Plasmodium malariae

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Oktober 2016Geprüfte Qualität
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Plasmodium malariae ist ein Parasit aus der Gattung der Plasmodien. Der Einzeller ist der Erreger der Infektionskrankheit Malaria.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Plasmodium malariae?

Plasmodium malariae ist ein Einzeller, der den Parasiten zugeordnet wird. Das bedeutet, dass das Plasmodium auf Kosten des Wirts lebt. Neben Plasmodium falciparum, Plasmodium ovale und Plasmodium vivax ist Plasmodium malariae einer der Erreger der Malaria. Der Einzeller ruft die Malaria quartana hervor. Diese Form der Malaria ist vergleichsweise gutartig und nimmt nur selten einen tödlichen Ausgang.

Der Erreger der Malaria wurde erstmalig im Jahr 1880 von dem französischen Mediziner Alphonse Laveran beschrieben. Doch erst im Jahr 1954 wurde die gängige Namenskombination Plasmodium malariae durch die Internationale Kommission für Zoologische Nomenklatur eingeführt.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die Malaria bis in den Norden Europas und bis nach Nordamerika verbreitet. Heute ist die Infektionskrankheit eine tropentypische Erkrankung. Sie tritt vor allem in subtropischen und tropischen Gebieten auf. In allen Kontinenten, mit Ausnahme von Australien, ist die Malaria endemisch. Jedes Jahr erkranken rund 200 Millionen Menschen. 600.000 von ihnen versterben an der Erkrankung.

Die Hauptverbreitungsgebiete von Plasmodium malariae liegen in Afrika, Asien und Südamerika. In Deutschland ist der Erreger nicht verbreitet. Jedoch werden pro Jahr rund 500 bis 600 Malariafälle importiert. Der Anteil von Infektionen, die durch Plasmodium malariae hervorgerufen werden, liegt jedoch nur bei knapp 10 Prozent.

Von den meisten Experten wird der Mensch als einziger Reservoirwirt für den Erreger angesehen. Eventuell können aber auch infizierte Affen ein Reservoir darstellen.

Übertragen wird Plasmodium malariae von der Anophelesmücke. In der Mücke liegt der Erreger im Entwicklungsstadium der Sporozoiten vor. Diese haben einen Durchmesser von 12 Mikrometern und gelangen durch einen Stich der infizierten Mücke in die Blutbahn des Menschen. Von dort wandern sie zur Leber und dringen in die Leberzellen ein.

Dort können sich die Sporozoiten ungeschlechtlich vermehren. Die Inkubationszeit dieser Leberphase liegt bei rund zwei Wochen. Die sogenannten Leberschizonten produzieren viele Merozoiten. Diese werden freigesetzt und befallen die roten Blutkörperchen. In den Blutkörperchen vermehren sie sich erneut ungeschlechtlich. Am Ende des 72-stündigen Vermehrungszyklus steht die Freisetzung vieler neuer Parasiten, die in die Blutbahn geschwemmt werden und erneut rote Blutkörperchen befallen.

Nur ein Teil der Plasmodien entwickelt sich in den roten Blutkörperchen zu geschlechtlichen Formen. Diese Geschlechtsformen werden Mikrogametozyten oder Makrogametozyten genannt. Sie werden von Mücken bei einem Stich des infizierten Menschen aufgenommen und entwickeln sich im Darm des Insekts weiter. Es bilden sich neue Sporozoiten, die dann in die Speicheldrüse der Mücke wandern und von dort auf einen anderen Menschen übertragen werden können.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Infektionskrankheit Malaria, die durch den Erreger Plasmodium malariae ausgelöst wird, beginnt mit uncharakteristischen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. In diesem Stadium der Erkrankung wird häufig die Fehldiagnose grippaler Infekt gestellt.

Da in einem Abstand von 72 Stunden die Parasiten ins Blut freigesetzt werden, treten alle 72 Stunden Fieberanfälle auf. Typischerweise entwickelt sich in den späten Nachmittagsstunden ein Schüttelfrost. Im Verlauf steigt das Fieber sehr schnell auf Werte über 40 °Celsius an. Nach drei bis vier Stunden fällt die Temperatur plötzlich auf normale Werte ab. Während dieses Fieberabfalls schwitzen die Patienten sehr stark.

Es ist jedoch zu beachten, dass eine fehlende Fieberrhythmik kein Ausschlusskriterium für die Diagnose Malaria ist. Bei der Malaria quartana können die Nieren schwer geschädigt werden. Diese gefährliche Begleiterscheinung wird Malaria-Nephrose genannt. Medizinisch betrachtet handelt es sich um ein nephrotisches Syndrom. Dieses geht mit einem erniedrigten Serumeiweiß einher.

Die Serumeiweiße, auch Albumine genannt, regulieren im Blutkreislauf den Wasserhaushalt. Bei einem Mangel an Albuminen kann es zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) und zu Wasseransammlungen in der Bauchhöhle (Aszites) kommen. Um den Verlust der Serumeiweiße auszugleichen, steigt der Serumcholesterinspiegel an. Die Malarianephrose tritt als Komplikation vor allem bei Kindern im Alter zwischen zwei und zehn Jahren im tropischen Afrika auf.

Plasmodium malariae befällt im Gegensatz zu den anderen Plasmodien das Blut fortdauernd. Dieser fortdauernde Parasitenbefall ist allerdings so gering, dass er mit dem Mikroskop häufig nicht nachgewiesen werden kann. Durch die parasitäre Belastung des Blutes können auch nach langer krankheitsfreier Zeit Rezidive auftreten. So gibt es Malariarezidive, die mehr als 50 Jahre nach der ursprünglichen Infektion aufgetreten sind.

Der mangelnde mikroskopische Nachweis ist ein Risiko für die Transfusionsmedizin in den Endemiegebieten. Auch bei Spendern, die negativ auf Malaria getestet wurden, kann bei einer Übertragung von Frischblut die Malaria mit übertragen werden. Eine Kühlung der Blutkonserven tötet Plasmodium malariae hingegen ab. Die Rezidive können zudem in der Regel medikamentös unterbunden werden.

Die Malaria quartana muss stationär behandelt werden. Medikament der Wahl ist hier Chloroquin. Da Plasmodium malariae keine Hypnozoiten in der Leber ausbildet, kann bei der Malaria quartana im Gegensatz zu den anderen Malariaformen eine Anschlussbehandlung mit Primaquin entfallen.

Reisende, die Malaria-Endemiegebiete aufsuchen, sollten an eine Expositionsprophylaxe denken. Moskito-sichere Räume mit Klimaanlage und Fliegenglitter, das Schlafen unter Moskitonetzen und das Tragen von langärmliger Kleidung können das Infektionsrisiko senken. Auch die Anwendung von sogenannten Repellents hat sich als hilfreich erwiesen.

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