Procain

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Das Procain ist aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelt, gilt es noch immer als wirksames Mittel zur akuten sowie langfristigen Behandlung von Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Procain?

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Procain um ein Lokalanästhetikum. Ein Mittel also, das vor kleineren operativen Eingriffen zur Betäubung der betroffenen Körperstelle eingesetzt wird. Insofern ist es in der Dentalmedizin etabliert, kann es gerade beim Ziehen eines Zahnes doch vor unangenehmen Schmerzen bewahren.

Darüber hinaus hat sich das Procain aufgrund seiner Eigenschaften aber auch als Therapie gegen chronische Leiden entwickelt. Es regt die Durchblutung an und sorgt für eine Entspannung der Entzündungsherde. Somit nimmt das Heilmittel auch in der alternativen und homöopathischen Behandlung einen hohen Stellenwert ein.

Grundsätzlich liegt das Procain in der Form eines weißen Pulvers vor, wird zur besseren Verabreichung regelmäßig aber mit flüssigen Trägerstoffen vermischt und kann somit nicht nur als Tablette, sondern ebenso gut als Injektion übermittelt werden.

Pharmakologische Wirkung

Die hauptsächliche Wirkung des Procains umfasst einen Eingriff auf die sogenannten Natriumkanäle im Organismus. Sie sind für jene Spannungen zuständig, die in der Folge eine Blockade des Blutflusses hervorrufen und zu Schmerzen einer bestimmten Körperpartie führen.

Auf diese Kanäle greift das Procain zu und hemmt deren Funktion für eine bestimmte Zeit. Es wird auf diese Weise ausgeschlossen, dass der in den Kanälen befindliche Natriumstrom durch den Körper verlaufen kann sowie seinerseits Reize auslöst und an das Gehirn transportiert. Darum können die Schmerzherde faktisch zwar entstehen, doch wird das Signal nicht weitergeleitet und kann von dem Betroffenen nicht als solches erkannt werden. Damit ist es möglich, einerseits für spontane Anwendungen einen betäubenden Effekt zu erzielen, andererseits aber auch chronische Entzündungen und Krankheiten in ihren Ausmaßen zu linden.

Das Procain wird je nach Einsatz in unterschiedlichen Säuergehalten und Protonenmengen erstellt und kann daher besonders gut in die betroffenen Zellmembranen eindringen. Kommt es hierbei zu einer fehlerhaften Anwendung, gestaltet sich die Wirkung des Lokalanästhetikums aber zu gering – es käme folglich zu einem gesteigerten Schmerzempfinden. Nicht die Menge des Procains entscheidet also über den Erfolg der Maßnahme, sondern dessen Zusammensetzung.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Procain ist in der Dentalmedizin etabliert, da es gerade beim Ziehen eines Zahnes vor unangenehmen Schmerzen bewahren kann.

Allgemein hat sich das Procain seit seiner erstmaligen Entwicklung im Jahre 1898 einen Ruf als kurzzeitiges Mittel der Betäubung erworben. Es wurde daher vermehrt bei zahnmedizinischen Eingriffen eingesetzt, bei denen der Patient nicht in die Narkose verfallen, sondern wach bleiben sollte.

Allerdings konnte das Anästhetikum den Fortschritt im Gesundheitswesen nicht überstehen und wird gegenwärtig zumeist durch wirksamere Betäubungspräparate verdrängt. Dennoch verfügt das Procain über Vorteile, die vielen alternativen Produkten nicht bekannt sind. Es ist in der Lage, für eine gesteigerte Durchblutung einer bestimmten Körperregion zu führen und auf diese Weise entspannend zu wirken.

Damit hat sich das Procain als alternative Behandlung gerade in der Homöopathie und weiteren Bereichen der sanften Medizin einen hohen Wert erworben. Hier wird es nicht allein zur akuten Linderung eingesetzt, sondern kann in geringen Dosen auch über einen längeren Zeitraum zur Behebung von Blockaden und somit einer Genesung zur Anwendung kommen.

Je nach Krankheitsbild sind dabei unterschiedliche Darreichungsformen denkbar, um den Wirkstoff tatsächlich jenen Körperbereichen zugänglich zu machen, die auf ihn angewiesen sind. Die Verdrängung aus der Schulmedizin eröffnet dem Procain somit eine weitere Anwendungsweise.

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Risiken & Nebenwirkungen

Für das Procain sind diverse Nebenwirkungen bekannt. Hierzu zählen bei der Verabreichung des Mittels über eine Injektion etwa geringe Schwellungen der behandelten Hautregion bis hin zu Rötungen, einem Juckreiz und der Nesselsucht.

Bei der Anwendung im Mundbereich sind auch Blasenbildungen der Schleimhäute nicht ausgeschlossen. Wird das Procain als Tablette eingenommen, so führt es in einigen Situationen zu Übelkeit sowie einer erhöhten Aktivität des Magen-Darm-Bereiches. Durchfall und Erbrechen sowie eine innere Unruhe zählen dann zu den häufigsten Leiden.

Gleiches gilt für die Einnahme als flüssige Lösung, wobei das Mittel nun auch eine hohe Nervosität und weitere Erregungszustände auslösen kann. Allerdings sind diese Nebenwirkungen stets von der körperlichen Konstitution des Patienten ebenso wie von der Darreichungsform des Procains abhängig.

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