Peniskrebs (Peniskarzinom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Peniskrebs oder Peniskarzinom wird zumeist bei Männern im Alter ab sechzig Jahren diagnostiziert und bezeichnet die seltene Form einer Krebserkrankung der äußeren männlichen Geschlechtsorgane. Peniskrebs gehört zu den Krebsarten, die bei Vorsorgeuntersuchungen erkannt und operativ geheilt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Peniskrebs

Bei Peniskrebs bzw. Peniskarzinom bilden sich Tumore am Penis und dabei insbesondere an der Eichel und der Vorhaut. Peniskrebs breitet sich nur selten über die Blutbahn in den Rest des Körpers aus. Es handelt sich bei Peniskrebs um einen langsam wachsenden Tumor, der in den ersten Stadien keine oder wenige Beschwerden verursacht.

Unbehandelt kann er jedoch die Schwellkörper, Prostata, die Harnröhre und die Lymphknoten des Unterleibs befallen. Charakteristisch für die Krebsart ist ein Plattenepithelkarzinom. Dabei handelt es sich um einen in der obersten Hautschicht entstehenden bösartigen Tumor, der oft warzenhaft oder geschwürähnlich aussieht.

Auch andere Hautkrebsarten können am Penis entstehen. Eine Entartung der Pigmentzellen, wie sie beim malignen Melanom vorkommt, ist ebenfalls als Peniskrebs möglich.

Ursachen

Neben der altersbedingten Zellentartung wird bei Peniskrebs eine virusbedingte Entstehung vermutet. Im Blickpunkt stehen dabei Infektionen durch HPV, die bei Frauen für einige Gebärmutterkrebserkrankungen ursächlich sind.

Zum Teil gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese humanen Papillomaviren bei Männern durch eine Infektion auch Peniskrebs verursachen können. Da grundsätzlich Infektionserkrankungen als Ursache für Peniskrebs gelten, ist mangelnde Hygiene ein Risikofaktor für die Erkrankung an Peniskrebs. Der sich unter der Vorhaut bildende Vorhauttalg (Smegma) stellt bei nicht sorgfältiger Entfernung in der täglichen Körperpflege einen Nährboden für Erkrankungen dar.

Hinzu kommen noch krankhafte Veränderungen der Vorhaut wie die Vorhautverengung. Bei sogenannten Phimose lässt sich als Ursache für Peniskrebs durch eine Verengung die Vorhaut ebenfalls nicht genug für eine ausreichende Säuberung der Eichel zurückschieben.

Typische Symptome & Anzeichen

Bei Peniskrebs kommt es nur selten zu frühen Beschwerden. Gelegentlich kann jedoch übel riechender Ausfluss vorkommen. Auch Blutungen sind dann möglich. Bei manchen Patienten wurden auch Verhärtungen und Schwellung im Bereich der Eichel festgestellt.

Diagnose & Verlauf

Durch Abtasten und Ansehen diagnostiziert der untersuchende Arzt zunächst grundsätzlich einen Verdacht auf Peniskrebs. Eine Biopsie dient der Klärung, um welche Art von Peniskrebs es sich handelt, während weitere Verfahren schließlich eingesetzt werden, die Ausdehnung des Tumors zu bestimmen.

Die Diagnose erfolgt über Ultraschalluntersuchungen und Tomographie-Verfahren. Im Frühstadium befällt Peniskrebs zunächst nur Eichel und Vorhaut. Erst im weiteren Verlauf dringt er über die Schwellkörper und die Harnröhre in den Körper vor. Diese entstehen dadurch, dass die krankhaft angeschwollenen Lymphknoten in den Leisten den Abtransport des Gewebewassers aus den Beinen blockieren.

Selten und im fortgeschrittenen Verlauf kann Peniskrebs Metastasen an weiter entfernten Stellen des Körpers bilden, die erst mit den bildgebenden Verfahren entdeckt werden können.

Komplikationen

Zwar handelt es sich beim Peniskrebs (Peniskarzinom) um einen bösartigen Tumor. Da sich das Karzinom in der Regel aber sehr langsam entwickelt, bestehen bei einer frühzeitigen Behandlung meist sehr gute Heilungschancen. In über 90 Prozent aller Fälle überleben die frühzeitig behandelten Patienten mehr als fünf Jahre. Weil bei der Erkrankung aber meist nur unspezifische Beschwerden und oft keine Schmerzen auftreten, kann es passieren, dass die erste Behandlung zu spät und manchmal sogar erst nach dem Auftreten von Metastasen erfolgt.

In diesen Fällen verschlechtert sich die Prognose merklich. Oftmals muss dann der Penis vollständig amputiert werden. Mitunter werden Metastasen in den Lymphknoten und anderen Organen beobachtet. Bei Auftreten von Fernmetastasen muss eine zusätzliche Behandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie erfolgen. Allerdings ist in diesen Fällen eine Heilung nicht mehr möglich. Lediglich der Verlauf der Krebserkrankung kann noch verzögert werden. Bei Vorliegen von Fernmetastasen besteht lediglich zu fünf Prozent eine Fünfjahres-Überlebenschance.

In diesem Stadium der Erkrankung helfen oft nur noch palliative Maßnahmen, um den Leidensdruck der Patienten zu verringern. In den meisten Fällen handelt es sich beim Peniskarzinom um ein Plattenepithelkarzinom, welcher sehr langsam voranschreitet und dadurch auch noch in späteren Stadien gut behandelbar ist. Bei Vorliegen des seltenen Melanoms, einem äußerst bösartigen Hautkrebs, ist jedoch die Prognose der Erkrankung bereits in den frühen Erkrankungsphasen oft sehr schlecht.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von Peniskrebs kommt es entscheidend darauf an, den Tumor so früh wie möglich zu entdecken. Peniskrebs wird hauptsächlich operativ entfernt. Damit der Eingriff so wenig Gewebe wie möglich schädigt und der Penis erhalten bleiben kann, ist eine frühe Entdeckung notwendig.

Hat der Peniskrebs bereits die Schwellkörper erreicht, bleibt als einzige Option oftmals nur die psychisch stark belastende Amputation des gesamten Penis. In diesem Stadium ist Peniskrebs allerdings noch trotz der Amputation heilbar. Erst wenn der Befall weiter fortgeschritten ist, scheidet eine lebensrettende Operation bei Peniskrebs aus.

Chemotherapie und Bestrahlungen werden in diesem späten Stadium nicht mehr zur Bekämpfung von Peniskrebs eingesetzt, sondern sollen die Symptome ablindern. Da Peniskrebs die Lymphknoten in den Leisten befällt, kommt es als ein Symptom für ein fortgeschritteneres Stadium zu Wasseransammlungen in den Beinen, die durch die Bestrahlung und Lymphdrainage wieder reduziert werden.

Gegen Ende der Erkrankung verursachen Peniskrebs und seine Metastasen schmerzhafte Zustände, die im Wege durch die individuell dosierte Gabe von Schmerzmitteln behandelt werden.

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Vorbeugung

Da Peniskrebs im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung für Männer ab dem 45. Lebensjahr die beste Methode, den Tumor früh genug zu erkennen. Im Hinblick auf die starke Beteiligung von Infektionskrankheiten gehört eine sorgfältige Körperhygiene zu den besten Maßnahmen, die Entstehung zu verhindern. Auch eine Vorhautbeschneidung zur Vorbeugung gegen Peniskrebs ist anzudenken.

Bücher über den Penis & Peniskrebs

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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