Penciclovir

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Der medizinische Wirkstoff Penciclovir wird als Virostatikum zur Therapie von Herpesinfektionen eingesetzt. Bei chemischer Betrachtung handelt es sich um eine Verbindung, die funktionelle und strukturelle Ähnlichkeiten zu Guanin aufweist. Für Penciclovir besteht eine Zulassung in den USA und Europa inklusive des deutschsprachigen Raumes (Deutschland, Österreich, Schweiz).

Inhaltsverzeichnis

Was ist Penciclovir?

Penciclovir ist ein Analogon von Guanin. Das bedeutet, dass Penciclovir bei chemischer und pharmakologischer Betrachtung in funktioneller und struktureller Hinsicht eine sehr große Ähnlichkeit zu der Nukleinbase Guanin aufweist. Diese Ähnlichkeiten haben Auswirkungen auf den Wirkmechanismus.

Penciclovir wird als Virostatikum eingesetzt, um Herpes-Infektionen vom Typ simplex zu therapieren. Der Arzneistoff weist eine morale Masse von 253,26 g/mol auf, was einer chemischen Summenformel von C 10 – H 15 – N 5 – O 3 entspricht. Die bei regulärer Raumtemperatur feste Substanz ist wasserlöslich und wird meist als Salbe zur ausschließlich äußeren Anwendung im Gesicht vertrieben.

In Europa unterliegt Penciclovir der Apothekenpflicht. Medikamente, die den Wirkstoff enthalten, können deshalb ausschließlich über lizensierte Apotheken erworben werden. Penciclovir unterliegt allerdings keiner Rezeptpflicht.

Da der Hersteller Novartis, ein schweizerisches Pharmaunternehmen mit Sitz in Basel, alleiniger Inhaber des Patents ist, existieren keine Generika. Der Vertrieb erfolgt deshalb ausschließlich durch Novartis. Dennoch kommen unterschiedliche Handelsnamen zum Einsatz, die je nach Dosierung und Vertriebsland variieren (z. B. Fenivir®, Denavir® oder Fenistil®).

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Die Wirkung von Penciclovir lässt sich als antiviral beschreiben. Die Substanz ist folglich wirksam in der Lage, bestimmte Viren, die Infektionserkrankungen auslösen, gezielt abzutöten. Aufgrund dieser Wirkungen zählt Penciclovir zu den Virostatika.

Eine Verwendung ist allerdings nur gegen die Herpes simplex-Viren möglich, da gegen andere Formen des Virus keine relevante Wirksamkeit besteht.

Zudem ist Penciclovir eine sogenannte Prodrug. Demzufolge ist der Arzneistoff selbst nicht direkt wirksam. Vielmehr wird er im Körper durch Verstoffwechselung (Metabolisierung) in die verwandte Substanz Penciclovirtriphosphat umgewandelt, die sodann die antiviralen Effekte herbeiführt. Das Penciclovirtriphosphat hemmt die Vervielfältigung der Virus-DNA, indem die Polymerase der DNA verhindert wird.

Aus pharmakologischer Hinsicht ist zudem hervorzuheben, dass Penciclovir im Vergleich zu anderen Herpes-Medikamenten wie etwa Aciclovir eine wesentlich längere Halbwertszeit hat.

In der Literatur konnte aufgezeigt werden, dass Penciclovir bei ordnungsgemäßer Anwendung in der Lage ist, die Symptome einer Herpes-Infektion (z. B. Läsionen auf der Lippe) innerhalb eines halben Tages zu reduzieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Penciclovir wird ausschließlich zur lokalen Anwendung in Form von Salben bzw. Cremes vertrieben. Diese werden unmittelbar auf die Fieberbläschen aufgetragen. Die Applikation darf jedoch ausschließlich im Gesicht erfolgen.

Die exakte Dosierung hängt von zahlreichen Faktoren ab, weswegen sie nicht immer identisch sein muss. In der Regel ist jedoch alle zwei Stunden eine Applikation anzuraten. Hierbei ist es wichtig, das Medikament mit möglichst sauberen Fingern aufzutragen, um weitere Infektionen zu verhindern. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt vier Tage.

Die im deutschsprachigen Raum vertriebenen Präparate unterliegen zwar der Apotheken-, nicht jedoch der Rezeptpflicht. Sie können deshalb auch ohne vorherige ärztliche Verordnung erworben werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da es sich bei Penciclovir um einen medizinsichen Arzneistoff handelt, können auch bei ordnungsgemäßer Anwendung der Creme bzw. Salbe Risiken und Nebenwirkungen bestehen. Grundsätzlich gilt der Wirkstoff jedoch als sehr sicher. In zahlreichen Studien wurde die Substanz an weit über 1.000 Probanden getestet.

So konnte herausgefunden werden, dass einige Patienten nach der Anwendung Hautreaktionen zeigten. Diese äußerten sich durch Rötungen, einem stechenden Gefühl, lokaler (nicht vorübergehender) Taubheit sowie in einem mittleren bis starken Brennen. Beim Auftreten dieser Nebenwirkungen sollte von der Anwendung abgesehen werden. Ein Arzt ist zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Wechselwirkungen zwischen Penciclovir und anderen Arzneien sind nicht bekannt. Der behandelnde Arzt ist dennoch über alle eingenommen Medikamente zu informieren.

Ferner darf Penciclovir nicht eingenommen werden, wenn eine Kontraindikation besteht. Von einer Kontraindikation wird gesprochen, wenn die Behandlung mit dem Wirkstoff aus ärztlicher Sicht unterbleiben sollte, weil Gegenanzeigen vorhanden sind, die zu Gefahren führen. Das ist bei Penciclovir dann der Fall, wenn eine Allergie oder Unverträglichkeit bekannt ist.

Auch ist die Creme ausschließlich zur äußerlichen Behandlung des Gesichts geeignet. Penciclovir darf also nicht auf die Augen oder den Genitalbereich aufgetragen werden.

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