Perimetrie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Perimetrie umfasst mehrere Verfahren der Augenheilkunde, die der Bestimmung von Gesichtsfeldgrenzen sowie Sensibilitäten des Sehsystems dienen und insbesondere für die Tauglichkeitsprüfung von Berufsgruppen wie Piloten eine Rolle spielen.

Bei jeder Perimetrie deckt der Untersuchte ein Auge ab und fixiert mit dem offenen Auge einen bestimmten Raumpunkt, wobei im Laufe der Untersuchung an immer anderen Punkten im Raum verschiedene Lichtreize erscheinen, die der Untersuchte entweder registrieren oder nicht wahrnehmen kann. Perimetrische Verfahren lassen sich in kinetische und statische Verfahren unterscheiden, wobei sich bei den kinetischen Methoden die Lichtreize aus dem peripheren Gesichtsfeld des Patienten auf die Gesichtsfeldmitte zubewegen, während sie bei statischen Verfahren je statisch an einem Ort präsentiert werden und lediglich die Intensität verändern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Perimetrie?

Unter der Perimetrie versteht der Augenarzt eine systematische Gesichtsfeldvermessung, bei der mit einem Perimeter und Lichtreizen die äußeren und inneren Grenzen des Gesichtsfelds sowie die Empfindlichkeiten des Sehsystems bestimmt werden. Verschiedene Einzelmethoden fallen in den Bereich der Perimetrie. Eine Grundunterscheidung ist die zwischen kinetischen und statischen Untersuchungsverfahren.

Neben der Fingerperimetrie zählen die Konturperimetrie und die Schwellenperimetrie zu den bekanntesten Methoden. Das erstgenannte Verfahren ist dabei die schnellste und einfachste Art der Perimetrie. Während perimetrische Verfahren zu Beginn nicht automatisiert waren, werden sie heutzutage zunehmend maschinell gesteuert. Hans Goldmann begann mit diesem Ziel schon im Jahr 1945 damit, ein kinetisches Perimeter zu entwickeln. Rund 30 Jahre darauf entwickelte Franz Fankhauser ein System, das später zum ersten computergesteuerten und statischen Perimeter wurde.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Perimetrie spielt vor allem für Tauglichkeitsprüfungen eine Rolle. In dieser Hinsicht ist als Einsatzgebiet insbesondere die Flugtauglichkeitsprüfung von Piloten zu nennen. Auch zur Diagnose von Sehfehlern werden perimetrische Methoden aber eingesetzt, da sich so unterscheiden lässt, ob eine Sehstörung mit dem Gehirn oder dem Nervus opticus zusammenhängt.

Aus diesem Grund sind perimetrische Verfahren zur Diagnostik von Augenerkrankungen wie der Glaukomerkrankung mittlerweile zum Standard geworden. Die einzelnen Schritte des Verfahrens hängen davon ab, welche Methode Einsatz findet. Letztlich werden im Zuge jeder perimetrischen Methode aber nacheinander optische Reize gegeben, die je an verschiedenen Stellen des Raums erscheinen. Es wird immer ein Auge untersucht. Das andere Auge bleibt abgedeckt und kommt erst an die Reihe, wenn die Untersuchung des ersten abgeschlossen ist. Der Arzt dokumentiert während der Untersuchung die Reizwahrnehmung des Patienten und protokolliert die einzelnen Daten der Wahrnehmung je in Abhängigkeit vom Ort und der Intensität des erschienenen Reizes.

Unter der Perimetrie versteht der Augenarzt eine systematische Gesichtsfeldvermessung. Bei jeder Perimetrie deckt der Untersuchte ein Auge ab und fixiert mit dem offenen Auge einen bestimmten Raumpunkt.

Das Auge muss während der perimetrischen Untersuchung statisch bleiben, das heißt der Patient wird gebeten, einen einzelnen Punkt im Raum zu fixieren, den er während des gesamten Verfahrens nicht aus den Augen lässt. Aus den Aufzeichnungen erstellt der Arzt ein systematisches Gesichtsfeldabbild, das er abschließend mit einem Normgesichtsfeld vergleicht. Die Unterschiede zwischen den genannten Einzelverfahren liegen vor allem im Aufwand. Beim Parellelversuch, auch Fingerperimetrie genannt, sitzen sich Arzt und Patient zum Beispiel gegenüber und sehen einander an.

Der Arzt führt einen Gegenstand aus dem peripheren Gesichtsfeld in das zentrale Gesichtsfeld ein und vergleicht seine eigene Wahrnehmung mit der Patientenwahrnehmung. Bei der statischen Perimetrie sitzt der Untersuchte dagegen vor einem Bildschirm und fixiert mit dem offenen Auge einen Lichtpunkt auf der Schirmmitte. Der Bildschirm zeigt im Laufe der Untersuchung an verschiedenen Stellen Lichtpunkte, die der Untersuchte durch die Betätigung eines Knopfs als wahrgenommen markiert. Wenn der Patient einen Reiz nicht wahrgenommen hat, steigert das System die Reizintensität. Führt auch das nicht zum gewünschten Ergebnis, wechselt das Perimeter die Stelle des eingeblendeten Reizes. Für jedes Auge dauert dieses Verfahren etwa zehn bis 20 Minuten. Die so aufgezeichneten Daten wertet der Arzt am Ende aus und vergleicht das Ergebnis mit einem Normbefund.

Anders als bei diesem statischen Verfahren bewegen sich die Lichtpunkte bei der kinetischen Perimetrie von der Peripherie ins zentrale Gesichtsfeld des Patienten. Das System misst dabei den Zeitpunkt, ab dem der Patient sie sehen kann. Sowohl die Finger- als auch die Konturperimetrie zählen zu den kinetischen Methoden. Zu den statischen Verfahren gehört dagegen die Schwellenperimetrie, die sich nur mit einem hochtechnologischen Elektronikgerät durchführen lässt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Ergebnisse einer Perimetrie hängen stark von der Mitarbeit des Untersuchten ab. Damit sind perimetrische Verfahren keine absolut objektiven Verfahren und erbringen bei mitarbeitsunwilligen Patienten teilweise fragwürdige Ergebnisse.

So kann die Perimetrie eines Kindes zum Beispiel unzuverlässiger sein, als dasselbe Verfahren an einem erwachsenen Untersuchten. Für den Patienten sind perimetrische Verfahren mit keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen verbunden, da es sich bei allen Methoden um nicht-invasive Methoden handelt. Da perimetrische Untersuchungen absolute Konzentration erfordern, empfinden einige Patienten die Untersuchung allerdings als äußerst anstrengend und teilweise deutlich langwieriger, als sie tatsächlich dauern.

Trotz dieses subjektiven Empfindens ist vor allem die Fingerperimetrie aber mit wenig Aufwand verbunden und gilt als besonders einfaches und zeitsparende Untersuchungsmethode. Im Großen und Ganzen wendet der Arzt die kinetische Perimetrie mittlerweile allerdings bedeutend seltener an, als die statischen Verfahren.

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