Peripherer Venenkatheter

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Periphere Venenkatheter sind spezielle Kanülen, die über längere Zeit in der Vene des Patienten verbleiben können. Sie dienen der mehrfachen oder längerfristigen Gabe von intravenösen Medikamenten oder Kurzinfusionen und werden meist im Krankenhaus oder in der Notfallmedizin eingesetzt. Periphere Venenkatheter existieren in farblich gut zu unterscheidenden Größen, die je nach Beschaffenheit der Gefäße und nach Indikation gewählt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein peripherer Venenkatheter?

Periphere Venenkatheter werden auch als Venenverweilkanülen bezeichnet und sind von den zentralen Venenkathetern zu unterscheiden. Es handelt sich um kleine Katheter, die, wie der Name bereits verrät, in die peripheren Venen des Körpers eingeführt werden können.

In der Praxis findet diese spezielle Form des Katheters sehr häufig Einsatz. Nicht nur in Notfallsituationen werden periphere Venenkatheter häufig gebraucht. Periphere Venenkatheter dienen vor allem der Flüssigkeitstherapie. Über periphere Venenkatheter können einem Patienten mehrfach intravenöse Medikamente oder Infusionen verabreicht werden, auch Bluttransfusionen sind möglich.

Geeignete Körperstellen zum Legen eines peripheren Venenkatheters sind die Vene am Handrücken, die Vene am Unterarm oder die Vene in der Ellbogenbeuge. Jede dieser Stellen hat individuelle Vor- aber auch Nachteile. Gemeinsam ist diesen Körperstellen jedoch, dass die Venen hier oberflächlich verlaufen und dadurch gut erreichbar sind.

Erfunden wurde der periphere Venenkatheter im Jahr 1950 von David J. Massa. In Deutschland wurde er im Jahr 1962 von dem Arzt und Chemiker Bernhard Braun etabliert. Durch ihn entstand die umgangssprachlich übliche Bezeichnung der Braunüle für den peripheren Venenkatheter.

Formen, Arten & Typen

Periphere Venenkatheter existieren in verschiedenen Größen, die leicht anhand der jeweiligen Farben auseinandergehalten werden können. Die kleinsten peripheren Venenkatheter haben ein gelbes Kunststoffelement, dann folgen in ansteigender Größe die Farben Blau, Rosa, Grün oder Grün-Weiß, Weiß, Grau und Orange. Die Einheit der Größe für periphere Venenkatheter ist die Gauge (G). Je größer die Gauge ist, desto kleiner ist der Durchmesser des Venenkatheters und je kleiner die Gauge ist, desto größer ist der Durchmesser des Katheters. Man spricht zudem von der Durchflussrate des Katheters: Je kleiner der Gaugenwert ist, desto höher ist die Durchflussrate des Katheters, umgekehrt gilt auch hier das gleiche Prinzip.

Für Kinder wird dementsprechend ein gelber, blauer oder auch rosaner peripherer Venenkatheter mit hohem Gaugen-Wert von 24 bis 20 verwendet, was einem Außendurchmesser von 0,7 bis 1,1mm und einem Innendurchmesser von 0,4 bis 0,8mm entspricht. Für Erwachsene wird die Größe je nach Beschaffenheit der Gefäße und nach der jeweiligen Indikation gewählt.

Für Infusionen gelten Katheter mit einer Gauge von 18 bis 17 als üblich, was einem Außendurchmesser von 1,3 bis 1,5mm und einem Innendurchmesser von 1,0 bis 1,1 mm entspricht. Bei einem Schock oder einer ähnlichen Notfall-Situation, in der schnell viel Volumen durch den peripheren Venenkatheter in die Venen gelangen muss, werden in der Regel Katheter mit einem größeren Durchmesser verwendet, was einer Größe von 16 bis 14 G bei einem Außendurchmesser von 1,7 bis 2,2mm und einem Innendurchmesser von 1,3 bis 1,7 entspricht. Nicht nur der Durchmesser, sondern auch die Länge des Kunststoffkatheters erhöht sich mit dem sinkenden Gaugen-Wert.

Aufbau & Funktionsweise

Periphere Venenkatheter sind spezielle Kanülen, die über längere Zeit in der Vene des Patienten verbleiben können.

Der periphere Venenkatheter besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Einer Kanüle aus Stahl und einem diese umgebenden Katheter aus Kunststoff, genauer aus Teflon. Der in der Vene verbleibende Teil des peripheren Venenkatheters besteht aus gewebefreundlichem Kunststoff. An dem Kunststoffelement, das sich außerhalb der Einstichstelle befindet, kann der Venenkatheter an Infusionen angeschlossen oder, bei Nichtgebrauch, luftdicht verschlossen werden.

Seit einiger Zeit ist die Verwendung eines Sicherheitskatheters Pflicht. Bei diesem wird, beim Herausziehen der Kanüle, eine kleine, klammerartige Metallkonstruktion über die Nadel gestülpt, was das Infektionsrisiko von Nadelstichverletzungen für die Ärzte und das Pflegepersonal erheblich reduziert.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Für den peripheren Venenkatheter gibt es verschiedene gesundheitliche Nutzen. Meist wird er zum Verabreichen von intravenösen Medikamenten oder von Infusionen genutzt. Auch Blut kann über einen peripheren Venenkatheter entnommen werden, ebenso sind mit ausreichend großen peripheren Venenkathetern Bluttransfusionen möglich.

Periphere Venenkatheter dürfen nur von Ärzten gelegt werden oder, nach deren Anweisung, auch von Fachpersonal wie Krankenpflegern. Notfallsanitäter sind in entsprechenden Situationen auch ohne ärztliche Genehmigung dazu berechtigt.

Die Größe des peripheren Venenkatheters wird dabei in erster Linie nach der Indikation gewählt, ebenso die Einstichstelle. Insbesondere in Notfallsituationen muss häufig ein großes Volumen in kurzer Zeit den Katheter passieren können. Der große Vorteil des peripheren Venenkatheters ist, dass der Patient nur einmal mit einer Punktion belastet werden muss und der Katheter anschließend mehrere Tage lang in der Vene verweilen kann. So müssen intravenöse Medikamente nicht immer über eine neue Punktionsstelle verabreicht werden. Durch eine verschließbare Kammer am äußeren Teil des peripheren Venenkatheters wird die Blutgerinnung in ebendiesem verhindert.

Bei längerer Verweildauer wird in der Regel auf einen Venenport oder einen zentralen Venenkatheter zurückgegriffen. Ein peripherer Venenkatheter sollte nicht länger als 72 bis 96 Stunden in der Vene verbleiben. Sollte er danach weiterhin benötigt werden, kann er problemlos gewechselt werden.

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