Phlebografie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Bei der Phlebografie handelt es sich um eine radiologische Untersuchungsmethode. Sie dient zum Beurteilen der Venen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Phlebografie?

Als Phlebografie oder Phlebographie wird ein Teilbereich der Angiographie bezeichnet. Sie zählt zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren. Dabei kommt ein Kontrastmittel, das Jod enthält, zum Einsatz, das vom Arzt in die zu untersuchende Venenregion eingespritzt wird. Gleichzeitig führt der Mediziner eine Röntgenuntersuchung durch, um den Fluss des Kontrastmittels festzuhalten.

Die Phlebografie dient zur bildlichen Darstellung von Schulter-Arm-Venen, Bein-Leitvenen und Beckenvenen. Nur in seltenen Fällen gelangt sie als Mittel der ersten Wahl zur Durchführung. So wird sie oftmals erst im Anschluss an eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) vorgenommen. Sie ist hilfreich, um unpräzise Befunde bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel (Thrombose) abzuklären. So lassen sich Thrombosen an den Venen des Oberschenkels sowie an den Unterschenkelleitvenen mit der Phlebografie besonders gut abklären.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zu den Anwendungsgebieten für eine Phlebografie gehören in erster Linie Krampfadern (Varikosen), eine Venentrombose (Phlebothrombose), ein postthrombotisches Syndrom sowie Rezidivvarikosen, bei denen es erneut zur Bildung von Krampfadern kommt.

Darüber hinaus erfolgt eine Phlebografie nach unklaren Ultraschalluntersuchungen, bei Verdacht auf eine lebensbedrohliche Lungenembolie, die oftmals durch eine verschleppte Beinvenenthrombose hervorgerufen wird, vor der Durchführung einer operativen Thrombektomie oder einer medikamentösen Thrombolyse sowie zur Kontrolle des weiteren Verlaufs nach einer ausgeprägten Phlebothrombose. Ebenso lassen sich Entzündungen oder Tumore, die sich im Venenbereich zeigen, durch die Anwendung einer Phlebographie feststellen.

Bevor die Phlebografie stattfinden kann, muss dem Patienten zunächst ein Kontrastmittel in die betreffende Vene injiziert werden. Das Blut in den Venen hat die Eigenschaft, in Richtung Herz zu fließen. Auf diese Weise ist eine gute Verteilung des Kontrastmittels möglich. Durch die spezielle Röntgenuntersuchung kann die innere Venenstruktur exakt dargestellt werden. Der Arzt erhält somit die Möglichkeit, eventuelle Veränderungen, zu denen Verlegungen oder Engstellen gehören, zu ermitteln.

Bei der Phlebografie handelt es sich um eine radiologische Untersuchungsmethode. Sie dient zum Beurteilen der Venen.

Vor der Durchführung einer Phlebografie muss der Patient den Arzt darüber informieren, ob er unter bestimmten Allergien leidet. Etwa vier Stunden, bevor die Untersuchung beginnt, darf der Patient nichts mehr zu sich nehmen. In manchen Fällen kann auch die Durchführung eines Fußbades sinnvoll sein, um die Haut aufzuweichen und die Venen zu erweitern. Dadurch lässt sich wiederum ein besserer Venenzugang anlegen.

Wird eine Phlebografie am Bein durchgeführt, was zumeist der Fall ist, legt sich der Patient auf eine Liege. Dabei neigen sich die Füße in die untere Richtung. Über dem Knöchel wird eine Staubinde platziert, damit das Kontrastmittel auch in die tiefen Beinvenen gelangen kann. Danach wird das Kontrastmittel in eine Vene des Fußrückens gespritzt. Durch die Vene hindurch kann das Mittel in die tieferen Körperbereiche vordringen. Nächster Schritt ist das Anfertigen der Röntgenaufnahmen. Dabei betrachtet der Arzt das Becken, den Oberschenkel, das Knie sowie den Unterschenkel. Die Aufnahme der Röntgenbilder findet aus mehreren Richtungen statt. Dabei erfolgt das Drehen des Beins in die innere und äußere Richtung.

Liegt eine Thrombose vor, ist dies auf der Aufnahme als Füllungsdefekt, der scharf begrenzt ist, erkennbar. Bei der Überprüfung der Venenklappenfunktion muss der Patient ähnlich wie beim Stuhlgang pressen. Auf diese Weise kann der Arzt feststellen, ob das venöse Blut wieder zurückgelangt und ob die Dichtigkeit der Venenklappen besteht. Insgesamt nimmt die Phlebografie lediglich 5 bis 10 Minuten in Anspruch.

Nach dem Ende der Untersuchung folgt das feste Wickeln des Beines. Es kann aber auch ein Stützstrumpf angezogen werden. Um das Kontrastmittel besser abzutransportieren, sollte sich der Patient etwa 30 Minuten lang bewegen. Das Ausscheiden des Mittels findet über die Nieren statt. Der Patient muss deshalb reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen.

Reicht die Phlebografie allein für die Diagnostik nicht aus, besteht auch die Option einer CT-Phlebografie, bei der die Venen computertomographisch untersucht werden, oder einer Magnetresonanz-Phlebografie, die mit oder ohne Kontrastmittel durchführbar ist.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei der Durchführung einer Phlebografie sind einige Nebenwirkungen im Bereich des Möglichen. Dazu gehören zum Beispiel Blutungen an der Einstichstelle. Manche Patienten leiden außerdem unter Infektionen oder Narbenbildung. Ferner kann das Kontrastmittel die Wände der Venen reizen oder allergische Reaktionen auslösen.

Bei Bestehen einer Thrombose ist es möglich, dass sich ein Blutpfropf loslöst und auf diese Weise zu anderen Körperstellen vordringt. Führt der Arzt einen Katheter ein, besteht die Gefahr, dass die Venenwand von dem Instrument oder der Nadel durchstochen wird.

Neben Risken und Nebenwirkungen gibt es auch einige Gegenanzeigen zu beachten. Dazu gehört in erster Linie eine mögliche Unverträglichkeit des Patienten auf das Kontrastmittel. Weitere Kontraindikationen sind eine chronische Lymphstauung, akute Entzündungen in der Schulter-Arm-Region, am Fuß oder am Unterschenkel sowie eine Überfunktion der Schilddrüse. Aus diesen Gründen muss der Patient vom Arzt vor der Durchführung der Phlebografie genau über die Risiken und Nebenwirkungen des Verfahrens, zu dem auch die Röntgenbelastung gehört, informiert werden. Mitunter können andere Verfahren, die nicht invasiv sind, sinnvoller für die Untersuchung sein.

Die Phlebografie hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Ihr größter Vorzug besteht im kompletten Darstellen des venösen Gefäßsystems. Funktionelle Besonderheiten sind auf der Röntgenaufnahme gut erkennbar. Als Minuspunkt wird allerdings die Strahlenbelastung angesehen. Außerdem kommt es durch das Kontrastmittel zu einer Belastung der Nieren. Ferner ist die radiologische Gerätetechnik mit einem höheren Kostenaufwand verbunden.

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