Pentetrazol

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juni 2017
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Bei Pentetrazol handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff, der eine stimulierende Wirkung auf den Kreislauf des Patienten entfaltet. Pentetrazol ist ein bizyklisches Derivat von Tetrazol. Der entscheidende Effekt des Arzneimittels Pentetrazol besteht darin, dass es die für die Atmung sowie die Aktivität des Herzens zuständigen Bereiche im Hirn stimuliert. Erhalten Menschen das Medikament in hohen Dosierungen, so erleiden die Personen meist Krämpfe. Aus diesem Grund fand Pentetrazol zu früheren Zeiten Anwendung in der Schocktherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pentetrazol?

Grundsätzlich gehört Pentetrazol zur medizinischen Wirkstoffgruppe der Konvulsiva. Das Arzneimittel ist auch unter den Bezeichnungen Pentylenetetrazol, Leptazol und Metrazol bekannt. Die molare Masse der Substanz beträgt circa 138. Bei Raumtemperatur liegt Pentetrazol in festem Aggregatszustand vor.

Der Stoff Pentetrazol zeichnet sich durch einen stechenden Geruch sowie einen bitteren Geschmack aus. Pentetrazol erscheint meist in der Form von Kristallen. Die Schmelztemperatur der Substanz bewegt sich zwischen 57 und 60 Grad Celsius. Zudem löst sich Pentetrazol relativ gut in Wasser sowie in zahlreichen anderen organischen Lösungen.

Der Wirkstoff Pentetrazol weist eine vergleichsweise hohe Stabilität auf und ist relativ resistent gegen Angriffe anderer chemischer Stoffe. Grundsätzlich bildet sich Pentetrazol durch eine spezielle chemische Reaktion, bei der Cyclohexanon und Stickstoffwasserstoffsäure miteinander reagieren. Der Chemiker Karl-Friedrich Schmidt entdeckte die Substanz, die anschließend bei zahlreichen anderen Forschern und Ärzten im medizinischen Bereich zur Anwendung kam.

Dabei besteht die Wirkung von Pentetrazol unter anderem darin, dass es Krämpfe beim Patienten auslöst. Deshalb setzen Mediziner das Medikament beispielsweise in der Schocktherapie ein. In der heutigen Zeit ist Pentetrazol als Arzneimittel in zahlreichen Ländern nicht mehr auf dem pharmazeutischen Markt erhältlich. Grund dafür sind in erster Linie schwerwiegende Komplikationen und Nebenwirkungen, die bei einigen Menschen zum Tod führten. Im Jahr 1982 verbot die Food and Drug Administration in den USA die Verwendung von Pentetrazol beim Menschen.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Pentetrazol gehört zu jenen Konvulsiva, die insbesondere auf das Stammhirn einwirken. Zudem gilt Pentetrazol als Analeptikum und stimuliert die Gehirnzentren, die den Kreislauf und die Atmung steuern. Dabei aktiviert das Mittel vor allem bestimmte Neuronen und ist in der Lage, epilepsieähnliche Krampfanfälle auszulösen. Von einer echten Epilepsie sind diese Krämpfe nur durch Untersuchungen mittels Elektroenzephalogramm differenzierbar.

Zu früheren Zeiten kam der Arzneistoff Pentetrazol zum Beispiel als Gegenmittel bei einer Vergiftung bzw. Überdosis mit bestimmten Schlafmitteln, den sogenannten Barbituraten, zum Einsatz. Jedoch verursacht Pentetrazol teilweise ernsthafte Komplikationen, die mitunter tödlich enden. So erleiden einige Personen nach der Einnahme von Pentetrazol Krämpfe und eine damit einhergehende Hypoxie, die manchmal zum Tod führt.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Der medizinische Wirkstoff Pentetrazol kommt sowohl als Analeptikum als auch als Konvulsiva des Stammhirns zum Einsatz. Dabei stimuliert Pentetrazol insbesondere die Neuronen bestimmter Areale des Gehirns. Da Pentetrazol vor allem auf jene Bereiche wirkt, die die Atmung und den Kreislauf steuern, entfalten sich die Effekte des Medikaments auch auf das Herz.

Mitunter bewirkt Pentetrazol Krampfanfälle, die nur schwer von einer klassischen Epilepsie unterscheidbar sind. Dabei handelt es sich allerdings um eine unerwünschte Wirkung des Medikaments. In der Vergangenheit fand Pentetrazol vor allem Anwendung als Gegenmittel für Vergiftungen mit Barbituren. Zudem galt Pentetrazol als ein beliebtes kreislaufstimulierendes Mittel. Außerdem verwendeten Mediziner Pentetrazol in der Schocktherapie und machten sich dabei die krampfauslösende Wirkung zunutze.

Bedingt durch die Komplikationen und Nebenwirkungen von Pentetrazol ist der Wirkstoff heutzutage jedoch in zahlreichen Ländern nicht mehr erhältlich. So kommt Pentetrazol heute hauptsächlich in Tierversuchen zum Einsatz. Forscher nutzen Pentetrazol dabei zu Beispiel, um Krämpfe auszulösen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme des Wirkstoffes Pentetrazol führt bei manchen Patienten zu erheblichen Nebenwirkungen und Komplikationen, weshalb es als Arzneimittel inzwischen in vielen Ländern die Zulassung verloren hat. Zum einen verursacht Pentetrazol in manchen Fällen allgemeine Beschwerden des Verdauungstraktes, zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen. Zum anderen löst Pentetrazol mitunter epilepsieartige Krämpfe aus. Das Risiko für Krämpfe steigt dabei mit der Höhe der Dosierung.

Diese Krämpfe resultieren bei einigen Menschen in einer Hypoxie, die in zahlreichen Fällen tödlich endet. Vor allem aus diesem Grund findet Pentetrazol als Medikament in der Humanmedizin heute kaum noch Verwendung.

Bei einer Hypoxie handelt es sich um einen stets lebensbedrohlichen Zustand, in dem die ausreichende Versorgung des Organismus oder bestimmter Körperbereiche mit Sauerstoff nicht mehr gewährleistet ist. Die Patienten sind panisch und leiden an Tachykardie und Zyanose. Bei einer ausbleibenden Therapie verlieren die Personen das Bewusstsein, fallen ins Koma oder erleiden einen Kreislaufstillstand.

Zudem sind vor einer Einnahme von Pentetrazol bestimmte Wechselwirkungen mit anderen medizinischen Substanzen zu beachten. Nehmen Patienten Pentetrazol beispielsweise zur gleichen Zeit wie das Medikament Haloperidol ein, steigt das Risiko für Krampfanfälle. Ist eine gleichzeitige Verabreichung beider Arzneimittel notwendig, sind die Personen in jedem Fall streng ärztlich zu überwachen.

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