Perazin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Perazin ist ein mittelpotenes Neuroleptikum der 1. Generation. Es wird zur Behandlung von psychotischen Syndromen eingesetzt. Neben der Schizophrenie, werden Psychosen, Angststörungen, Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsstörungen mit dem Medikament behandelt. Perazin hat eine sedierende und antipsychotische Wirkung indem es bestimmte Neurotransmitter im zentralen Nervensystem in ihrer Wirkung inhibiert. Die Anwendung und Dosierung des Arzneimittels muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden und sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Bei der Einnahme sind bestimmte Nebenwirkungen wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Mundtrockenheit und Parkinson-ähnliche Symptome möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Perazin?

Perazin ist ein Arzneimittel, dass unter dem Handelsnamen Taxilan® auf dem Markt ist. Es ist der Gruppe der Phenothiazine zugehörig. Phenothiazine sind schwer wasserlösliche Substanzen. Sie werden nicht nur als Arzneimittel sondern auch als Insektizide oder Farbstoffe eingesetzt.

Pharmakologisch wirksame Phenothiazine sind hinsichtlich ihrer chemischen Struktur dem ersten entdeckten Neuroleptikum Chlorpromazin sehr ähnlich. Perazin ist ein mittelpotentes Neuroleptikum und kam in den 1960er Jahren auf den Markt. Der Wirkstoff ist in unterschiedlicher Dosierung erhältlich. Weitere Inhaltsstoffe des Medikaments sind unter anderem Cellulose, Copovidon, Natriumsalz, Magnesium und Eisen.

Pharmakologische Wirkung

Neuroleptika haben eine sedierende und antipsychotische Wirkung auf den menschlichen Organismus. Sie können hinsichtlich ihrer Generation und ihrer Potenz unterteilt werden. Perazin gehört wie Melperon oder Zuclopenthixol zu den mittelpotenten Neuroleptika der 1. Generation.

Psychotische Zustände können vor allen Dingen auf die Wirkmechanismen bestimmter Neurotransmitter im Gehirn zurückgeführt werden. Daher ist das Medikament auch im zentralen Nervensystem wirksam. Perazin ist ein sogenannter Dopaminantagonist. Es bindet an den Rezeptor für Dopamin im Gehirn und verhindert somit, dass Dopamin andocken kann. Infolgedessen wird die Wirkung von Dopamin gehemmt.

Das Arzneimittel beeinflusst daher die Wirkung des Neurotransmitters auf die menschliche Psyche. Durch die Hemmung von Dopamin wird die Signalweiterleitung an die Nervenendigungen eingeschränkt. Daraus folgt, dass Gefühle wie Spannung, Angst und Unruhe abnehmen. Gleichzeitig werden Halluzinationen und Wahnvorstellungen eingeschränkt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Perazin wird in der Medizin zur Behandlung von akuten psychotischen Syndromen eingesetzt. So findet es bei Wahnvorstellungen, Ich-Störungen und Halluzinationen Anwendung. Weitere Indikationsgebiete des Arzneimittels sind das sogenannte katatone Syndrom sowie exogene und endogene Psychosen.

Das katatone Syndrom ist ein psychomotorisches Syndrom das im Zusammenhang psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie auftreten kann. Charakteristisch sind verhaltensbedingte, emotionale und motorische Symptome. Weitere Indikationsgebiete sind manische Störungen und Erregungszustände wie starke Aggressivität.

Perazin sollte immer nach Anweisung des behandelnden Arztes eingenommen werden. Eine Dosisanpassung in Eigenregie kann zu unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen führen und sollte daher vermieden werden. Die Form der Darreichung, die Dauer der Anwendung und die Dosierung sollten individuell auf den Patienten und dessen Krankheitslast angepasst sein. Perazin hat eine antipsychotische Wirkung die ihr Maximum in einigen Fällen erst nach ein- bis dreiwöchiger Einnahme erreicht.

Die auf die Psychomotorik dämpfende Wirkung setzt demgegenüber unmittelbar ein. Stark schwankende Dosierungen sollten vermieden werden. Besonders nach langfristiger Einnahme darf das Medikament nicht abrupt abgesetzt werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Menschen die allergisch auf Perazin reagieren dürfen das Medikament nicht einnehmen. Zudem darf das Arzneimittel nicht verschrieben werden, wenn der Patient an einer schweren Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks leidet.

Unter bestimmten Krankheitserscheinungen wie Vorschädigung des Herzens, einem Grünen Star, schweren Lebererkrankungen, Vergrößerung der Prostata, Verengung des Magenausgangs und weiteren ist die Einnahme des Medikaments grundsätzlich möglich. In diesen Fällen ist jedoch besondere Vorsicht geboten.

Während der Einnahme von Perazin können bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Häufige negative Wirkungen sind Sedierung, Verkrampfung der Zunge oder der Schlundmuskulatur, Verdrehen der Augen sowie Kiefermuskelkrämpfe.

Weiterhin kann es zu einem Parkinson-Syndrom kommen. Dieses ist durch Steifigkeit, Bewegungsarmut und Zittern gekennzeichnet. Ist letzteres der Fall, sollte die Dosis des Medikaments reduziert werden. Besonders zu Beginn der Behandlung ist ein Abfall des Blutdrucks zu beobachten. Das Arzneimittel sollte daher bei einem stark erniedrigten Grundruck nicht verabreicht werden.

Teilweise sind auch Veränderungen des Blutbildes zu beobachten. Besonders bei hoher Dosierung können Mundtrockenheit, Gewichtsabnahme, Schwitzen, vermehrter Durst und Veränderungen des Augeninnendrucks mögliche Folgen sein.

Weitere Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, allgemeine Unruhe, veränderter Sexualtrieb, Atembeschwerden und Herzrhythmusstörungen treten eher selten auf.

Sehr selten kann die Behandlung mit Perazin zu dem lebensgefährlichen malignen neuroleptischen Syndrom führen. Durch eine individuell auf den Patienten abgestimmte und mit dem Arzt besprochene Dosierung können die meisten Nebenwirkungen jedoch vermieden werden. Das Medikament sollte nicht an Kinder unter 16 Jahren verabreicht werden. Perazin sollte ferner weder im ersten Trimester der Schwangerschaft noch während der Stillzeit eingenommen werden.

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