Penisbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Ein Penisbruch, also eine Ruptur des Schwellkörpers bzw. der umgebenden Gewebeschicht, ist eine seltene aber schwere Verletzung des männlichen Geschlechtsorgans. Eine Penisruptur erfordert immer ärztliche Hilfe, in den meisten Fällen ist eine Operation nicht zu umgehen, damit mögliche Langzeitfolgen wie erektile Dysfunktionen verhindert werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Penisbruch?

Der Begriff Penisbruch ist missverständlich, da es sich bei der so genannten Penisruptur um keinen Knochenbruch handelt. Der Penis enthält nämlich keinen Knochen.

Bei einer Penisruptur kommt es zu einem Einriss der Tunica albuginea, der Gewebeschicht, welche den Schwellkörper des Penis umgibt und welche hilft die Erektion aufrecht zu erhalten. Auch der Penisschwellkörper selbst kann überdehnt werden oder sogar einreißen.

Nur im erigierten Zustand kann es zu einer Penisruptur kommen, nämlich dann, wenn das erigierte Glied zu stark gebogen wird. Eine Penisruptur ist relativ selten, bedarf aber fast immer ärztlicher Hilfe.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für eine Penisruptur stehen in Zusammenhang mit vaginalem Geschlechtsverkehr bzw. Masturbation. So kann es zu einem Abknicken des Penis kommen, wenn er auf den Beckenknochen bzw. das Perineum der Frau auftrifft.

Dies geschieht am häufigsten, wenn die Frau beim Geschlechtsverkehr oben, auf dem Mann sitzt ("reitet""), und den Penis verliert, sodass durch ihr Gewicht der Penis abgeknickt wird. Penisrupturen können auch zustande kommen, wenn versucht wird einen erigierten Penis zu verbergen und dieser zu stark hinabgedrückt wird.

Nur selten kann sich ein Mann eine Penisruptur im Schlaf zuziehen. Dies kann geschehen, wenn er mit seinem gesamten Gewicht auf dem erigiertem Glied liegt und dieses dadurch stark abgebogen wird. Kommt es zu Verletzungen des Penis im schlaffen Zustand, etwa durch Tritte oder Schläge, hat dies keine Penisruptur zur Folge. Zu dieser Verletzung kann es nur bei einer Erektion kommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnosestellung erfolgt durch einen Blick- und Tastbefund des behandelnden Arztes. Aus der Anamneseerstellung ergibt sich häufig bereits die Verdachtsdiagnose. Typischerweise schildern Betroffene ein lautes Knackgeräusch.

Der Penis erschlafft sofort und der Mann spürt einen stechenden Schmerz in der Genitalgegend. Darüber hinaus ist ein großes, dunkles Hämatom am geschwollenen Penis zu sehen. Alleine dieser Bluterguss lässt meist eine einfache Blickdiagnose zu. Wurde die Harnröhre verletzt, kann sich Blut im Urin finden. Um eine Verletzung der Harnröhre zu diagnostizieren, wird eine Urethografie erstellt, also ein Röntgen der Harnröhre bei dem ein Kontrastmittel eingespritzt wird.

Der weitere Verlauf dieser Verletzung hängt von der Behandlung ab. Grundsätzlich ist die Prognose gut. Kommt es zu keiner Behandlung, kann dies zu einer Penisverkrümmung oder zu Erektionsschwierigkeiten führen.

Komplikationen

Eine Penisruptur zieht einige Komplikationen nach sich, die umso häufiger auftreten, desto länger mit der Operation der betroffenen Schwellkörper gewartet wird. Dabei gilt, dass ein schnelles Handeln und ein ärztliches Versorgen des Gliedes und der Harnröhre entstehenden Komplikationen gut vorbeugen können.

Ein Penisbruch kann zum Beispiel eine Penisverkrümmung (erworbene Penisverkrümmung) nach sich ziehen, da das Gewebe eventuell vernarbt oder in einer gestauchten Form verheilt. Eine solche Krümmung ist in erster Linie ein ästhetisches Problem, kann aber, abhängig von der Schwere, auch zu erheblichen Schwierigkeiten beim Geschlechtsakt führen.

Eine Harnröhrenverengung kann ebenfalls auftreten. Sie kann durch ein verengtes Verwachsen des defekten Gewebes zustande kommen oder auch im Rahmen einer ärztlichen Versorgung durch die Verletzung der Harnröhre entstehen. Dadurch kann sie vernarben. Dies führt zu Problemen beim Wasserlassen, einer erhöhten Infektanfälligkeit und kann zu Schmerzen führen. Eine Harnröhrenverengung ist behandelbar.

Sind die Schwellkörper irreparabel geschädigt, oder liegen Nervenschäden vor, kann eine erektile Dysfunktion eintreten. Der teilweise bestehende oder vollständige Verlust der Erektionsfähigkeit bedeutet für die Betroffenen oftmals auch eine starke psychische Belastung. Es kann auch zu Schmerzen bei auftretenden Erektionen nach einer Operation kommen. Es ist möglich, dass diese langanhaltend bestehen bleiben.

Behandlung & Therapie

Um etwaige Komplikationen zu verhindern, ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn der Verdacht auf eine Penisverletzung besteht. In sehr vielen Fällen ist eine Operation unumgänglich. Diese ist umso erfolgversprechender je schneller sie durchgeführt werden kann.

Eine Operation soll verhindern, dass es aufgrund der Penisruptur zu Funktionsstörungen im weiteren Verlauf kommt. Als erste Maßnahme nach einer Penisruptur ist die Kühlung der betroffenen Stelle durch das Auflegen von Eis empfehlenswert, da dies das Ausmaß der Schwellung reduziert. Liegt keine schwere Ruptur vor, kann konservativ behandelt werden. Dabei wird ein Druckverband gelegt und der Penis gekühlt.

Da eine Penisruptur sehr schmerzhaft ist, werden auch Schmerzmittel gegeben. Weiters erfolgt eine Behandlung mit Medikamenten zur Reduktion einer schmerzhaften Erektionen. Nach einer Operation des Penis ist es nötig mindestens vier Wochen lang keinen Geschlechtsverkehr zu haben, damit die Naht gut verheilen kann und keinen starken Belastungen ausgesetzt ist.

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Vorbeugung

Grundsätzlich sind Penisrupturen seltene Verletzungen, welche hauptsächlich durch sehr heftige sexuelle Betätigung zustande kommen. Das Bewusstsein darüber, dass so etwas wie eine Penisruptur existiert und wie diese entstehen kann, ist ein wichtiger Schritt, um Verletzungen vorzubeugen. Darüber hinaus sollte beim Geschlechtsverkehr und auch bei der Masturbation auf einen sorgsamen Umgang mit dem Penis geachtet werden.

Bücher über den Penis

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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