Prostatavergrößerung und Prostataentzündung Teil 2
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Doch gerade diese schleichende Form des Prostataleidens birgt Gefahren in sich. Mit den Monaten und zuweilen auch Jahren kommt es zu einer Harnrückstauung, dem sogenannten Restharn, weil der Patient die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann.
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Symptome und Beschwerden bei Erkrankungen der Prostata
Dann läuft der Urin ab, ohne dass der Patient es merkt. Es kommt zum nächtlichen Einnässen (Einpinkeln), wobei der Patient dieses Geschehen erst nur als ein momentanes Missgeschick auffasst, das er vor den Angehörigen verbirgt. Aber die Wiederholung des Einnässens ist unvermeidlich, und nun sind es meistens die Familienangehörigen, die darauf drängen, dass sich der Kranke, weil er vermeintlich den Harn nicht mehr halten kann, beim Arzt vorstellt. In diesem fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist es oft recht schwierig, dem Patienten wieder zu voller Gesundheit zu verhelfen.
Eine andere Verlaufsform der sogenannten Prostatahypertrophie ist die akute Harnsperre. Trotz quälendem Harndrang kann der Kranke keinen Urin mehr lassen. Hier wird dem Patienten sein bisher verborgenes Leiden so eindrucksvoll veranschaulicht, dass er sofort den Arzt aufsucht. Die Entleerung der Blase durch das Einführen eines Gummikatheters befreit den Patienten von seinen Qualen. Bei richtiger Behandlung lässt sich die akute Harnverkalkung meist schnell wieder beheben. Aber dieses Ereignis kann sich jederzeit wiederholen. Ein Diätfehler, Unterkühlung oder langes Sitzen können erneut eine Harnsperre auslösen, wenn die Ursache nicht beseitigt wird.
Die sogenannte Prostatahypertrophie zeigt immer eine fortschreitende Tendenz. Wird das Abflusshindernis nicht beseitigt, so treten mit der Zeit Folgen wie Harnwegsinfektionen oder Nierenversagen ein, denen der Patient zum Opfer fallen kann. Aus diesem Grund sollte der Kranke den Rat des Facharztes befolgen, wenn ihm zu einem operativen Eingriff geraten wird, denn dieses Leiden kann, dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechend, meist nur durch eine Operation beseitigt werden. Es ist eine alte Erfahrung, dass das Krankheitsbild der Prostatahypertrophie ausgeprägten Schwankungen unterworfen ist und nach dem Einnehmen von Medikamenten eine schnelle Besserung eintritt.
Komplikationen bei Prostatavergrößerung und Prostataentzündung
Oft gelingt es, insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung, den Rhythmus des Urinierens zu bessern, so dass das Wasserlassen wieder mehr oder weniger ausreichend vonstatten geht. Aber diese Besserung ist nur vorübergehend, denn die positive Einwirkung auf den Blasenzyklus ändert nichts an der Prostataerkrankung. Die Ursache des Leidens bleibt unbeeinflusst, und Rückfälle sind unvermeidlich. Es ist deshalb falsch, die Operation hinauszuschieben, da der Betroffene im Verlauf der Krankheit älter wird, die Abnutzungserscheinungen des Körpers fortschreiten und der chirurgische Eingriff erschwert wird.
Wie aus dem bisher Dargelegten hervorgeht, ist die Erkrankung der Prostata eine Krankheit, die höchstwahrscheinlich durch hormonelle Verschiebungen, fettreiche und ungesunde Lebensweise und sinkender Sexualverkehr (Geschlechtsverkehr) des alternden Körper ausgelöst wird. Nach unseren heutigen Erkenntnissen sind wir leider noch nicht in der Lage, dieses Geschehen so zu beeinflussen, dass die Wucherung der Drüsen im Bereich der hinteren Harnröhre ganz vermieden und die sogenannte Prostatavergrößerung verhindert werden kann.
Wir können aber dem Patienten bei einer beginnenden Vergrößerung der Prostata rechtzeitig helfen, so dass es zu keiner Schädigung des gesamten Organismus zu kommen braucht. Voraussetzung dafür ist, dass jeder Patient, der Beschwerden beim Wasserlassen hat, unverzüglich einen Arzt zu Rate zieht.
Für den Betroffenen ist außerdem wichtig, sich möglichst vor Erkältungen und Unterkühlungen zu schützen, nur wenig Alkohol zu genießen, für geregelten Stuhlgang zu sorgen, das Bedürfnis zum Harnlassen nicht zu unterdrücken, langes Sitzen zu vermeiden und sexuelle Aktivitäten mit dem Arzt zu besprechen, denn auch eine entsprechende Lebensweise kann dazu beitragen, die auslösenden Faktoren bei der sogenannten Prostatavergrößerung weitgehend auszuschließen.
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