Podologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Podologie entspricht der medizinischen Fußpflege und somit einer heilberuflichen Kategorie, die sich mit der kurativen und präventiven Behandlung der Füße beschäftigt, indem Einzelanwendungen wie Fußbäder, Salbungen und Maßnahmen zur Nagel- sowie Schwielenpflege zum Einsatz kommen.

Podologen arbeiten eng mit Ärzten, Schuhmachern und Physiotherapeuten zusammen, wobei ein Arzt seine Patienten im Rahmen von Erscheinungen wie dem diabetischen Fuß in der Regel an zertifizierte Podologen verweist, sodass die Behandlungskosten für die kurative Fußpflege häufig von der Krankenkasse übernommen werden. Seit 2012 lässt sich die Podologie in einem dreijährigen Studiengang erlernen, wobei die Berufsbezeichnung des Podologen gesetzlich geschützt ist und der Missbrauch mit einer Geldstrafe von bis zu 2500 Euro sanktioniert wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Podologie?

Unter dem Begriff der Podologie werden kurative und präventive Maßnahmen der professionellen Fußpflege zusammengefasst, die von nicht-ärztlicher Stelle durchgeführt werden. Die Podologie wird dermatologischen, chirurgischen, orthopädischen und diabetologischen Anforderungen im Hinblick auf den Fuß gerecht, wobei der Begriff des Podologen innerhalb Deutschlands einer geschützten Heilberufsbezeichnung entspricht.

Somit dürfen sich nur Personen als Podologen ausweisen, die von offizieller Stelle dazu berechtigt wurden. Die Podologie arbeitet eng mit Ärzten, Schuhmachern, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten zusammen, wobei die meisten Podologen eine Kassenzulassung inne halten. Podologen sind in Krankenhäusern oder eigenen Podologiepraxen tätig. Seit 2012 gibt es zur Podologie einen eigenen Studiengang, der in der Regelstudienzeit drei Jahre dauert.

Funktion, Wirkung & Ziele

Podologische Maßnahmen sind äußerst vielseitig. Für annähernd jedes Beschwerdebild in Zusammenhang mit dem Fuß stehen auf diesem Gebiet spezielle Anwendungen zur Verfügung. Das diabetische Fußsyndrom ist bislang allerdings die einzige Erkrankung, für die Patienten vom Arzt eine Heilmittelverordnung zur podologischen Behandlung erhalten können, die sich bei der Krankenkasse einreichen lässt. Aktuell ist das diabetische Fußsyndrom als Folgeerkrankung von Diabetes mellitus für rund zwei Drittel aller durchgeführten Amputationen in Deutschland verantwortlich.

Durch Durchblutungsstörungen treten im Rahmen der diabetischen Erkrankung Wunden am Unterschenkel und insbesondere am Fuß auf, aber auch Nervenschädigungen kommen vor. Zum Teil bildet sich im Rahmen des Syndroms auch ein sogenannter Charcot-Fuß, das heißt es kommt zu einer Zerstörung von den Gelenken und Knochen des Fußes. Wer aufgrund des diabetischen Fußsyndroms zu einem Podologen geschickt wird, erhält dort kurative Behandlungen, die von der Krankenkasse voll getragen werden. Diese Behandlungen konzentrieren sich in erster Linie auf die Wundversorgung und Pflege. Zu dieser Pflege gehört neben einem lauwarmen Fußbad die gewissenhafte Hautpflege des betroffenen Fußes, wobei insbesondere harnstoffhaltige Cremes Einsatz finden, die auf lange Sicht Rissen vorbeugen sollen.

Die Podologie entspricht der medizinischen Fußpflege und somit einer heilberuflichen Kategorie, die sich mit der kurativen und präventiven Behandlung der Füße beschäftigt.

Nach dem professionellen Fußbad werden die Zehenzwischenräume vom Podologen sorgfältig trocken gerieben, um Fußpilz keine Chance zu lassen. Danach inspiziert der Podologe den Fuß genaustens auf Verletzungen und andere krankhafte Erscheinungen, um sich ein Gesamtbild zu machen. Er entdeckt dabei etwaige Entzündungen und Geschwüre sowie offene Wunden, Druckstellen und Blasen oder Nagelprobleme. Anschließend kümmert sich der Podologe um die so entdeckten Erscheinungen.

Er übernimmt dabei zum Beispiel die Nagel- und Schwielenpflege des betroffenen Fußes. In der Regel verwendet er dazu keine scharfen Gegenstände, da das den sensiblen Fuß noch mehr schädigen würde. Stattdessen greift er auf Nagelfeilen und Bimssteine zurück und arbeitet zusätzlich mit hautpflegenden Salben, die auf die Fußsohlen und den Fußrücken, nicht aber in die Zwischenräume der Zehen gegeben werden. Unter Umständen gibt der Podologe dem Patienten zusätzlich zur Behandlung hilfreiche Tipps für die tägliche Fußpflege zuhause.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine podologische Fußbehandlung ist für den Patienten weder mit Risiken, noch Nebenwirkungen verbunden, solange sie von kompetenter Stelle durchgeführt wird. Speziell das eröffnende Fußbad ist auf Entspannung ausgerichtet, sodass die meisten Patienten ihren Besuch beim Podologen weitestgehend als angenehm empfinden. Podologische Behandlungen sind allerdings relativ zeitaufwändig und nehmen mit individueller Beratung, Inspektion und Pflege des Fußes rund 40 Minuten in Anspruch.

Wenn der Arzt auf eine bestimmte Beschwerde bezogen podologische Komplexbehandlungen anordnet, dann kann der Aufenthalt beim Podologen sogar bis zu einer Stunde dauern. Ärztlich verschriebene Komplexbehandlungen beim professionellen Podologen sind in der Regel keine einmaligen Veranstaltungen, sondern finden in regelmäßigen Abständen statt. Meist werden rund drei Einzelsitzungen pro Monat angeordnet. Der behandelnde Podologe nimmt dabei regelmäßig Rücksprache mit dem verweisenden Arzt, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und dem Arzt im Gegenzug von seinen Funden und Behandlungsmaßnahmen zu berichten.

Bei solcherlei ärztlich verordneten Podologenbesuchen werden die Behandlungskosten von der Krankenkasse getragen. Das gilt aber nur dann, wenn es sich um eine zertifizierte Podologiepraxis handelt oder die Behandlung direkt im Krankenhaus stattfindet. Wer dagegen ohne ärztlichen Überweisungsschein und lediglich zur Prävention einen Podologen aufsucht, erhält diesen Besuch in der Regel nicht von der Krankenkasse erstattet, sondern muss den Gesamtbetrag eigenständig aufbringen.

Obwohl podologische Behandlungen im Zuge eines Krankenhausaufenthalts erfolgen können, ist eine solche Behandlung aus sich heraus ambulant. Das heißt, wer sich ohnehin im Krankenhaus befindet, erhält stationär unter Umständen eine podologische Behandlung. Nur für eine podologische Behandlung wird allerdings niemand stationär aufgenommen.

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