Propafenon

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Propafenon ist ein bekannter Wirkstoff, der zur Bekämpfung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Aufgrund seiner chemischen und pharmakologischen Eigenschaften wird Propafenon der Wirkstoffklasse der Antiarrhythmika zugeordnet. Der Arzneistoff ist bereits seit einigen Jahren im Einsatz und gilt als sehr wirksam.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Propafenon?

Bei Propafenon handelt es sich um ein bekanntes Arzneimittel, das zur Therapie verschiedener Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Arzneistoff unter den Handelsnamen Cuxafenon® und Prorynorm® vertrieben.

Eine Indikation besteht sowohl bei Tachyarrhythmie (Herzrhythmusstörung, die in Kombination mit zu schnellem Herzschlag auftritt) als auch bei ventrikulärer Tachykardie (mit einer gesteigerten Herzfrequenz zusammenfallende Herzrhythmusstörung) und Vorhofflimmern. Hierbei ist zu beachten, dass die verabreichte Dosis von der behandlungsbedürftigen Grunderkrankung abhängig ist.

In der Chemie wird Propafenon durch die Summenformel C 21 – H 27 – N – O 3 beschrieben. Das entspricht einer moralen Masse von etwa 341,44 g/mol. Aufgrund seiner chemischen und pharmakologischen Eigenschaften wird Propafenon der Gruppe der sogenannten Antiarrhythmika zugeordnet. Hierbei handelt es sich um nicht notwendigerweise verwandte Wirkstoffe, die den Herzrhythmus beeinflussen.

In Übereinstimmung mit der in der medizinischen und pharmakologischen Fachliteratur gängigen Einteilung nach E. Vaughan Williams kann zwischen vier Klassen von Antiarrhythmika unterschieden werden. Propafenon fällt nach dieser Einteilung in die erste Klasse, unter welcher diverse Natriumkanalblocker zusammengefasst werden. Weiter differenziert handelt es sich bei Propafenon um einen Vertreter der Klasse Ic, zu der auch der verwandte Arzneistoff Flecainid gehört.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Die pharmakologischen Eigenschaften von Propafenon entsprechen weitestgehend denen eines typischen Antiarrhythmikums. Der medizinische Arzneistoff gilt als Natriumkanalantagonist. Als solcher führt er zu einer Verlangsamung des Einstroms von Natriumionen. Diese können nach der Einnahme von Propafenon nicht mehr ungestört in das Myokard, der zwischen Innen- und Außenhaut gelegenen Schicht des Herzmuskelgewebes, gelangen. Hierdurch kommt es zu einer spürbaren Abnahme der Erregbarkeit des Herzens. Der Wirkmechanismus von Propafenon wird deshalb als bathmotrop bezeichnet.

Neben der Verlangsamung des Natriumioneneinstroms bewirkt Propafenon zusätzlich eine Blockade von Betarezeptoren. Auch hierdurch kommt es zu einer Einflussnahme auf die Geschwindigkeit der Herzfrequenz.

Nach ordnungsgemäßer und kontinuierlicher Einnahme liegt Propafenon im Blut bis zu 97 % in gebundener Form an Plasmaproteinen vor. Die Plasmahalbwertszeit von Propafenon wird in Studien zwischen durchschnittlich drei und sechs Stunden angegeben. Die Verstoffwechselung (Metabolisierung) von Propafenon erfolgt hauptsächlich über die Leber.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Propafenon wird ausschließlich zur Bekämpfung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Im Gegensatz zu einigen anderen Medikamenten kann Propafenon jedoch bei verschiedenen Formen zum Einsatz kommen. So besteht eine Indikation sowohl bei Tachyarrhythmie als auch bei ventrikulärer Tachykardie. Eine Einnahme ist auch zur Therapie eines Vorhofflimmerns denkbar.

Propafenon wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben, da es mehr als nur einen Hersteller gibt. Zu den gängigsten Präparaten zählen u. a. Cuxafenon® und Prorynorm®. Die Vergabe erfolgt ausschließlich als Filmtablette. Darüber hinaus unterliegt Propafenon der Apotheken- und Verschreibungspflicht. Es kann also nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden und ist ausschließlich in Apotheken erhältlich.

Als Antiarrhythmikum der Klasse Ic ist eine mehrmalige Einnahme von Propafenon notwendig, um eine gleichbleibende Wirksamkeit zu erzielen. Im Allgemeinen wird empfohlen, Propafenon zwei bis drei mal täglich (je nach Dosierung) oral einzunehmen. Diese Dosierungsempfehlung ist typisch für die Klasse Ic.

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Risiken & Nebenwirkungen

Propafenon darf nicht eingenommen werden, wenn eine Kontraindikation vorliegt. Mit diesem Fachbegriff wird ein Umstand bezeichnet, bei dem aus medizinischer Sicht die Einnahme wegen der Existenz einer Gegenanzeige zwingend unterbleiben sollte. Das ist der Fall, wenn eine Überempfindlichkeit oder Allergie bekannt ist, eine Störung des AV- oder Sinus-Knotens existiert, eine Herzinsuffizienz vorliegt oder eine Hypotonie besteht.

Darüber hinaus ist eine Kontraindikation auch während der Schwangerschaft und Stillzeit gegeben. Schwere Asthmatiker dürfen Propafenon ebenfalls nicht einnehmen. Das gilt auch für Menschen, die an schweren Schädigungen der Leber leiden, da diese vorrangig für den Abbau des Wirkstoffes verantwortlich ist. Propafenon ist außerdem bei Störungen des Kaliumhaushalts sowie in den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt kontraindiziert.

Ferner kann es auch bei ordnungsgemäßer Einnahme von Propafenon zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Das ist allerdings nicht zwingend der Fall. Die Mehrheit der Einnahmen bleibt frei von Nebenwirkungen. Auch treten niemals sämtliche der in Betracht kommenden Symptome auf einmal auf.

In Studien konnten insbesondere Schmerzen im Brustbereich, Mundtrockenheit sowie Störungen des Magen-Darm-Traktes (Verstopfung, Übelkeit oder Erbrechen) mit der Einnahme von Propafenon in Verbindung gebracht werden.

Zu den weiteren typischen Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen und Schwindelgefühle sowie Veränderungen der bereits bestehenden Herzrhythmusstörungen.

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