Periradikuläre Therapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Unter einer periradikulären Therapie (PRT) versteht man eine Injektion zur Schmerzbehandlung um die Nervenwurzeln der Wirbelsäule. Rückenschmerzen sind weit verbreitet und oftmals chronisch. Hier verspricht die PRT - je nach Ursache der Rückenbeschwerden - eine schmerzlindernde oder schmerzbefreiende Option.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die periradikuläre Therapie?

Bei der periradikulären Therapie wird in einem bildgebenden Verfahren - meist unter CT- der exakte Punkt der schmerzproduzierenden Stelle festegestellt und dort millimetergenau durch die Einspritzung von unterschiedlichen Medikamten die Beseitigung oder zumindest Linderung der Schmerzzustände erzielt.

Vorgesehen ist dann immer die Einspritzung eines Medikaments zur örtlichen Betäubung und/ oder eines entzündungshemmenden Mittels. Die Auswahl kommt auf die Grunderkrankung der Wirbelsäule an.

Das Verfahren kann an einem Punkt der Wirbelsäule oder auch gleichzeitig an mehreren Punkten vorgenommen werden. Meistens ist der Behandlungsbereich im Gebiet der Lendenwirbelsäule und zwar zwischen dem dritten und fünften Lendenwirbel.

Funktion, Wirkung & Ziele

Während der Behandlung liegt der Patient auf einem speziellen Tisch in Bauchlage und es folgt zunächst eine Bestandsaufnahme, um die Lage der Wirbel, Bandscheiben und Gelenke festzustellen und den genauen Punkt für die Einspritzung zu ermitteln.

Diese Lokalisierung erfolgt absolut exakt. Vor dem Einbringen der Punktions- bzw. Hohlnadel wird die Stelle markiert. Wird mit der Hohlnadel dann an der entsprechenden Stelle punktiert, erfolgt anschließend erneut eine Aufnahme im CT (Es handelt sich hierbei um eine Röngenröhre bzw. einen Röntgenring, denn es ist nach vorne wieder offen. In dem Ring bewegt sich sich ein Messsystem um den Körper. Aus den Ergebnissen werden dann per Computer Querschnittsbilder erstellt.

Die Strahlenbelastung durch das CT ist gering, jedoch höher als bei gewöhnlichen Röntgenuntersuchungen.) Eventuell muss die Nadel nachpositioniert werden und der Vorgang wiederholt sich. Erst wenn die Punktionsnadel exakt an der richtigen Stelle sitzt, können die entsprechenden Medikamente dort eingesporitzt werden.

Bei der periradikulären Therapie wird in einem bildgebenden Verfahren - meist unter CT- der exakte Schmerzpunkt festegestellt und dort durch die Einspritzung von unterschiedlichen Medikamten die Beseitigung oder zumindest Linderung der Schmerzzustände erzielt.

Manchmal ist dort so wenig Platz, dass durch die Hohlnadel ein Kontrastmittel gespritzt wird, um Weichteile, Blutgefäße und Nerven sichtbar zu machen.

Eine einmalige Behandlung ist in diesem Verfahren nicht ausreichend. Auch nicht allen Menschen hilft es nachhaltig, jedoch einem Großteil, deren Rückenschmerzen erleichtert oder genommen werden können und damit wieder eine gewisse Lebensqualität erreicht wird. Viele Menschen spüren bereits nach der ersten Behandlung einen Erfolg. Bei etwa siebzig Prozent der Patienten kann eine nachhaltige Schmerzlinderung - oder sogar Schmerzfreiheit - erzielt werden. Irgendwann können jedoch auch hier die Schmerzzustände wieder auftreten und die Behandlung kann entsprechend wiederholt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Betäubungs - oder entzündungshemmende Mittel sowie auch das ggf. verwendete Kontrastmittel können Nebenwirkungen verursachen. Dies sind vor allem allergische Reaktionen wie Jucken, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Erbrechen. Vor der Behandlung wird aber nach bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen oder weiteren Vorerkrankungen gefragt.

Selten kann es auch mal zu Kreislaufreaktionen kommen, die aber meist unmittelbar auftreten und noch in der nachfolgenden Beobachtungsphase behandelt werden können. Es gibt auch die Möglichkeit von schweren Unverträglichkeitsreaktionen die sogar lebensbedrohlich sein können, z.B. durch Organschäden. Dies passiert jedoch äußerst selten. Gelangt das Lokalanästhetikum direkt in ein Blutgefäß, so kann es sich im ganzen Körper ausbreiten und im schlimmsten Fall zu Bewusstseinsstörungen oder Herz - Kreislaufreaktionen führen.

In seltenen Fällen gelangt das Betäubungsmittel auch in den Wirbelkanal, sodass es zu Gefühlsstörungen oder vorübergehenden Lähmungserscheinungen kommen kann. Bleibende oder längerfristige Lähmungen als Folge von Blutergüssen oder Infektionen im Bereich des Stichkanals bzw. durch Nervenverletzungen sind extrem selten.

Das Kortisonpräparat wird nur in geringen Mengen verwendet, sodass in aller Regel länger anhaltende Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind. Vorübergehend kann jedoch der Blutzuckerspiegel ansteigen und es kann bei Frauen zu kurzzeitigen Zyklusstörungen kommen.

Da ein ggf. gespritztes Kontrastmittel jodhaltig ist, kann es zu Reaktionen der Schilddrüse kommen. Diese können behandelt werden und sind nicht dauerhaft. Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wie Morbus Hashimoto sollten den TSH - Wert sowie die freien Schilddrüsenhormone prüfen lassen und ggf. das Medikament Levothyroxin in der Dosis anpassen lassen.

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