Pronation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Januar 2017
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Als Pronation wird das Einwärtsdrehen von Unterarm und Fuß bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Gegenbewegung zur Supination.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Pronation?

Mit dem Begriff Pronation werden in Medizin und Anatomie bestimmte Bewegungen von Gliedmaßen wie Unterarm und Fuß beschrieben. Die Bezeichnung entstammt dem Lateinischen. In der deutschen Übersetzung bedeutet Pronation „vorwärts drehen“ oder „sich vorbeugen“. Einen gegensätzlichen Bewegungsablauf zur Pronation bildet die Supination.

Es wird zwischen der Pronation von Hand oder Unterarm sowie der Pronation des Fußes unterschieden.

Funktion & Aufgabe

Wichtig für die Pronation des Unterarms sind die Knochen Ulna (Elle) und Radius (Speiche). Erfolgt eine Pronationsbewegung des Unterarms, wird der Arm in die innere Richtung gedreht. Ist der Arm ausgestreckt und zeigt die Handfläche nach oben, erfolgt eine Drehung, durch die die Handfläche nach unten weist, während sich der Daumen in Körperrichtung bewegt. Im Verlauf dieser Bewegung kommt es zur Drehung von Hand und Unterarm.

Ermöglicht wird die Pronation des Unterarms durch die jeweiligen Unterarmmuskeln. Deren Ansatz bzw. Ursprung ist an Speiche und Elle zu finden. Bei den betreffenden Muskeln handelt es sich um den Musculus brachioradialis (Oberarmspeichenmuskel), den Musculus pronator teres (runder Einwärtsdreher) sowie den Musculus pronator quadratus (quadratischer Einwärtsdreher). Darüber hinaus haben auch die Gelenke Articulatio radioulnaris distalis und Articulatio radioulnaris proximalis einen Anteil an dem Bewegungsablauf.

Eine wichtige Rolle spielt die Pronation auch am Fuß, wo sie am Sprunggelenk erfolgt. Dabei kommt es unmittelbar nach dem Auftreten des Fußes auf den Boden zu seinem Einwärtsdrehen. Bei diesem Ablauf bewegt sich die Fußaußenseite in die obere Richtung, während die mittlere Seite des Fußes nach unten weist. Keine Bewegung erfolgt an der Ferse. Dadurch knickt sich der Fuß in die Innenrichtung ab.

Als Pronation wird das Einwärtsdrehen von Unterarm oder Fuß bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Gegenbewegung zur Supination.

Zu den beteiligten Muskeln der Pronation des Fußes gehören der Musculus extensor digitorum longus (langer Zehenstrecker), der Musculus peroneus brevis (kurzer Wadenbeinmuskel) sowie der Musculus peroneus longus (langer Wadenbeinmuskel). Bei den beiden letztgenannten Muskeln handelt es sich um die Hauptmuskeln der Fußpronation.

Überlagert wird die Pronation des Fußes durch eine Dorsalextension (Bewegung in Richtung Fußrücken) sowie eine Abduktion (Abspreizen des Beins). Dies lässt sich auf die Position der Bewegungsachse des unteren Sprunggelenks zurückführen. Kommt es zu einer Überlagerung der drei Bewegungen Dorsalextension, Abduktion und Pronation, ist von einer Eversion die Rede.

Die Pronation sorgt für das Dämpfen der Fußbewegungen und stellt eine natürliche Bewegung in die innere Richtung dar. Eine wichtige Rolle spielt die Pronation im Laufsport. So werden von den Herstellern von Laufschuhen verschiedene Modelle angefertigt, die sich für Neutralfußläufer, Supinierer und Überpronierer eignen.

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Krankheiten & Beschwerden

Eine Pronation kann sich unter Umständen negativ auswirken. In solchen Fällen ist von einer Überpronation die Rede. Dabei kommt es während des Laufens zu einer Fehlbelastung des Fußes. Dreht sich der Fuß bei der Abrollbewegung nach innen, stellt dies kein Problem dar und gilt als normal. Fällt die Belastung der Innensohle jedoch intensiver aus als die Belastung der Außensohle, handelt es sich um eine Überpronation. Dies kann mitunter zu starken Beschwerden an den Sehnen und Knien führen, was besonders auf Laufsportler zutrifft.

Hervorgerufen wird eine Überpronation zumeist durch einen angeborenen Senk- oder Knickfuß. Dabei hebt sich der äußere Rand des Fußes etwas an, während sich der innere Fußrand ein wenig absenkt. Gründe für diese Fehlstellung sind eine Fußmuskelinsuffizienz und ein schwacher Bandapparat. Nicht selten neigen auch Laufsportler, bei denen X-Beine bestehen, zu einer Überpronation.

Da bei den meisten Frauen eine breitere Beckenstellung besteht, zeigt sich eine Überpronation bei ihnen durchschnittlich häufiger. Als weitere mögliche Ursachen kommen Plattfüße, Übergewicht und intensive Ermüdungserscheinungen in Betracht. Nicht selten leiden auch Laufsportler unter einer Überpronation, die gerade erst mit dem Laufen begonnnen haben und deren Stützapparat nur unzureichend trainiert wurde. Erkennen lässt sich eine Überpronation des Fußes an einer starken Abnutzung der Schuhe auf der Innenseite, was besonders für den Bereich der Großzehe gilt.

Eine weitere mögliche Fehlstellung, die jedoch deutlich seltener als die Überpronation auftritt, ist die Unterpronation. Experten bezeichnen sie auch als Supination. Dabei führt die Belastung nicht in die innere Richtung, sondern entgegengesetzt nach außen. So rollen sich die Supinierer beim Laufen eher nach außen ab. Zu sehen ist eine Unterpronation an höheren Abnutzungserscheinungen auf der Außenseite des Laufschuhs. Als mögliche Ursache für eine Unterpronation kommt ein Hohlfuß infrage. Durch diesen erfolgt eine vermehrte Belastung des Gewichts auf den Fußaußenrist. Infolgedessen besteht das vermehrte Risiko von Sehnen- und Knochenhautentzündungen.

Liegt eine Überpronation vor, gibt es Möglichkeiten, der Fehlstellung effektiv entgegenzuwirken. Dazu gehört das Einlegen von speziellen Pronationsstützen, die das Nach-innen-abrollen reduzieren. Die natürliche Pronation sollte jedoch nicht unter der Pronationsstütze leiden. Zahlreiche Produzenten von Laufschuhen bieten mittlerweile eine Vielzahl an geeigneten Modellen an. Liegt jedoch eine stark ausgeprägte Überpronation vor, wird das Tragen einer Einlage empfohlen, die ein Orthopäde individuell anfertigt.

Auch eine Behandlung der Ursachen einer Überpronation ist möglich. Zu diesem Zweck trainiert die betroffene Person gezielt ihre Fuß- und Wadenmuskulatur, um diese zu stärken. Außerdem sollte die Lauftechnik durch professionelles Trainieren verbessert werden.

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