Periduralanästhesie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Als Periduralanästhesie wird eine Rückenmarksnarkose bezeichnet. Sie zählt zu den Regionalanästhesieverfahren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Periduralanästhesie?

Die Periduralanästhesie (PDA) ist auch als Epiduralanästhesie (EDA) bekannt. Gemeint ist damit eine rückenmarksnahe Regionalanästhesie. Bei diesem Verfahren wird an den Spiralnerven das Weiterleiten von Signalen wie Schmerzen blockiert. Die Spiralnerven haben ihren Ursprung am Rückenmark und befinden sich in den Zwischenwirbellöchern.

Um eine Rückenmarksanästhesie einzuleiten, injiziert der behandelnde Arzt ein lokal wirkendes Betäubungsmittel in den Periduralraum, der zum Wirbelkanal gehört. Im Unterschied zu einer Vollnarkose erfolgt bei einer Periduralanästhesie lediglich ein örtlich begrenztes Ausschalten des Schmerzes. Der Periduralraum lässt sich prinzipiell an zahlreichen Stellen punktieren. Als sicherster Körperabschnitt gilt allerdings der Mittelbereich der Lumbalregion. Dort ist das Risiko einer Verletzung des Rückenmarks am geringsten.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Periduralanästhesie kommt zu unterschiedlichen medizinischen Zwecken zur Anwendung. So gilt sie als bewährtes örtliches Narkoseverfahren bei einer Geburt und sorgt für eine wirkungsvolle Linderung der Schmerzen. Ebenso dient sie zur Schmerzausschaltung im Rahmen eines Kaiserschnitts. Anwenden lässt sich die Periduralanästhesie zudem bei operativen Eingriffen in der Beckenregion sowie an den Beinen und Füßen. Weitere Einsatzgebiete sind das Lindern von Schmerzen nach Unfällen, eine postoperative Schmerzbehandlung sowie die Therapie von chronischen Schmerzen oder Tumorschmerzen.

Zu den Vorteilen der Periduralanästhesie zählt ihre lange Anwendbarkeit. So lassen sich wiederholt Schmerzmittel über einen Katheter in den Periduralraum einleiten. Der Periduralraum wird auch Epiduralraum genannt und ist Teil des Wirbelkanals. Innerhalb des Periduralraums liegen die Spiralnerven, die durch ein injiziertes Anästhetikum blockiert werden. Auf diese Weise lässt sich die Weiterleitung der Schmerzen unterbinden. Nach der Injektion verteilt sich das lokale Betäubungsmittel im Periduralraum und dringt zu den Zwischenwirbellöchern vor. Weil das Anästhetikum für seine Wirksamkeit die bindegewebige Schicht der Rückenmarkshaut durchqueren muss, dauert es rund 20 bis 30 Minuten bis zur vollen Betäubung.

Als Periduralanästhesie wird eine Rückenmarksnarkose bezeichnet. Um eine Rückenmarksanästhesie einzuleiten, injiziert der behandelnde Arzt ein lokal wirkendes Betäubungsmittel in den Periduralraum, der zum Wirbelkanal gehört.

Im Unterschied zur Spiralanästhesie lassen sich mit der Periduralanästhesie auch einzelne Bereiche in der Bauch- oder Brustregion selektiv betäuben. Es ist aber auch eine Kombination beider Betäubungsverfahren möglich. Bei umfangreichen Bauchoperationen erfolgt zumeist eine Kombination mit einer Vollnarkose, um den Eingriff schonender zu gestalten. Vor der Periduralanästhesie muss eine Beeinträchtigung der Blutgerinnung des Patienten ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund darf der Patient keinerlei Arzneimittel, die die Blutgerinnung stören, vor dem Eingriff mehr zu sich nehmen. Dazu gehören Cumarine wie Marcumar, Clopidogrel und Acetylsalicylsäure. Außerdem sollte der Patient sechs Stunden vor der Periduralanästhesie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Zwei Stunden vor dem Eingriff muss auch auf Getränke verzichtet werden.

Die Periduralanästhesie beginnt mit der Desinfektion und Betäubung der Einstichstelle. Zum Anlegen der Anästhesie wird vom Narkosearzt mithilfe einer Nadel eine Punktion zwischen den Wirbeln vorgenommen, die bis in den Periduralraum reicht. In der Regel findet die Punktion zwischen Lendenwirbelkörper 3 und 4 statt. Aber auch eine Punktion zwischen Lendenwirbelkörper 2 und 3 ist möglich. Über die Nadel erfolgt das Einführen eines dünnen Periduralkatheters. Während des Eingriffs lassen sich via Katheter weitere Schmerzmittel verabreichen.

Nach dem Eintreffen des Katheters am Zielort entfernt der Arzt die Nadel wieder. Damit der Katheter aus Kunststoff nicht verrutscht, wird er mit einem Verband fixiert. Zur Bestätigung der korrekten Position erfolgt das Verabreichen einer Testdosis mit Schmerzmitteln. Bemerkbar macht sich die Betäubung zunächst durch ein Gefühl von Wärme, bevor die Gefühllosigkeit einsetzt. Zu den Betäubungsmitteln, die bei einer Periduralanästhesie zur Anwendung gelangen, gehören u. a. Ropivacain und Bupivacain.

Im Rahmen einer postoperativen Schmerztherapie erhält der Patient ein lokales Anästhetikum in niedriger Dosis. Durch dieses Vorgehen werden die Muskeln nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auf diese Weise kann sich der Patient weiter bewegen, ohne dabei Schmerzen zu verspüren.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Periduralanästhesie gilt als relativ sicheres Verfahren. So kommt es bei korrekter Anwendung nur selten zu Komplikationen. Das Risiko hängt auch von der Art und Menge der eingesetzten Betäubungsmittel ab. So können diese Präparate unterschiedliche Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben.

Eine mögliche unerwünschte Nebenwirkung stellt das Absinken des Blutdrucks während der Epiduralanästhesie dar. Allerdings bereitet sich der Narkosearzt auf diese Situation entsprechend vor und wirkt ihr mit Medikamenten entgegen. Weiterhin sind Atemnot sowie eine Verlangsamung des Pulses möglich.

Komplikationen können auch durch die Punktion entstehen. Dazu gehören Blutergüsse infolge einer Venenverletzung, eine Verletzung der Dura mater (äußerste Hirnhaut), bei der Nervenwasser verloren geht, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Infektionen. Außerdem kann der Katheter abreißen, was jedoch meist folgenlos bleibt. Sehr selten sind Nervenschäden durch eine Periduralanästhesie zu verzeichnen. So wird die Rückenmarkshaut von Nadel und Katheter nicht durchstoßen. Nur in Einzelfällen kam es bisher zu dauerhaften Nervenschäden. Als weitere denkbare Nebenwirkung kommen allergische Reaktionen auf das verwendete Betäubungsmittel infrage. Sie treten allerdings ebenfalls nur sehr selten auf.

Es gibt auch einige Kontraindikationen, die gegen eine Periduralanästhesie sprechen. Dazu zählen Infektionen an der Einstichstelle, neurologische Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, eine Verengung des Spinalkanals oder ein Schock. Als relative Gegenanzeigen gelten lokale Erkrankungen der Wirbelsäule wie eine Gelenkentzündung, Osteoporose (Knochenschwund), ein Bandscheibenvorfall, Deformierungen der Wirbelsäule, Volumenmangel sowie eine Blutvergiftung (Sepsis). Ferner ist auch die Einwilligung des Patienten für diese Form der Betäubung unbedingt erforderlich.

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