Plattenosteosynthese

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Plattenosteosynthese stellt ein Verfahren der Osteosynthese dar. Dabei wird die Fraktur eines Knochens mithilfe von Platten versorgt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Plattenosteosynthese?

Von einer Plattenosteosynthese ist die Rede, wenn die chirurgische Behandlung eines Knochenbruchs mit Metallplatten erfolgt. Dabei dienen die Platten zur Stabilisierung der Fraktur.

Eine Plattenosteosynthese ist an sämtlichen Knochenbereichen möglich und eignet sich für alle Frakturarten. In den meisten Fällen kommen die Metallplatten bei Brüchen, von denen das Gelenk unmittelbar betroffen ist, oder bei Frakturen in Gelenknähe zur Anwendung. In der Medizin wird zwischen formschlüssigen und kraftschlüssigen Plattenosteosynthesen unterschieden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Anwendung gelangt eine Plattenosteosynthese zur Versorgung von Knochenfrakturen. Häufigste Indikationen bilden Brüche, an denen das Gelenk beteiligt ist, offene Frakturen, Knochenbrüche bei Patienten mit einer Polytraumatisierung sowie Mehrfragmentfrakturen, die komplett instabil sind.

Weitere Anwendungsgebiete dieser Osteosyntheseform sind Knochenbrüche an den unteren Gliedmaßen, Frakturen, bei denen eine Verletzung von Nerven oder Blutgefäßen besteht, und vollständige Brüche des Unterarms. Welche osteosynthetische Versorgung letztlich erfolgt, richtet sich nach der Position und dem Verlauf der Knochenfraktur. Die Plattenosteosynthese eignet sich besonders gut zur Behandlung von proximalen Oberarmfrakturen, einer Oberarmschaftfraktur oder einer proximalen Schienbeinfraktur.

Die Durchführung einer Plattenosteosynthese kann mit unterschiedlichen Plattenformen durchgeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Winkelplatte, die bei Brüchen des distalen oder proximalen Oberschenkelknochens (Femur) zum Einsatz gelangt. Eine andere Form bilden die Abstützplatten. Diese ähneln einem L oder T und dienen zur Versorgung von Knochenbrüchen, die im Metaphysen- oder Epiphysenbereich vorkommen. Dabei erfolgt zudem eine Rekonstruktion mit Zugschrauben.

Von einer Plattenosteosynthese ist die Rede, wenn die chirurgische Behandlung eines Knochenbruchs mit Metallplatten erfolgt. Dabei dienen die Platten zur Stabilisierung der Fraktur.

Eine andere Form bildet die Kompressionsplatte. Auf sie wird zur Behandlung von Schrägfrakturen, die quer verlaufen und kurz sind, zurückgegriffen. Zusätzlich eignet sich die Kompressionsplatte für eine Schraubenosteosynthese. Durch das Ausnutzen der Schraubenlochanordnung oder mithilfe eines Plattenspanners, lässt sich eine Kompression in der Region des Bruchspaltes erzielen. Eine Humerus-Fixplatte wird eingesetzt, wenn eine proximale Oberarmknochenfraktur vorliegt.

Die Verklemmung und Fassung des Knochenbruchstücks innerhalb der Fixateurplatte erfolgt mithilfe von speziellen Oberarmkopfschrauben. Des Weiteren verwendet der Operateur gewöhnliche Kortikalisschrauben, um das Schaftfragment zu verankern. Zu den Plattenosteosyntheseformen gehört außerdem die Neutralisationsplatte. Sie verfügt über die Eigenschaft, Biegekräfte und Torsionskräfe zu neutralisieren. Durch die Anwendung von Zugschrauben kann eine Kompression erreicht werden.

Als Less Invasive Stabilization System oder LISS wird ein Plattenosteosyntheseverfahren bezeichnet, das zur Behandlung von suprakondylären Brüchen, intraartikulären Brüchen und distalen Femurschaftfrakturen dient. Es setzt sich aus einem plattenartigen Implantat sowie Verriegelungsschrauben zusammen. Gemeinsam erzielen sie den Effekt eines Fixateurs externe.

Vor der Durchführung einer Plattenosteosynthese wird dem Patienten normalerweise eine Allgemeinanästhesie verabreicht. Zu Beginn des Eingriffs bringt der Chirurg die Knochenfragmente zunächst in ihre normale Lage zurück, was auch als Reposition bezeichnet wird. Anschließend versorgt er den Bruch mit einer der unterschiedlichen Plattenosteosyntheseformen, was von der Art der jeweiligen Knochenfraktur abhängt. Erfolgt eine Anwendung an einer unteren Gliedmaße, muss zunächst eine Teilbelastung und im weiteren Verlauf eine Vollbelastung durchgeführt werden, weil bei Plattenosteosynthesen keine Belastungsstabilität besteht.

In den meisten Fällen nimmt die Plattenosteosynthese einen erfolgreichen Verlauf, sodass der Knochenbruch abheilt. Die Entfernung des eingesetzten metallischen Materials findet frühestens nach 12 Monaten statt. Als beste Zeitspanne für das Entfernen der Platte gelten 12 bis 18 Monate. Aufgrund des Refrakturrisikos darf die Entfernung keinesfalls früher vorgenommen werden. Mit dem Entfernen des Materials ist auf der anderen Seite nicht viel länger als 18 Monate zu warten, weil das Metall dann mitunter schon soweit eingewachsen ist, dass dabei ein Abbruch der Schrauben droht.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Das Verfahren der Plattenosteosynthese weist sowohl Vorteile als auch Nachteile auf. Zu den Pluspunkten der Operationsmethode gehören eine hohe Stabilität sowie die Option einer frühen Mobilisierung. Außerdem lässt sich mit der Plattenosteosynthese möglichen Fehlstellungen entgegenwirken. Darüber hinaus können auch komplizierte Frakturen auf diese Weise behandelt werden.

Allerdings gibt es auch einige Minuspunkte. So sind die Bewegungen nach dem operativen Eingriff aufgrund von Verklebungen und Vernarbungen oft eingeschränkt. Außerdem ist es nötig, die Metallplatten durch eine zweite Operation später wieder zu entfernen.

Obwohl die Plattenosteosynthese zu den medizinischen Routineeingriffen gehört, weist sie die Gefahr einiger Risiken und Nebenwirkungen auf. So kann sich zum Beispiel die Platte im Knochen lockern. Des Weiteren sind Durchblutungsstörungen und Knocheninfektionen im Bereich des Möglichen. Selten kommt es zudem zu Verklebungen der Sehnen, Verkrümmungen von Muskeln, Nerven und Knorpeln sowie zum Versteifen der Gelenke.

Eine weitere mögliche Komplikation stellt das Ausbleiben oder unzureichende Abheilen des Knochenbruchs dar, was Mediziner als Pseudarthrose bezeichnen. Außerdem kann eine Knochennekrose eintreten, bei der einzelne Teile des Knochens absterben.

Zu den allgemeinen Risiken der Osteosynthese zählen außerdem Verletzungen an den Nerven, das Auftreten von Blutgerinnseln, Blutungen, örtliche Wundinfektionen, allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe sowie das Entstehen von Narben. Des Weiteren sind Probleme durch die Narkose im Bereich des Möglichen. In den meisten Fällen kommt es aber nur sehr selten zu größeren Komplikationen.

Schon bald nach der operativen Plattenosteosynthese sollte der Patient sich wieder bewegen. So gilt ein übermäßiges Schonen des Knochens als kontraproduktiv und führt nicht selten zu Komplikationen wie einer Versteifung der Gelenke. Um wieder eine normale Belastungssituation zu erreichen, sollten regelmäßig krankengymnastische Übungen stattfinden.

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