Plattfuß

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Der Plattfuß oder Senkfuß ist, neben dem Spreizfuß, eine der häufigsten Fußfehlstellungen. Vor allem das Längsgewölbe des Fußes ist hierbei stark abgeflacht, sodass der Fuß insgesamt fast vollständig beim Gehen auf dem Boden aufliegt. Meist ist der Plattfuß angeboren, kann aber auch durch orthopädisches Fehlverfahlten im Laufe des Lebens auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Definition Plattfuß

Viele Kinder kommen bereits mit einem Plattfuß zur Welt. Da der Plattfuß, oder fachlich exakt Senkfuß, vorwiegend im Kindesalter auftritt, können ein Kinderarzt oder ein orthopädischer Facharzt die Veranlagung dazu bereits frühzeitig erkennen. Andere Betroffenen, die unter dieser Fehlstellung einzelner Fußknochen leiden, haben sich diese Abnormalität im Laufe des Lebens zugezogen.

Der Fuß liegt platt auf dem Unterboden auf, wenn die Betroffenen stehen. Das Fußgewölbe, welches im Normalfall eine Hohlform aufweist, ist beim Plattfuß nicht oder kaum vorhanden, so dass der Fuß durchgedrückt werden kann und die normale statische Auswölbung vom Ballen des Vorderfußes zur Ferse hin fehlt. Die Beschwerdebilder die sich beim Plattfuß zeigen, sind ein einhergehender Senkfuß, eine Veränderung des Randes des Fußes in Form einer Schiefstellung und schmerzhafte Erscheinungen, die sich an den Füßen selbst, in den Waden und den weiteren Bewegungselementen bis in den Rückenbereich hinein zeigen.

Ursachen

Ein sogenannter angeborener Plattfuß tritt meist in Verbindung mit anderen Fehlbildungen der knochigen Bereiche auf und kann genetische Ursachen besitzen. Der erworbene Plattfuß hat viele Ursachen, zu denen ein zu hohes Körpergewicht sowie ein ungünstiges Schuhwerk gehören. Außerdem bestehen Abnormalitäten beim Plattfuß nicht nur in den Knochenveränderungen selbst, sondern auch in einer unzureichenden Stabilität und Leistungsfähigkeit des sogenannten Halteapparates.

Dies betrifft insbesondere ungenügend stark ausgeprägte und beeinträchtigte Sehnen, Muskeln und Bädern, welche ein normales Fußgewölbe nicht aufrecht erhalten können. Daneben stellen eine überwiegend sitzende Haltung, langes Stehen, wenig Bewegung und ein extrem reduziertes Laufen von Kindern ohne Schuh, beispielsweise in Sand dazu bei, dass ein Plattfuß durch eine Minderbeanspruchung der Halteeinheiten entstehen kann.

Darüber hinaus kommen als Ursachen für einen Plattfuß Erkrankungen wie Rachitis, Poliomyelitis und Krankheiten aus dem neurologischen und rheumatischen Bereich in Frage.

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie, Aufbau des Fußes sowie des Fußabdrucks bei einem Plattfuß. Klicken, um zu vergrößern.
Wenn das Längsgewölbe des Fußes abgeflacht ist, wird dies als Senkfuß bezeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Ein Plattfuß entwickelt sich im Falle eines erworbenen Plattfußes aus einzelnen Halteelementen, welche eigentlich für die Stützung, Stabilisierung und Aufrechterhaltung des anatomisch normalen Fußgewölbes zuständig und nur unzureichend entwickelt sind.

Dies führt dazu, dass die Spannung in diesen Segmenten nachlässt und sich das Fußgewölbe im Laufe der Zeit absenkt, wenn diese Partien nicht gekräftigt und beansprucht werden.

Als Folge dessen entsteht eine unzureichende abfedernde Wirkung, sodass alle nachfolgenden und umliegenden Knochen und Gelenke einer stetigen Stauchung unterliegen und sich dies in Schmerzen oder Veränderungen des Fußes darstellt. Diese Erscheinungsform wird als Knick-Senkfuß bezeichnet und kann behandelt werden.

Komplikationen

Ein Plattfuß kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zunächst geht die Fußfehlstellung mit einer raschen Ermüdung der Füße einher. Häufig kommt es zu Schmerzen und Verschleißerscheinungen an den Knochen und Gelenken. Bleibt die Valgusdeformation unbehandelt, kann es zu dauerhaften Gelenkschäden und Deformationen kommen.

Damit einhergehend treten Schmerzen und Fehlstellungen auf, die ihrerseits mit Komplikationen verbunden sind. Betroffen sind auch die Knie, die Hüfte und die Wirbelsäule, die aufgrund der Fehlstellung der Füße zunehmend überbeansprucht werden. Dies kann Haltungsschäden, eine Überdehnung der Bänder und Sehnen sowie arthritische Veränderungen in den Fußwurzelknochen begünstigen.

Generell steigt mit einem Plattfuß das Risiko für Arthrose. Mögliche Folgeerscheinungen sind Kopfschmerzen und chronische Beschwerden. Langfristig kann ein sogenannter Marschierfuß entstehen oder es entwickeln sich weitere Deformationen wie ein Knick-Senkfuß oder ein Spreizfuß. Bei der Behandlung eines Plattfußes können ebenfalls Komplikationen auftreten.

Ein operativer Eingriff birgt die typischen Risiken und kann Blutungen und Narben hervorrufen. In seltenen Fällen können weitere Fehlstellungen auftreten. Die verordneten Schmerzmittel können Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen. Therapeutische Maßnahmen wie beispielsweise Einlagen können die Schweißbildung begünstigen und bei unsachgemäßer Anwendung weitere Beschwerden auslösen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Plattfuß oder Senkfußes ist immer möglich und besteht im Idealfall sowohl aus einer passiven als auch einer aktiven Behandlung. Die aktive Therapie basiert auf regelmäßiger gesunder Beanspruchung der Fußmuskulatur und auf gezielt ausgeführten krankengymnastischen Übungen. Diese tragen zur Stärkung des Halteapparates bei und können sowohl eine Schmerzfreiheit unterstützen als auch eine teilweise Rückbildung des Plattfußes und der einhergehenden Deformitäten gewährleisten.

Bei der passiven Behandlung eines Plattfußes nutzt der Orthopäde die Möglichkeiten, die durch geeignetes Schuhwerk umsetzbar sind, um eine künstliche Stabilisierung des Fußgewölbes zu realisieren. Diese Therapie beinhaltet meist das Tragen orthopädischer Einlagen. Einige Betroffene, die als Folge überstandener Erkrankungen unter einem massiven Plattfuß mit Schmerzen bis in den Rücken hinein klagen, werden durch eine operative Methodik therapiert. Diese wird in der Regel erst ab dem achten Lebensjahr in Erwägung gezogen und zeigt gute Resultate.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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