Plasmodium ovale

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Plasmodien sind Malaria-Erreger im Speichel der Anopheles-Mücke, bei deren Biss sie auf den menschlichen Wirt übertragen werden und sich in ihm parasitär vermehren. Plasmodium ovale ist einer von insgesamt vier Malaria-Erregern. Wie auch Plasmodium vivax erregt der Parasit Malaria Tertiana mit leichter Verlaufsform.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Plasmodium ovale?

Plasmodien sind einzellige Parasiten, die zu den Sporozoen zählen. Seit der neuen Systematik gehören sie dem Stamm Apicomplexa an. Alle Plasmodien leben im Speichel der weiblichen Anopheles-Mücken. Klinisch relevant sind sie alle als Erreger der Malaria.

Malaria-Erreger wie Plasmodium ovale besiedeln in ihren Wirten die roten Blutkörperchen und ernähren sich von Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff wird von Plasmodien wie Plasmodium ovale zu Hämozoin umgebaut. In den besiedelten Erythrozyten tritt diese Verwandlung als bräunlich schwarzes Pigment in Erscheinung.

Die roten Blutkörperchen zerfallen durch die Besiedelung und setzen dabei giftige Abbauprodukte frei, die Wirkung auf das zentrale Nervensystem der Patienten zeigen.

Beim Plasmodium ovale handelt es sich um einen von vier einzelligen Erregern der Malaria Tertiana. In westlichen Gefilden ist die Verbreitung gering. Im tropischen Raum kommt der Erreger häufiger vor. Malaria tertiana ist eine gutartige Form der Erkrankung. Der Erreger Plasmodium ovale wird seltener mit Fällen der Infektion assoziiert als der ihm verwandte Plasmodium vivax. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet des Erregers ist das westliche Afrika im Süden der Sahara. Auch in Thailand oder Indonesien ist der Erreger anzutreffen. Die übertragungsrelevanten Anopheles-Arten sind die Arten gambiae und funestus.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Sämtliche Plasmodien wechseln im Laufe ihres Daseins von geschlechtlicher zu ungeschlechtlicher Vermehrung und wieder zurück. Sie machen damit Generationswechsel durch, die von einem gleichzeitigen Wirtswechsel begleitet werden. Die Erreger wandern aus den Speicheldrüsen der übertragenden Mücke in den Menschen und werden aus dem menschlichen Blut schließlich wieder von einer Mücke aufgenommen. Der Kreis schließt sich.

Im Menschen leben die Erreger zunächst in einer Phase der Schizogonie. Sie gelangen als Sporozoiten in den Organismus des Menschen und erreichen das Gewebe der Leber. Dort besiedeln sie die Hepatozyten, wo sie zu Schizonten transformieren. Die Schizonten zerfallen in Merozoiten, die aus der Leber ins Blut vordringen.

In den Blutbahnen angekommen, befällt Plasmodium ovale in seinen Überdauerungsformen die roten Blutkörperchen. Innerhalb der Zellen entwickeln sich die Erreger zu sogenannten Blutschizonten, aus denen wieder Merozoiten entstehen. Ein gewisser Anteil von ihnen verwandelt sich nicht in Schizonten, sondern macht eine Differenzierung zu Mikrogametozyten oder Makrogametozyten durch. Gamonten werden zurück auf die nächste Mücke übertragen, die den befallenen Wirt beißt.

Im Darmtrakt der Mücken reifen die Gamonten aus. In einem Akt geschlechtlicher Vermehrung kommt es zur Verschmelzung. So entsteht eine Zygote, die die Darmwand der befallenen Mücke infiltriert. In einer Folge bildet sich eine Oozyste. Ab diesem Zeitpunkt findet ungeschlechtliche Teilung statt. Bis zu 10.000 Sporozoiten werden auf diese Weise gebildet. Die einzelnen Sporozoiten werden freigesetzt, sobald die Oozysten platzen. Sie erreichen die Speicheldrüsen der befallenen Mücke und werden so auf den nächsten Menschen übertragen. Der Kreislauf setzt sich fort.

Wie für Plasmodien üblich, macht das Plasmodium ovale unterschiedliche Entwicklungsstadien durch. Leberschizonten sind von rundlicher oder ovaler Form und erreichen etwa 50 Mikrometer. Die einzelnen Merozoiten der Schizonten sind über einen Mikrometer groß. Einzelne Zellen werden vom Plasmodium ovale teils mehrfach infiziert. Sobald sich Trophozoiten bilden, schwellen die roten Blutkörperchen der Wirte an. Neben der Größenzunahme kommt es zur typischen Färbung, der Schüffnerschen Tüpfelung.

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Krankheiten & Beschwerden

Plasmodien der Spezies ovale sind obligat humanpathogene Erreger der Malaria tertiana. Nach dem Stechmückenbiss besteht eine Inkubationszeit, in der die Patienten keinerlei Beschwerden zeigen. Diese Zeit kann sich über 18 Tage erstrecken. Da die Betroffenen aufgrund von ärztlichen Empfehlungen oft eine Chemoprophylaxe vorgenommen haben, kann sich die Inkubationszeit sogar über Wochen oder Monate erstrecken.

Nach der Inkubationszeit entwickeln die Betroffenen ein zyklisches Fieber. Die Fieberschübe sind durch fieberfreie Tage unterbrochen. Am Anfang jeder Fieberattacke steht die sogenannte Frostphase, die kaum eine Stunde anhält. In der Frostphase beginnt die Körpertemperatur rasant anzusteigen. Die darauffolgende Hitzephase dauert etwa vier Stunden und ist durch quälendes Hautbrennen, starke Übelkeit, Erbrechen und Abgeschlagenheit charakterisiert. Die Körpertemperatur der Betroffenen erreicht oft Höhen von 40 Grad Celsius.

Schweißausbrüche treten in der dritten Phase ein, die sich über drei Stunden erstreckt und von einer schrittweisen Normalisierung der Temperatur begleitet wird. Die Patienten erholen sich in dieser dritten Phase Schritt für Schritt, bis ein weiterer Fieberschub einsetzt.

Die Malaria tertiana des Plasmodium ovale führt nur in den seltensten Fällen zu akut lebensgefährlichen Zuständen. Vorbeugende Impfungen stehen für Formen der Malaria bislang nicht zur Verfügung. Zur Vorbeugung sind Reisepläne in Hochrisikogebiete für Malaria möglichst zu umgehen. Eine mögliche Vorbeugemaßnahme ist die Chemoprophylaxe.

Außerdem müssen Reisende in den entsprechenden Gebieten zumindest Malaria-Arzneimittel mitführen. Chinin ist als Arznei gegen Malaria bekannt und trägt zur Abtötung der Schizonten im Blut von infizierten Personen bei. Durch Chinin kann sich der Allgemeinzustand eines Malaria-Patienten entsprechend verbessern.

Gegen Malaria stehen außerdem synthetische Medikamente zur Verfügung. Malaria-Erreger wie Plasmodium ovale sind mittlerweile allerdings gegen viele synthetische Malaria-Arzneimittel immun. Aus diesem Grund wird heutzutage umso häufiger auf Chinin zurückgegriffen.

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