Piperacillin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Das Antibiotikum Piperacillin zählt zur Gruppe der Penicilline. Es dient zur Therapie von bakteriellen Infektionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Piperacillin?

Piperacillin ist ein Antibiotikum, das der Gruppe der Penicilline angehört. Genauer gesagt, handelt es sich bei ihm um Acylaminopenicillin. Darüber hinaus bildet Piperacillin ein Beta-Lactam-Antibiotikum, das über einen viergliedrigen Lactam-Ring in seiner Strukturformel verfügt. Von sämtlichen Penicillinen ist das Wirkungsspektrum bei Piperacillin am besten.

Penicilline wie Piperacillin stellen die ältesten antibiotischen Wirkstoffe dar, die in der Medizin Verwendung finden. 1928 entdeckte der schottische Bakteriologe Alexander Fleming (1881-1955) das Penicillin durch Zufall. Fleming arbeitete seinerzeit am Londoner St. Mary´s Hospital mit Staphylokokken-Bakterien auf einer Bakteriennährstoffplatte, die er zeitweise unbeaufsichtigt ließ. Bei seiner Rückkehr fand der Wissenschaftler auf der Agarplatte einen Schimmelpilz namens Penicillium notatum vor, der dort wuchs. Das Bakterienwachstum blieb dagegen in der Umgebung des Pilzes aus.

Der Wirkstoff wies bakterienabtötende Eigenschaften auf und erhielt von Alexander Fleming die Bezeichnung Penicillin. Besonders während des 2. Weltkrieges entfaltete das Penicillin seine positive Wirkung, sodass sich eine Vielzahl von Wundinfektionen erfolgreich behandeln ließ.

In der heutigen Zeit weisen allerdings viele Bakterienstämme eine Resistenz gegen Penicillin auf. Dennoch kommen Penicilline wie Piperacillin noch immer erfolgreich zur Anwendung. So wirkt Piperacillin bei sämtlichen Infektionen, die von empfindlichen Bakterien verursacht werden.

Pharmakologische Wirkung

Piperacillin ist mit der typischen Wirkungsweise von Penicillin ausgestattet. So hemmt das Antibiotikum den Aufbau der Zellwand der Bakterien, was zu deren Tod führt. Die Wirkung von Piperacillin übertrifft die Eigenschaften von Benzylpenicillin. So besteht ein bakterienabtötender (bakterizider) Effekt gegen Enterobakterien, Anaerobier und gramnegative Stäbchen. Allerdings liegt auch ein schlechterer Wirkungseffekt gegen grampositive Kokken als bei Benzylpenicillin vor. Dennoch ist die bakterizide Wirkung des Piperacillins ausreichend und lässt sich mit der Wirkung von Amoxicillin vergleichen.

Piperacillin kann durch Beta-Lactamasen, bei denen es sich um spezielle bakterielle Enzyme handelt, zerstört werden. Aus diesem Grund kombiniert die Medizin Piperacillin meist mit anderen bakterienabtötenden Antibiotika, die in der Lage sind, auch Bakterien mit Enzymen dieser Art abzutöten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Antibiotikum Piperacillin zählt zur Gruppe der Penicilline. Es dient zur Therapie von bakteriellen Infektionen.

Der Einsatz von Piperacillin eignet sich für zahlreiche bakterielle Infektionen, die sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen können. Dazu gehören u. a. Erkrankungen durch gramnegative Stäbchen wie eine Zystitis (Harnblasenentzündung), Urethritis (Harnröhrenentzündung) oder Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung). Ebenfalls wirksam ist Piperacillin bei Infektionen der Gallenwege, intraabdominellen Abszessen, einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), Lungenentzündungen von Patienten mit künstlicher Beatmung, gynäkologischen Infektionen wie einer Adnexitis oder einer Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis).

Weitere Anwendungsgebiete sind nosokomiale Infektionen, die durch die Bakterienart Pseudomonas aeruginosa verursacht werden, eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), schwere Sepsis (Blutvergiftung), Gelenk- und Knocheninfektionen wie eine Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) sowie Infektionen von Haut und Weichteilen nach Verbrennungen, Unfällen oder Operationen.

Die Anwendung von Piperacillin erfolgt ausschließlich durch Infusionen oder Injektionen. Eine orale Einnahme in Form einer Tablette ist nicht geeignet, da der Arzneistoff nicht über Säurefestigkeit verfügt. So käme es bei einer Einnahme von Tabletten zur Zerstörung des Antibiotikums. Die Halbwertszeit von Piperacillin liegt bei 60 Minuten. Prinzipiell ist die Anwendung von Piperacillin in jedem Lebensalter geeignet.

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Risiken & Nebenwirkungen

Das Verabreichen von Piperacillin kann bei manchen Patienten unerwünschte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Dies ist jedoch nicht bei jedem Menschen der Fall, da es große individuelle Unterschiede gibt. Zu den häufigsten Nebeneffekten zählen Entzündungen der Schleimhaut, allergische Reaktionen, Hautausschläge, Juckreiz, Rötungen auf der Haut, Kopfschmerzen sowie ein Anstieg der Blutharnstoffkonzentration.

Im Falle von hohen Dosierungen sind auch Blutungen auf der Schleimhaut denkbar. Mitunter zeigen sich Gelenkschmerzen, das Arzneimittelfieber, die Serumkrankheit, das Anschwellen des Schlundes, eine Nierenentzündung, eine allergische Gefäßentzündung, das Stevens-Johnson-Syndrom sowie ein Mangel an Hämoglobin.

Besonders in der Anfangsphase der Piperacillin-Behandlung zeigt sich gelegentlich schwerer Durchfall, der länger anhält. Dabei kann es sich um die lebensbedrohliche Darmerkrankung Pseudomembranöse Kolitis handeln.

Ein Ausbruch von Nesselfieber gilt als Hinweis auf eine Penicillinallergie. In diesem Fall muss die Behandlung mit dem Antibiotikum umgehend abgebrochen werden. Leidet der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen Penicillin oder Cephalosporin, ist auf eine Therapie mit Piperacillin zu verzichten. Auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit wird von der Gabe des Penicillins abgeraten, da keine genauen Erkenntnisse über die Unbedenklichkeit des Mittels in diesem Zeitraum vorliegen.

Zudem ist auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu achten. Dies gilt besonders für andere Penicilline oder Cephalosporine. Es verzögert sich bei gleichzeitiger Einnahme deren Abbau, was zu einer verlängerten Wirkung führt. Außerdem wird durch Piperacillin der Methotrexat-Spiegel im Blut erhöht. Eine Verstärkung der Piperacillinwirkung ist durch die Gabe von nicht-steroidalen Antirheumatika wie Salicylaten, Phenylbutazon, Sulfinpyrazon oder Indometacin möglich. Das Gleiche gilt für das Gichtmittel Probenecid.

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