Promazin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Mai 2017
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Bei Promazin handelt es sich um einen Wirkstoff, der bei Psychosen, Drogenentzug, Zuständen der Erregung oder auch zur Beruhigung vor Operationen zum Einsatz kommt. In Kombination mit anderen Wirkstoffen wird Promazin außerdem bei starken bis sehr starken Schmerzen, massivem Erbrechen sowie anhaltendem Juckreiz verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Promazin?

Promazin gehört zur Gruppe der Phenothiazine und ist ein Neuroleptikum zur Behandlung von psychotischen Erkrankungen. Seine Wirkung beruht auf dem Antagonismus (gegenseitige Wirkungsweise) an den Dopamin-Rezeptoren.

In Arzneimitteln kommt der Wirkstoff als weißes, kristallines Pulver (Promazinhydrochlorid) vor. Es ist leicht löslich in Wasser und besitzt eine Halbwertszeit von bis zu 35 Stunden. Medikamente mit dem Wirkstoff Promazin gibt es jedoch in Deutschland nicht mehr.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Promazin als Neuroleptikum ist beruhigend und entspannend. Sie beruft auf antipsychotischen, dämpfenden und antiemetischen Eigenschaften, welche durch den Antagonismus an Dopamin-, Histamin-, Serotonin- und Muskarin-Rezeptoren und an Adrenozeptoren begründet sind. Die Rezeptoren werden durch Promazin also geblockt.

Der Wirkstoff wirkt so entspannend, dass der Brechreiz gehemmt wird und der Stoff deshalb vor Operationen und Narkosen verwendet wird. Auch durch Narkosemittel bedingte Herzrhythmusstörungen kann der Wirkstoff verhindern. Wie die Wirkungen von Promazin genau entfaltet werden, ist jedoch noch unbekannt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Promazin kommt bei Psychosen, Zuständen des Deliriums, Zuständen der Erregung und Unruhe sowie bei Drogenentzug zum Einsatz. Angewendet wird es außerdem zur Beruhigung vor Operationen und Narkosen.

Aufgrund seiner entspannenden Wirkung auf die inneren Organe kommt es in Kombination mit anderen Wirkstoffen auch bei der Behandlung von starken bis sehr starken Schmerzen, andauerndem Juckreiz und starkem Erbrechen zur Anwendung. Im Handel ist es in Form von Dragées erhältlich und kann bis zu 4 mal pro Tag (alle 4 bis 6 Stunden) eingenommen werden.

Bei Patienten über 65 Jahren, bei schweren Depressionen, bei Asthma bronchiale und chronischen Atemstörungen, bei einem Leberschaden, bei schwerer Hypotonie und bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen sollten Medikamente mit dem Wirkstoff nur vorsichtig und in geringer Dosierung unter ärztlicher Kontrolle verabreicht werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei Vorliegen einer bekannten Überempfindlichkeit, im Falle von komatösen Zuständen aufgrund von Alkohol oder zentral dämpfenden Medikamenten, bei bestehender Knochenmarksdepression sowie bei einem Engwinkelglaukom sollte Promazin nicht angewendet werden.

Weiterhin darf der Wirkstoff nicht bei Säuglingen unter 3 Monaten sowie bei Störungen des blutbildenden Systems eingesetzt werden. Kinder ab 12 Jahren können – ebenso wie schwangere und stillende Frauen – Promazin nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.

Promazin kann verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen, die nicht bei jedem Menschen oder in unterschiedlicher Stärke auftreten. Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, Verstopfung, Wassereinlagerungen, allergische Reaktionen der Haut mit Juckreiz, Antriebslosigkeit, Magen-Darm-Probleme, Sehstörungen (auch Trübungen der Augenlinse und –hornhaut), Abfall des Blutdrucks, Bewegungsstörungen (z. B. Steifheit der Muskeln, Verlangsamung der Bewegungen), Störungen bei der Entleerung der Blase, eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Licht, Nervenfunktionsstörungen, Menstruationsstörungen, Depressionen, Zittern oder auch Herzrasen. Die Nebenwirkungen hängen meist auch von der Art des Medikaments (z. B. Tabletten, Spritze) und der Häufigkeit der Einnahme ab.

Weiterhin sind verschiedene Wechselwirkungen bekannt. So verstärkt Promazin die Wirkung von Medikamenten zur Dämpfung des Nervensystems, von Mitteln zur Senkung des Blutdrucks sowie die Nebenwirkungen von anderen Neuroleptika und Wirkstoffen wie Domperidon.

Zu einer Verminderung der Wirkung kommt es durch Promazin bei Mitteln, die zur Behandlung von Parkinson und Diabetes verwendet werden. Durch die Einnahme von Milch, Tee, Kaffee oder Obstsäften wird wiederum die Wirkung von Promazin vermindert. Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium kann es unter Umständen zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Durch Betäubungsmittel wird die Wirkung von Promazin vertärkt, die Gefahr von Bewusstlosigkeit und Koma ist dadurch erhöht. Wird gleichzeitig mit Promazin auch Suxamethonium eingenommen, kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. Krämpfe können die Folge einer gleichzeitigen Einnahme von Promazin und Medikamenten mit dem Wirkstoff Pentetrazol sein. Erfolgt durch den Arzt eine Verordnung von tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, erhöhen sich diese Substanzen gegenseitig.

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