Pinzettengriff

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Januar 2017
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Den Pinzettengriff stellt das Daumensattelgelenk her. Babys können am Anfang des Lebens nur einfach greifen, der Pinzettengriff stellt sich aber mit dem sechsten bis neunten Lebensmonat ein. Das Daumensattelgelenk stellt die Verbindung zwischen dem Daumen und dem Mittelhandknochen her und das große Vieleckbein wird mit einbezogen. So können sich Daumen und die übrigen Finger gegenüberstehen und gemeinsam sehr feines Greifen ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Pinzettengriff?

Der Pinzettengriff löst den Greifreflex ab, das Baby kann jetzt kleinere Gegenstände greifen. Es greift jetzt nicht mehr mit der gesamten Handfläche, sondern ist in der Lage den Pinzettengriff auszuüben. Jetzt bleibt kein Staubkorn mehr unbeachtet und vielleicht kann das Kleinkind schon den Babylöffel halten. Das Kind wird den Pinzettengriff schnell perfektionieren und nach allem greifen, was in der Nähe ist. Es wird sogar bestimmte Gegenstände extra fallen lassen, um sie dann wieder aufzuheben. Aber das ist ganz normal, es hilft bei der Entwicklung der Greif-Motorik.

Der Greifreflex sollte bis zum neunten Lebensmonat vollkommen verschwunden sein. Mit dem Pinzettengriff wird das Baby geschickter, es wird gar nicht lange dauern, bis es alleine essen kann. Der Pinzettengriff ist wichtig für die Entwicklung eines Kindes, denn damit kann es die Hand erst richtig bewegen und einsetzten.

Funktion & Aufgabe

Das Daumen-Gelenk wird mit mehreren Bändern gehalten und für jede Drehbewegung stehen zwei Muskeln zur Verfügung. Die Muskeln der Hand werden vom Nervus ulnaris und dem Nervus medianus versorgt.

Für alle Greifaktionen ist das Daumensattelgelenk zuständig, es wird auch beim Pinzettengriff stark beansprucht. Gerade Frauen nach der Menopause müssen mit Veränderungen an diesem Gelenk rechnen, es handelt sich meist um Arthrose, die in diesem Bereich Rhizarthrose genannt wird. Es handelt sich beim Daumensattelgelenk nicht um ein Kugelgelenk, sondern um ein typisches Sattelgelenk. Hierdurch wird das Beugen und Strecken der Hand erst möglich, das Abspreizen und Anwinkeln optimiert und letztlich alle Greifbewegungen überhaupt erst möglich gemacht.

Im Vergleich zu den Fingergelenken ist das Daumensattelgelenk recht elastisch, es wird aber von Bändern gehalten und ist sehr stabil. Somit ist eine sichere Bewegung in alle Richtungen möglich. Der Daumen kann also feinmotorische Bewegungen ausführen, wozu auch der Pinzettengriff gehört, er kann aber auch fest zupacken.

Der Pinzettengriff löst den Greifreflex ab, Babys können dann kleinere Gegenstände greifen. Abbildung zeigt Pinzettengriff in einer Ergotherapiesitzung.

Das Daumensattelgelenk ist für viele Bewegungen zuständig, es kann feinmotorische Bewegungen ausführen, aber viel Kraft für Greifbewegungen entwickeln. Die Opposition des Daumens hat dadurch eine besondere Belastung. Der Daumen hat zwei Rotationsebenen, er ist dadurch in der Lage den Pinzettengriff auszuführen.

Übrigens, jeder der restlichen vier Finger kann eine „Pinzette“ herstellen. Die Spitze des Daumens wird dabei auf das Fingerende jedes beliebigen Fingers gelegt. Die Finger der gleichen Hand werden mehr oder weniger stark zusammengepresst. Der Pinzettengriff kann also sehr sensibel und vorsichtig ausgeübt werden, er kann aber auch kräftig zupacken.

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Krankheiten & Beschwerden

Bei fast allen Bewegungen wird das Daumensattelgelenk stark beansprucht. Besonders beim Pinzettengriff mit dem Ringfinger und dem kleinen Finger. Hierbei werden die Gelenkflächen gegeneinander verschoben und wesentlich kleinere Flächen den Beanspruchungen ausgesetzt. So kann der [[Gelenkknorpel] vorzeitig abgenutzt werden, was wiederum zu einer Arthrose führt. Diese äußerst sich in Bewegungsschmerzen, die später auch in Ruhephasen zu verzeichnen sind.

Oft bilden sich Fortsätze der Knochen, die bereits von außen zu ertasten sind und als Deformation leicht erkannt werden. Es gibt ein spezielles Röntgen-Verfahren, das die knöchernen Veränderungen sichtbar machen.

Wer extrem viel am Smartphone mit dem Daumen arbeitet ist besonders gefährdet. Das Schreiben vieler SMS oder vieles Spielen können Schmerzen im Daumen verursachen. Das Phänomen tritt bereits häufig bei Jugendlichen auf, da die Belastung des Daumens sehr hoch ist und er ungewöhnlich stark beansprucht wird. Der Daumen wird dann auch als SMS-Daumen bezeichnet und die Überbeanspruchung äußert sich in einer Sehnenscheidenentzündung oder durch eine Schleimbeutelentzündung.

Beim sogenannten Finkelstein-Test lässt sich sogar die Sehne ertasten, die dann ein knirschendes Geräusch von sich gibt. Hierbei wird der Daumen in der Faust geschlossen und ruckartig in Richtung des kleinen Fingers angewinkelt. Die Beschwerden sind sehr schmerzhaft und wenn der Daumen nicht behandelt wird, kann diese Krankheit sehr schnell chronisch werden. Die Behandlung kann durchaus einen Monat oder mehr dauern. In sehr schlimmen Fällen kann auch eine kleine OP nötig werden, die ambulant ausgeführt wird. Ein kleiner Schnitt in das Bindegewebe oder in den Schleimbeutel kann Linderung bringen. Nach dem Eingriff kann der Daumen sofort wieder bewegt werden.

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