Pimozid

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Pimozid

Bei dem Arzneimittel Pimozid handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Kategorie der sogenannten Antipsychotika gerechnet wird. Das Medikament ist in erster Linie unter dem Handelsnamen Orap® auf dem pharmazeutischen Markt erhältlich. Der Arzneistoff Pimozid kommt im überwiegenden Teil der Fälle auf oralem Weg in Form von Tabletten zum Einsatz. Dabei dient das Medikament vor allem der Therapie von Psychosen mit chronischem Verlauf, die zu den Schizophrenien gehören.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pimozid?

Das Medikament Pimozid zeichnet sich durch seine antipsychotischen Eigenschaften aus. Aus diesem Grund kommt es in erster Linie im Rahmen der medikamentösen Behandlung von psychischen Erkrankungen zum Einsatz. Hierbei wird es in den meisten Fällen angewendet, um verschiedene Formen von Schizophrenien zu therapieren.

Häufig wird der Wirkstoff Pimozid begleitend zu einer psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt. Grundsätzlich zählt das Arzneimittel zu den sogenannten Diphenylbutylpiperidinen. Zudem handelt es sich um ein Neuroleptikum bzw. um ein Depot-Neuroleptikum, das sich für die langfristige Therapie bestimmter psychischer Krankheiten und Beschwerden eignet. Das Wirkstoff Pimozid wird dabei als hochpotent eingestuft.

Pharmakologische Wirkung

Das Antipsychotikum Pimozid ist durch einen speziellen Wirkungsmechanismus gekennzeichnet. Es wird im überwiegenden Teil der Fälle zur Behandlung von schizophrenen Störungen eingesetzt, denn Pimozid ist ein Neuroleptikum, das sedierende und antipsychotische Effekte aufweist.

Prinzipiell werden die Neuroleptika in verschiedene Generationen unterteilt und im Hinblick auf ihre neuroleptische Potenz kategoriesiert. Zu den Neuroleptika der ersten Generation gehören nieder-, mittel- und hochpotente Wirkstoffe, wie zum Beispiel Promethazin, Perazin, Perphenazin, Melpero und Fluphenazin. Zur zweiten Generation werden die sogenannten atypischen Neuroleptika gezählt, etwa Olanzapin, Risperidon oder Quetiapin.

Psychosen stehen in Zusammenhang mit einer veränderten Wirkungsweise der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin. Um entsprechende Erkrankungen medikamentös zu therapieren, ist es erforderlich, die jeweiligen Rezeptoren im zentralen Nervensystem zu beeinflussen und zu blockieren. Für diesen Zweck stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, unter anderem das Medikament Pimozid.

Das Arzneimittel fungiert im Zentralnervensystem als sogenannter Dopamin-Antagonist. Der Stoff hemmt die Rezeptoren für den Neurotransmitter Dopamin, wodurch sich seine antipsychotische und sedierende Wirkung einstellt.

Die Blockade der Rezeptoren für Dopamin erfolgt durch eine postsynaptische Vereinnahmung, in deren Folge präsynaptisch vermehrt Dopamin freigesetzt wird. In der Folge werden die postsynaptischen Rezeptoren stimuliert und aktiviert.

Darüber hinaus fungiert der Wirkstoff Pimozid auch als Hemmstoff für die saure Sphingomyelinase. Somit ist der Wirkstoff Pimozid auch gegen Halluzinationen und Wahnvorstellungen einsetzbar, ohne den Verstand zu trüben.

Während der Einnahme des Arzneimittels ist zu beachten, das Pimozid unter Umständen toxikologische Effekte aufweist. Diese beziehen sich in erster Linie auf das Zentralnervensystem sowie das Herz-Kreislauf-System.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Pimozid eignet sich zur Behandlung von diversen psychischen Erkrankungen und Störungen. In erster Linie dient es der medikamentösen Therapie von Schizophrenien. Dazu gehören zum Beispiel Wahnvorstellungen und Halluzinationen sowie Psychosen und Störungen der Persönlichkeit.

Grundsätzlich ist es möglich, den Arzneistoff Pimozid im Rahmen einer langfristigen Behandlung einzusetzen. Im überwiegenden Teil der Fälle kommt dabei das Medikament Orap® zum Einsatz. Dieses ist in verschiedenen Dosierungen auf dem Markt erhältlich.

Zu Beginn der Behandlung werden in der Regel geringe Dosierungen verwendet, die nach und nach auf die sogenannte Erhaltungsdosis erhöht werden. Dies erfolgt unter strenger ärztlicher Kontrolle. Bei der Behandlung von Erwachsenen werden im Regelfall zwei bis zwölf Milligramm täglich verschrieben.




Risiken & Nebenwirkungen

Während Pimozid eingenommen wird, sind eine Reihe von Beschwerden und Nebeneffekte möglich. Sämtliche unerwünschten Nebenwirkungen sind in der Fachinformation des Arzneimittels aufgeführt. Dort sind zudem die Häufigkeiten notiert, mit denen die Nebeneffekte auftreten.

Grundsätzlich variieren die Beschwerden während der Einnahme von Patient zu Patient. Potenzielle Nebeneffekte durch den Wirkstoff Pimozid sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Angststörungen sowie Schlafprobleme. Auch zeigt sich bei einigen Personen eine erhöhte Schläfrigkeit.

Darüber hinaus sind Antipsychotika in der Lage, das Herz-Kreislauf-System zu beeinflussen. So wurden zum Beispiel verlängerte Intervalle der QT-Zeit, eine Torsade-de-Pointes-Tachykardie, ventrikuläre Tachykardien sowie ventrikuläre Arrhythmien mit Kammerflimmern bis hin zum Herztod beobachtet. Außerdem ereigneten sich plötzliche Todesfälle mit unklarer Ursache.

Konkret auf den Wirkstoff Pimozid bezogen, zeigen sich Erschöpfungszustände, Erektionsstörungen sowie eine Zunahme des Körpergewichts. Mitunter kommt es auch zu Pollakisurie, Nykturie sowie einer übermäßigen Produktion von Talg. Auch tritt bei einigen Patienten eine Hyperhidrose auf.

Das Medikament Pimozid ist kontraindiziert, wenn spezielle Erkrankungen des Herzens, ein gestörter Elektrolythaushalt sowie ein gedämpftes Zentralnervensystem vorliegen.

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Pimozid hat sich eine erhöhte Sterblichkeit von älteren, dementen Patienten gezeigt. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Pimozid bei Demenzkranken einzusetzen. Außerdem ist zu beachten, dass Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer nicht zeitgleich mit Pimozid einzunehmen sind. Dazu gehören zum Beispiel Paroxetin, Sertralin und Escitalopram.

Während der Schwangerschaft ist die Einnahme von Pimozid vom behandelnden Arzt gründlich abzuwägen, denn die Wirkung auf das ungeborene Kind ist überwiegend unbekannt. Zudem geht der Wirkstoff in die Muttermilch über, weshalb von einer Verabreichung während der Stillzeit abzusehen ist. Auch eine Nierenschwäche stellt eine Kontraindikation dar.

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