Pille danach

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Eine Schwangerschaft kann auch verhütet werden, wenn es eigentlich schon zu spät ist - mit der Pille danach. Wichtig ist jedoch, schnell zu handeln. Je früher sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, desto höher ist der Wirkungsgrad.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die "Pille danach"?

Die Pille danach ist ein Hormonpräparat. Eingenommen werden - abhängig vom Produkt - eine oder zwei Tabletten. Die Hauptwirkungsweise besteht darin, einen Eisprung (Ovulation) zu verhindern bzw. zu verzögern.

Eine Befruchtung soll also vermieden werden. Die "Pille danach" kann bis zu 72 Stunden nach dem Koitus eingenommen werden. Passiert das in den ersten 24 Stunden liegt die Schwangerschaftsrate bei 0,4 Prozent, nach drei Tagen allerdings schon bei 2,7 Prozent.

Seit 2010 gibt es ein neues Präparat, das sogar bis zu fünf Tagen nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Beide Pillen sind in Deutschland verschreibungspflichtig.

Medizinische Anwendung & Wirkung

Die "ältere" Pille danach enthält das Hormon Levonorgestrel, ein Gestagen. Es hemmt das so gennannte luteinisierende Hormon, das bei der Frau den monatlichen Eisprung auslöst.

Wie Levonargestrel darüber hinaus wirkt, ist nicht hundertprozentig geklärt. Diskutiert wird, ob das Präparat auch die Einnistung eines bereits befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut verhindern kann - für viele Menschen eine ethisch bedeutsame Frage. Als sicher dagegen gilt, dass die hohe Gestagenkonzentration eine Schleimbildung im Gebärmutterhals provoziert und den pH-Wert in der Gebärmutterschleimhaut ändert. Das hat Folgen für die Spermien: Ihre Wanderung von der Vagina in den Uterus wird behindert und sie werden weniger beweglich.

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft ist die Einnahme der Pille danach (mit dem Wirkstoff Levongestrel)folgenlos. Eine Gefahr für das Ungeborene besteht nicht.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Formen & Typen

Erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist das Präparat Ulipristal, von der Presse "Pille für noch länger danach" getauft. Ulipristal blockiert Rezeptoren für das Gelbkörperhormon (Progesteron), das in den Eierstöcken produziert wird.

Auch auf diese Weise wird ein Eisprung verhindert. Diese Pille kann bis zu fünf Tagen nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Sie gilt als noch sicherer als Levongestrel. Allerdings gibt es noch keine ausreichenden Datenerhebungen über Wirkungen auf eine bestehende Schwangerschaft, so dass diese vor der Verschreibung ausgeschlossen werden muss.

Gibt es nicht-chemische Alternativen zur Pille danach? Eine relativ sichere Methode ist, wenn die Frau sich bis zu fünf Tagen nach dem Koitus eine Kupferspirale (Intrauterinpessar) einsetzen lässt. Die Spirale löst als Fremdkörper eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut aus. Eine Eizelle kann sich nicht einnisten. Eine Schwangerschaft wird mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit verhindert.

Die Pille danach ist ein Hormonpräparat. Eingenommen werden - abhängig vom Produkt - eine oder zwei Tabletten.

Als natürliche Pille danach wird manchmal das Raute-Kraut empfohlen. Es soll die körpereigene Adrenalinausschüttung anregen und damit die Durchlässigkeit der Gebärmutterschleimhaut erhöhen, so dass ein eingenistetes Ei abgestoßen wird. Raute wird als Teeaufguss getrunken oder als Rutin in Tablettenform eingenommen. Beiden genannten Alternativen ist gemeinsam, dass sie eine Befruchtung nicht verhindern.

Noch später wirken Tees - falls sie wirken -, die optimalerweise am ersten Tag der ausbleibenden Menstruation getrunken werden. Sie bestehen aus zwei Komponenten, beispielsweise aus Poleiminze und Frauenmantel oder aus Baumwollpflanze und Schlangenkraut. Sie sollen eine Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut inklusive des eingenisteten Eis provozieren - sie funktionieren also nicht als Pille danach, sondern wollen eine frühe Abtreibung bewirken.

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Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Pille danach können Übelkeit, Kopfschmerzen und Unterbauchschmerzen sein. Auch Zwischenblutungen sind möglich, die Menstruation kann sich bis zu einer Woche verspäten.

Wer sich drei Stunden oder früher nach der Einnahme der Pille danach übergibt, sollte eine weitere Pille einnehmen. Frauen, bei denen ein Risiko für Eileiterentzündungen, Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften besteht, sollten sich auf jeden Fall vor der Einnahme der Pille danach an ihren Arzt wenden.

Die Wirkung der Anti-Baby-Pille wird durch die Pille danach beeinträchtigt. Es ist notwendig, zusätzlich mit Kondomen zu verhüten. Uneinig sind sich die Experten, ob die Anti-Baby-Pille kontinuierlich weiter genommen oder bis zum nächsten Zyklusbeginn abgesetzt werden sollte.

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