätze), eine Dermatitis oder eine Neurodermitis ausgeschlossen werden.

Ist der Befund eines Prurigo simplex acuta eindeutig, erfolgt eine mehrseitige Behandlung. Diese beruht zuerst auf der Therapie einer als Auslöser in Frage kommenden Vorerkrankung, welche beim Prurigo simplex acuta in Kombination mit einer psychosomatischen Begleitung durchgeführt wird.

Die Maßnahmen der Therapie des Prurigo simplex acuta umfassen neben den örtlichen Anwendungen von Salben und Cremes mit Glukokortikoiden ebenfalls Antipruriginosa gegen den lästigen Juckreiz. Erzielen diese Vorgehensweisen beim Prurigo simplex acuta keine positiven Effekte, erfolgt eine Verabreichung von sogenannten Tetrazyklinen und Antimykotika.

Zusätzlich können bei der medikamentösen Behandlung vom Prurigo simplex acuta Antidepressiva (wirken gegen depressive Episoden) oder Antihistaminika (werden bei Allergien angewendet) verordnet werden. Bewährt haben sich gegen den Prurigo simplex acuta auch neuroleptisch wirkende Arzneistoffe.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Patientinnen und Patienten, welche von bestimmten Erkrankungen oder Behandlungsmaßnahmen (Dialyse) betroffen sind, die als ursächliche Auslöserunter für den Prurigo simplex acuta bedeutsam sind, sollten sehr gut auf die Beschaffenheit ihrer Haut achten und bei anfänglichen oder vermeintlichen Symptomen einen Prurigo simplex acuta den Facharzt aufsuchen.

Kleinkinder sollten vor Insektenstichen geschützt werden, um einen Prurigo simplex acuta zu vermeiden. Liegen Anzeichen vor, dass eine Überempfindlichkeit gegen speziellen allergenen Stoffen vorliegen, sollte dies abgeklärt werden, um sich den Ursachen eines Prurigo simplex acuta nicht unnötig auszusetzen. Weitere präventive Maßnahmen gegen Prurigo simplex acuta sind leider noch nicht bekannt.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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