Photodynamische Therapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die photodynamische Therapie stellt ein vergleichsweise schonendes und zugleich effektives Behandlungsverfahren bei oberflächlichen Hauttumoren dar. Mit Hilfe von sogenannten Photosensibilisatoren und Lichtwellen werden Stoffe im Organismus freigesetzt, die gezielt zum Zelltod der erkrankten Zellen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die photodynamische Therapie?

Als photodynamische Therapie (PDT) wird ein diagnostisches und nichtinvasives therapeutisches Verfahren im Rahmen der Behandlung von oberflächlichen Hauttumoren (Carcinoma in situ) bezeichnet.

Das Verfahren stellt eine effektive und schonende Alternative zu konventionellen invasiven operativen Eingriffen dar. So führt eine photodynamische Therapie in aller Regel zu besseren kosmetisch-ästhetischen Resultaten mit deutlich geringerer bis keiner Narbenbildung. Charakteristische Krankheitsbilder, die mit photodynamisch therapierbaren Tumoren einhergehen, sind Morbus Bowen, aktinische Keratosen sowie die in Mitteleuropa am häufigsten diagnostizierten Basaliome (semimaligner Hauttumor).

Zudem können viral bedingte Hautveränderungen (u.a. Warzen) sowie feuchte Formen der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zur Verödung abnormer Blutgefäße in der Netzhautmitte wirksam durch eine photodynamische Therapie behandelt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die photodynamische Therapie kommt vor allem bei oberflächlichen Hauttumoren (bspw. Basaliome), die weniger als 3 mm in die Haut eingedrungen sind und unter anderem im Rahmen aktinischer Keratosen oder eines Morbus Bowen auftreten können, zum Einsatz.

Darüber hinaus können durch das Verfahren virale Veränderungen der Haut (bspw. Warzen) effektiv behandelt werden. Hierzu wird auf den betroffenen Hautbereich eine spezielle Creme topisch appliziert und für etwa 3 Stunden mit Hilfe eines Klebepflasters lichtdicht abgedeckt. Der in der Creme enthaltende Lichtsensibilisator (u.a. Metvix, 5-ALA bzw. Delta-Aminolävulinsäure) stimuliert selektiv die pathologisch veränderten Hautzellen zur Synthese von Protoporphyrin IX, das eine Vorstufe des organismuseigenen Porphyrins darstellt.

Porphyrin wiederum ist photoaktiv und regt unter dem Einfluss bestimmter Lichtwellen die Biosynthese aggressiver Sauerstoffradikale an (sogenannter photodynamischer Effekt), die den Zelltod der abnormen Zellen hervorrufen. Auf die gesunden Zellen hat diese chemische Reaktion größtenteils keinen Einfluss. Da es während der Bestrahlung zu individuell unterschiedlich stark wahrgenommenen Schmerzen kommen kann, wird vor Therapiebeginn ein schmerzlinderndes Medikament verabreicht und der zu behandelnde Hautbereich während des Verfahrens mit Hilfe eines Kaltluftgeräts gekühlt.

Die photodynamische Therapie stellt ein vergleichsweise schonendes und zugleich effektives Behandlungsverfahren in der Dermatologie bei oberflächlichen Hauttumoren dar.

Im Anschluss an die Behandlung sollten die bestrahlten Hautareale gekühlt und fettende Cremes oder Salben vermieden werden. Zur Beruhigung und Schmerzlinderung kann ein antibiotisch wirkendes Gel appliziert werden. In Abhängigkeit von Ausprägung und Stadium des vorliegenden Hauttumors muss die Therapie gegebenenfalls wiederholt werden. So ist beispielsweise bei einer ausgeprägten aktinischen Keratose nach etwa 4 Wochen eine Wiederholung der photodynamischen Therapie angezeigt.

Ferner werden halbjährige Kontrolluntersuchungen zur frühzeitigen Diagnose von Rezidiven empfohlen. Der beschriebene photodynamische Effekt kann darüber hinaus auch zu diagnostischen Zwecken genutzt werden (photodynamische Diagnostik bzw. Fluoreszenzdiagnostik). Nachdem die betroffenen Hautbereiche mit dem Photosensibilisator behandelt wurden, kann mit Hilfe einer Wood-Lampe (Schwarzlicht) das in den pathologisch veränderten Zellen selektiv angereicherte Porphyrin sichtbar gemacht werden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Diagnose sowie eine detaillierte Identifizierung und Beurteilung der erkrankten Hautareale, was insbesondere bei den oftmals versprengten Formen der aktinischen Keratose von Bedeutung ist.

Seit geraumer Zeit wird die photodynamische Therapie auch bei feuchten Formen der altersbedingten Makuladegeneration angewandt. Hierbei wird im Vorfeld der Laserbehandlung der lichtsensible Farbstoff (u.a. Verteporfin) in die Armvene infundiert. Durch die anschließende Bestrahlung mit Lichtwellen können die geschädigten Blutgefäße im Auge, die sich mit dem Photosensibilisator angereichert haben, gezielt verödet werden. Im Anschluss an die photodynamische Therapie besteht in aller Regel eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, die das Tragen von dunklen Sonnenbrillen sowie entsprechend schützender Kleidung erforderlich macht.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Generell geht eine photodynamische Therapie lediglich mit geringen Risiken und Nebenwirkungen einher. In aller Regel sind im Anschluss an die Behandlung im Bereich der therapierten Hautareale flächige Rötungen sowie sonnenbrandähnliche Hautirritationen zu beobachten.

Diese klingen üblicherweise innerhalb weniger Tage wieder ab. In seltenen Fällen können zudem Krustenbildungen, nässende Hautbereiche sowie Schwellungen im Anschluss an eine photodynamische Therapie festgestellt werden. Hautverkrustungen lösen sich wie Wundschorf zumeist nach einigen Tagen selbstständig ab.

In äußerst seltenen Fällen wird durch die photodynamische Therapie eine Pigmentverschiebung (postinflammatorische Hyperpigmentierung) hervorgerufen werden, die sich anhand einer übermäßig starken Pigmentierung (dunkle Verfärbung) der Haut manifestiert. Im Rahmen der Behandlung einer altersbedingten Makuladegeneration kann das Verfahren Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) und weitere Schädigungen in der Netzhaut bedingen. Zudem sind eine Visusverschlechterung oder Erblindung infolge einer photodynamischen Therapie nicht auszuschließen.

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