Pentamidin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Pentamidin ist ein Wirkstoff, der u. a. zur Behandlung der sogenannten Westafrikanischen Trypanosomiasis, die auch Schlafkrankheit genannt wird, zum Einsatz kommt. Pentamidin kann zu sehr starken Nebenwirkungen führen, weswegen der Arzneistoff stets ultima ratio bleiben sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pentamidin?

Der Arzneistoff Pentamidin wird in der Humanmedizin verwendet, um die Westafrikanische Trypanosomiasis (Westafrikanische Schlafkrankheit) sowie bestimmte Erkrankungen, die durch Pneumocystis jirovecii hervorgerufen werden, zu behandeln.

Aufgrund seiner chemischen und pharmakologischen Eigenschaften wird der Arzneistoff als Antiprotozoikum bezeichnet. Hierunter versteht man Wirkstoffe, die zur Infektionsbekämpfung eingesetzt werden, wenn die Ursache der Infektion auf einen einzelnen Erreger (Protozoen) zurückgeführt werden kann.

Pentamidin wurde zu Beginn der 1930er Jahre in England bewusst und gezielt zur Bekämpfung der Westafrikanischen Trypanosomiasis entwickelt. In der Chemie wird Pentamidin durch die Summenformel C 19 – H 24 – N 4 – O 2 beschrieben, was einer moralen Masse von 340,422 g/mol entspricht. Der Vertrieb erfolgt unter dem Handelsnamen Pentacarinat®. Es gelten eine strenge Apotheken- und Verschreibungspflicht.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Pentamidin greift an verschiedenen Punkten den Stoffwechsel der anvisierten Krankheitserreger an. Eine Wirksamkeit besteht gegenüber Pneumocystis jirovecii sowie dem Erreger der Westafrikanischen Schlagkrankheit, zu deren Bekämpfung der Wirkstoff gezielt entwickelt wurde.

Die Wirkung von Pentamidin gilt als parasitär. Der Arzneistoff tötet Krankheitserreger effektiv und nachhaltig ab.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Pentamidin kann gegen mehrere Erreger der Gruppe der Protozoen verwendet werden. Das medizinische Anwendungsgebiet von Pentamidin erstreckt sich deshalb neben der Behandlung der Schlafkrankheit auch auf die Bekämpfung von Pneumocystis jirovecii. Diese Pilze stammen aus der Gattung der Pneumocystis und gelten als Erreger von besonders schweren Lungenentzündungen, die vor allem bei immungeschwächten Menschen (z. B. AIDS-Patienten) oder Säuglingen auftritt.

Eine Indikation besteht auch bei einer diagnostizierten Leishmaniose. Hierbei handelt es sich um eine subtropische Infektionskrankheit.

Der Einsatz von Pentamidin erfolgt überwiegend als Isethionat. Zur Therapie der Schlafkrankheit sowie einer Leishmaniose wird der Wirkstoff allerdings in der Regel parenteral, also am Darm vorbei, verabreicht. In Betracht kommen Injektionen und Infusionen.

Patienten, die an AIDS erkrankt sind und infolgedessen an einer schweren Lungenentzündung leiden, erhalten Pentamidin meist durch Inhalation. Grund hierfür ist, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen sowie deren Intensität durch die Inhalation vermindert werden können.

Da Pentamidin sehr starke und zum Teil gefährliche Nebenwirkungen aufweisen kann, stellt der Wirkstoff stets das letzte zur Verfügung stehende Mittel einer Therapie dar. Der Arzneistoff gilt damit als ultima ratio. Hieraus folgt eine strenge Apotheken- und Verordnungspflicht.

Der Wirkstoff darf nur nach vorheriger Verschreibung an Patienten abgegeben werden. Eine ärztliche Überwachung ist während der Dauer der Einnahme angezeigt. Diese ist in der Regel dadurch gewährleistet, dass Infusionen und Injektionen durch medizinisches Fachpersonal erfolgen und die Inhalation nur unter entsprechender Aufsicht durchgeführt wird.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme von Pentamidin kann zu sehr starken Nebenwirkungen führen, die unter Umständen Langzeitschäden verursachen. So kommt es bei ca. 10% der Behandelten (und damit sehr häufig) zu Störungen des Glukosestoffwechsels. Diese gehen mit akuten Verringerungen des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämien) einher, die zu Diabetes mellitus führen können.

Ebenfalls kann es zum Entstehen von zum Teil lebensgefährlichen Störungen des Elektrolythaushalts kommen, die sich vor allem in einer starken Konzentration von Kalium zeigen (Hyperkaliämie).

Bei der Verabreichung durch Injektion sind starke Schmerzen an der Injektionsstelle üblich. Zudem sind akute Funktionsstörungen der Nieren möglich. Darüber hinaus wurde in der Literatur über Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, insbesondere Übelkeit, Durchfall (Diarrhoe), Erbrechen, Magenkrämpfe und Magenschmerzen sowie Verstopfung (Obstipation) berichtet.

Möglich sind auch Hautreaktionen wie Juckreize, Rötungen und brennende Stellen. Zu den weiteren Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen sowie ein allgemeines Unwohlsein.

In Extremfällen kann es nach der Einnahme von Pentamidin auch zu starkem Blutdruckabfall (Hypotonie) sowie einem QT-Syndrom kommen. Die Anwendung hat gänzlich zu unterbleiben, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt.

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