Pentostatin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Pentostatin

Pentostatin ist ein pharmazeutischer Wirkstoff, der zu den Antimetaboliten gehört und im Rahmen der Behandlung von Haarzellen-Leukämie Anwendung findet. Die Haarzellen-Leukämie zeichnet sich durch eine Anomalie der Lymphozyten aus und ist unter anderem durch eine Verringerung der weißen und roten Blutkörperchen sowie Anämie gekennzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pentostatin?

Bei Pentostatin handelt es sich um einen Wirkstoff mit der chemischen Summenformel C11H16N4O4, den Ärzte zur Behandlung von Haarzellen-Leukämie einsetzen. Die Haarzellen-Leukämie verdankt ihren Namen dem Haar-ähnlichen Erscheinungsbild bestimmter Lymphozyten bei Vorliegen des Krankheitsbildes.

Früher kam Pentostatin auch bei anderen Formen der Leukämie zum Einsatz, doch inzwischen gilt es zu diesem Zweck als weniger geeignet, da bei der Einnahme von Kombinationspräparaten schwere Nebenwirkungen auftraten. In Deutschland und anderen Ländern wenden es Ärzte deshalb in diesen Bereichen nicht mehr an und greifen stattdessen auf andere Medikamente und weitere Therapieformen zurück.

Pentostatin löst sich in Wasser und Methanol und kann in Medikamenten als einziger Wirkstoff oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen auftreten.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Pentostatin beruht nach derzeitigem Kenntnisstand auf der Hemmung eines Enzyms im Krebsgewebe. Bei einem Enzym handelt es sich um ein Biomolekül, das aus Eiweißen besteht und biochemische Reaktionen innerhalb von Organismen katalysiert, also beschleunigt. Enzyme sind substratspezifisch, da ein Enzym nur mit bestimmten Ausgangsstoffen arbeiten kann, und wirkungsspezifisch, da sie nicht beliebige Aktionen durchführen können, sondern zum Beispiel nur eine Molekülkette durchtrennen statt sie auch zusammenzuführen, zu erweitern oder anderweitig mit ihr zu reagieren.

Pentostatin hemmt das Enzym Adenosindesaminase, das für den Stoffwechsel und vor allem auch die Zellteilung des Tumors von großer Bedeutung ist. Allerdings kommt Adenosindesaminase auch in anderen, gesunden Zellen vor; Pentostatin ist deshalb, wie viele chemotherapeutische Medikamente, in gewissem Maße toxisch. Da sich Krebszellen besonders häufig teilen, sind sie von der Toxizität derartiger Wirkstoffe oft stärker betroffen als andere Zellen des menschlichen Körpers und unter Umständen kann Pentostatin auf diese Art und Weise zur Bekämpfung der Leukämie beitragen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Pentostatin kommt bei der Behandlung von Haarzellen-Leukämie zur Anwendung. Diese ist u.a. durch eine Verringerung der weißen und roten Blutkörperchen, sowie Anämie gekennzeichnet.

Pentostatin kann bei der Behandlung von Haarzellen-Leukämie zum Einsatz kommen. Die Haarzellen-Leukämie befällt das Lymphsystem des Menschen, das für das Immunsystem eine zentrale Bedeutung innehat. Aus diesem Grund gehört die bösartige Haarzellen-Leukämie zu den sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen, die ihrerseits zu den chronischen Leukämien zählen.

Drei Symptome sind für die Haarzellen-Leukämie besonders typisch:

Durch diese drei Kernsymptome können bei der Haarzellen-Leukämie weitere Symptome wie eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Müdigkeit, Schwindel und Blässe entstehen. Darüber hinaus können Blutungen ungewöhnlich lange benötigen, bis sie versiegen.

Anämie, Leukopenie und Thrombozytopenie gehen bei der Haarzellen-Leukämie möglicherweise auf eine Funktionsstörung des Knochenmarks zurück, das wesentlich an der Synthese der Blutzellen beteiligt ist. Des Weiteren besitzen Personen, die unter dieser Krankheit leiden, häufig eine vergrößerte Milz und seltener eine vergrößerte Leber. Die Krankheit manifestiert sich im Durchschnitt erst nach dem 50. Lebensjahr und ist insgesamt selten.

Die Einnahme des Medikaments erfolgt in der Regel über eine Infusion. Neben Pentostatin kommen zur Behandlung der Haarzellen-Leukämie auch andere Purinanaloga in Frage.




Risiken & Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Pentostatin können verschiedene Nebenwirkungen in Erscheinung treten. Sie können, müssen jedoch nicht, gemeinsam auftreten und können sich auch in verschiedenen Kombinationen zeigen. Grundsätzlich müssen Ärzte und Patienten im Einzelfall abstimmen, ob das Verhältnis von Risiken und Nutzen individuell angemessen erscheint. Der Medizin sind unter anderem Wechselwirkungen mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Vidarabin bekannt. Es wird auch von einer Anwendung abgeraten, wenn der Patient bereits in der Vergangenheit überempfindlich auf Pentostatin reagierte.

Vor allem während der ersten Wochen einer medikamentösen Therapie mit Pentostatin kann der Wirkstoff außerdem eine sogenannte Myelosuppression hervorrufen. Dabei handelt es sich um eine Komplikation, die das Knochenmark des Patienten betrifft und deshalb auch als Knochenmarkshemmung oder Knochenmarksdepression bekannt ist. Bei gesunden Menschen bildet das Knochenmark Blutzellen. Infolge der Medikation kann diese Funktion einer Störung unterliegen.

Zu den potenziellen Nebenwirkungen von Pentostatin gehören des Weiteren Beschwerden des Verdauungssystems wie Übelkeit und Erbrechen sowie Müdigkeit, [Fieber]] und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, die auf eine Störung des Immunsystems zurückgeht und auch bereits bestehende Infekte verschlimmern kann.

Darüber hinaus zeigen einige Patienten bei der Einnahme von Pentostatin eine verringerte Anzahl von weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Um die zahlreichen möglichen Nebenwirkungen ggf. frühzeitig zu entdecken, finden begleitend zur Behandlung üblicherweise regelmäßige Blutkontrollen und weitere Untersuchungen statt.

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