Prostatektomie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. November 2016
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Die Prostatektomie entspricht einem minmalinvasiven oder vollinvasiven Verfahren zur vollständigen oder anteiligen Entfernung der Prostata. Die Indikation zu einer anteiligen Prostatektomie können Miktionsstörungen stellen, wohingegen bösartige Tumore der Prostata eine vollständige Entfernung erfordern. Bei vollständigen Prostatektomien kann durch Nervenverletzungen während der Operation Impotenz eintreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Prostatektomie?

Die Prostata entspricht einer akzessorischen Geschlechtsdrüse und ist an der Spermaproduktion beteiligt. Beim Menschen liegt das Organ unterhalb der Harnblase, wo es den Anfang der Harnröhre bis zum Beckenboden umkleidet. Die exokrine Drüse besitzt Ausführungsgänge in die Harnröhre und enthält bis zu 50 tubuloalveoläre Einzeldrüsen.

In diesen Drüsen entsteht ein Sekret, das in die Harnröhre abgegeben wird und sich bei der Ejakulation mit den Spermien vermischt. Das Prostatasekret trägt einen pH-Wert von 6,4 und erhöht damit die Überlebenschancen von Spermien im sauren Milieu der Vagina. Das Prostatasekret wirkt auf die Spermien außerdem bewegungsauslösend. Unter bestimmten Umständen kann eine anteilige oder vollständige Entfernung der Prostata notwendig werden. Einen derartigen Eingriff bezeichnen Mediziner als Prostatektomie oder Prostataenukleation. Von der radikalen Prostatektomie wird die Teilentfernung der Prostata unterschieden.

Beide Eingriffe können verschiedenen Operationsverfahren entsprechen. Neben laperoskopischen und endoskopischen Prostatektomien existieren beispielsweise Roboter-assistierte Eingriffe.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die häufigste Indikation zur Entfernung der Prostata ist das Prostatakarzinom. Diese bösartige Krebserkrankung der Vorsteherdrüse erfordert in der Regel eine radikale Prostatektomie. Bei diesem Eingriff wird die Prostata vollständig entfernt. Auch die Bläschendrüsen (Vesiculae seminalis) und die Prostatakapsel (Capsula prostatica) werden in dem invasiven Eingriff abgenommen.

Die Operation kann minimalinvasiv erfolgen und damit einer Endoskopie entsprechen. Ein derartiger Eingriff ist als endoskopisch extraperitoneale radikale Prostatektomie (EERPE) bekannt. Eine Kamera im Bereich des Beckens hilft dabei, das Operationsfeld während des Eingriffs genauestens zu überwachen. Allerdings eignet sich das Operationsverfahren fast ausschließlich für bei lokal begrenzten Prostatakarzinomen. Auch die laparoskopische Prostatektomie entspricht einer minimalinvasiven Form der Prostatektomie. Bei diesem Eingriff erfolgt der Zugang über fünf Trokare im Bereich des Unterbauchs. Die Samenblasen und Prostata werden bei der Operation mit laparoskopischen Instrumenten freipräpariert und anschließend entfernt.

Blutungen lassen sich mit bipolarer Koagulation stillen. Eine direkte Naht der Anastomose zwischen Urethra und Blasenstrumpf ist üblich. Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine Entfernung der iliakalen Lymphknotenpakete. Abhängig von der Indikation im Einzelfall führt der behandelnde Chirurg die Operation transperitoneal oder extraperitoneal ohne Manipulation des Peritoneums aus. Neben teilinvasiven Zugangsverfahren existieren zur Prostatektomie auch offene Zugangswege. Ein Verfahren dieser Art ist die retropubisch radikale Prostatektomie (RRP), bei der der Patient gespreizten Beinen auf dem Rücken liegt. Der Chirurg entfernt die Prostata über einen Medianschnitt zwischen Bauchnabel und Symphyse.

Die Prostata präpariert er anschließend frei und versorgt die Gefäßgeflechte mit Durchstechungsnähten. Der retropubische Zugang lässt die Organkapsel unberührt und wird in der Regel zur Entfernung von großen Adenomen genutzt. Auch die gleichzeitige Entfernung der Samenblasen und Lymphknoten ist bei diesem offenen Verfahren denkbar. Weltweit ist diese Art der Prostatektomie die am häufigsten genutzte. Auch die radikal perineale Prostatektomie (RPP) ist eine offene Variante der Prostatektomie. Über einen Schnitt zwischen Anus und Skrotum sucht der Chirurg dabei die Prostata auf und präpariert die Drüse mit urethral eingeführten Metallretraktoren. Stark vergrößerte Prostata lassen sich mit diesem Verfahren nicht operieren.

Teilentfernungen der Prostata kommen meist bei benignen Tumorerkrankungen der Drüse zum Einsatz, falls diese mit Beschwerden beim Wasserlassen einhergehen. Ein Verfahren zur Teilentfernung ist zum Beispiel die transurethrale Prostataresektion (TURP), bei dem durch die Harnröhre ein chirurgisches Instrument eingeführt wird. Aus der Transitionalzone der Prostata entfernt der Chirurg bestimmte Teile der Drüse mit einer schlingenförmigen Elektroden inklusive HF-Wechselstrom. Die Prostatakapsel bleibt erhalten. Verwandte Verfahren sind die die transurethrale Mikrowellenthermotherapie und die photoselektive Vaporisation der Prostata (PVP).




Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Risiken und Nebenwirkungen einer Prostatektomie hängen vom gewählten Verfahren ab. Radikale Prostatektomien sind wegen der anatomischen Bedingungen unabhängig von der Durchführungsart relativ schwierige Operationen. Die Prostata ist im Becken nur schwer zugänglich. Äste des Nervus cavernosus liegen nur Millimeter entfernt.

Die Nervenbündel tragen Nervenfasern zur Erektion. Werden diese Fasern versehentlich durchtrennt oder stark gedehnt, so besteht ein Verlust der Erektionsfähigkeit. Eine früher verbreitete Nebenwirkung radikaler Prostatektomien war Harninkontinenz, die mittlerweile allerdings weit hinter die Impotenz zurückgefallen ist. Außerdem kann sich der Penis bei den Operationen verkürzen, da die Harnröhre nach der Exzision einzelner Anteile an den abgetrennten Enden verbunden wird. Der Penis wird zum Ausgleich der Harnröhrenverluste ein Stück weit in den Körper gezogen. Die Vorhaut behält meist ihre herkömmliche Form und ist nach der Operation oft zu lang, was chronische Entzündungen der Eichel begünstigen kann.

Eine häufige Nebenwirkung der radikal retropubischen Prostatektomie ist außerdem der Leistenbruch, der eine abermalige Operation erforderlich macht. Neben diesen Nebenwirkungen und Risiken bestehen allgemeine Narkose- und Operationsrisiken. Dazu zählen neben Infektionen Blutungen und Blutergüsse. Schmerzen nach dem Eingriff sind ebenfalls verbreitet. Für Menschen mit Herzkreislauferkrankungen sind gerade offene Verfahren mit Vollnarkose eine starke Systembelastung die im Extremfall mit einem Herzkreislaufstillstand verbunden sein kann. Auch allergische Reaktionen auf das Narkosemittel zählen zu den allgemeinen Operationsrisiken. Dasselbe gilt für Wundheilungsstörungen oder Kopfschmerzen als Reaktion auf das Anästhetikum.

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