Pasteurella

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Pasteurella sind parasitäre Erreger aus der Familie Brucella. Bevorzugt befallen die Bakterien Nutztiere, können aber auf den Menschen übertragen werden. Das Stäbchenbakterium Pasteurella pestis gilt als Erreger der Beulen- und Lungenpest.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pasteurella?

Parasiten befallen anderen Lebewesen und ernähren sich von den Wirtsorganismen oder nutzen sie zu Fortpflanzungszwecken. Die meisten Parasiten töten ihre Wirtslebewesen nicht, da sie selbst zum Überleben auf den Wirt angewiesen sind. Parasiten können Wirte allerdings schädigen, ihre Organfunktionen beeinträchtigen, Zellen zerstören oder Nährstoffmangel hervorrufen. Zu diesen Parasiten zählt der parasitäre Erreger Pasteurella.

Der Erreger zählt zur Familie Brucella. Die Gattung umgreift verschiedene gramnegative Stäbchenbakterien, die insbesondere im Urogenitaltrakt von Nutztieren wie Rindern, Schweinen und Schafen vorkommen. Für den Menschen sind die Parasiten nur in seltenen Fällen mit ernstzunehmenden Gefahren verbunden. Die Brucella Pasteurella werden nichtsdestotrotz als humanpathogen klassifiziert und sind für den Menschen demzufolge mit einem Krankheitswert verbunden.

Infektionen mit Brucella sind deutschlandweit meldepflichtig. Eine Infektion kann beim Menschen in seltenen Fällen eine Brucellose hervorrufen. Zu den bekanntesten Arten der Pasteurella zählen die Pasteurella multocida, pestis, pseudotuberculosis, tularensis, stomatis und canis.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Pasteurella sind stäbchenförmige Bakterien und teilen sich mittels Spaltung. Sie enthalten keinen Zellkern und sind nicht mit Organellen ausgestattet. Die meisten Spezies der Pasteurella sind aerob, das heißt, dass die zum Überleben auf Sauerstoff angewiesen sind. Der Stoffwechsel von aeroben Erregern benötigt Sauerstoffmoleküle, um die erforderlichen Stoffwechselprodukte zu generieren. Das Gegenteil des aeroben Stoffwechselwegs ist der anaerobe Stoffwechselweg, bei dem der Organismus zur Gewinnung der Stoffwechselprodukte auf andere Molekülformen zurückgreift. Einige Spezies der Pasteurella sind fakultativ anaerob. Das bedeutet, dass sie im Notfall auch ohne Sauerstoff auskommen können.

Die Bakterien sind asporogen, bilden also keine Sporen. Für die Bakterienart gilt außerdem das Prinzip der Zoonose. Die Erreger können demzufolge vom Tier auf den Menschen und vom Menschen auf Tiere übertragen werden. Die stäbchenförmigen Bakterien befallen bevorzugt Nutztiere wie Rinder, Schafe oder Schweine. Die Übertragung findet in der Regel durch Kontakt statt.

Bei der Übertragung auf den Menschen ist die Bissübertragung hervorzuheben. Über die Bissstelle treten die Bakterien in den menschlichen Körper ein. Pasteurella sind demzufolge mit einer Sonderform der Zoonose assoziiert: der sogenannten Zooanthroponose. Von dieser Art Zoonose ist bei Tiererkrankungen die Rede, die auf den Menschen übertragbar sind. Das Gegenteil ist die Anthropozoonose: eine Humanerkrankung, die auf Tiere übertragen werden kann.

Der Kontakt mit Pasteurella kann beim Menschen Erkrankungen hervorrufen. Der Nachweis über die Bakterien ist im menschlichen Körper pathogen, da das Bakterium nicht zum normalen Bakterienbestand im menschlichen Organismus zählt. Im Normalfall bekämpft das menschliche Immunsystem den parasitären Erreger nach dem Kontakt, noch bevor er sich vermehren kann. Damit müssen Pasteurella nicht zwingend zur Erkrankung führen.

Innerhalb eines Organismus breiten sich die stäbchenförmigen Parasiten aus, indem sie über die Blutbahnen in die einzelnen Organe wandern und auf diese Weise den gesamten Körper besiedeln. Wie alle Brucella sind die Bakterien unbekapselt. Sie stehen in vereinzelter oder paarweiser Anordnung und sind unbeweglich.

Die Reaktionen auf Pasteurella reichen von lokalen Haureaktionen bis hin zu ernsteren Infektionen wie der Brucellose. Ein Sonderfall bildet das Pasteurella pestis. Dabei handelt es sich um das Pestbakterium, das monatelang in Kot, Sputum (Hustenschleim) oder Eiter überlebt und sich im Körper intrazellulär und extrazellulär vermehrt. Meist befällt diese Spezies des Bakteriums Nagetiere. Die Übertragung erfolgt durch Parasiten wie Zecken oder Flöhe, die bei der Blutmahlzeit an den Nagetieren die Bakterien mit aufnehmen. Infektionen sind allerdings auch durch Direktkontakt mit befallenen Nagern möglich.

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Krankheiten & Beschwerden

In Bezug auf den parasitären Erreger Pasteurella sind vier verschiedene Serotypen beschrieben. Die Infektion ruft artspezifische Symptome hervor. Das heißt, dass sich der Erreger an Nutztieren und beim Menschen auf jeweils andere Weise manifestiert. Bei Wildtieren und Haustieren rufen Pasteurella eine hämorrhagische Septikämie hervor. Dabei handelt es sich um eine Blutvergiftung, die einer systemischen Entzündungsreaktion des gesamten Organismus gleichkommt.

Beim Menschen ruft der Kontakt mit Pasteurella in der Regel nur lokale Reaktionen hervor, die bevorzugt an den Bissstellen auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um Hautreaktionen wie Rötungen und Schwellungen. Bei den Pasteurella pestis kann eine Infektion die Beulenpest oder Lungenpest nach sich ziehen. Die Beulenpest beginnt mit uncharakteristischen Symptome wie Übelkeit, Fieber, Durchfall, Schwindel und Kopfschmerz. Die Lymphknoten schwellen an und rufen Pestbeulen hervor. Unbehandelt tritt nach gewisser Zeit eine Sepsis ein, die in den meisten Fällen tödlich ist. Die Lungenpest geht wiederum oft aus der Beulenpest hervor und ist hochinfektiös mit besonderem Verbreitungsrisiko bei feuchtkalter Luft. Die Sterblichkeit bei einer Lungenpest ist deutlich höher als bei der Beulenpest. Heute kann die Pest jedoch bei früher Diagnose sehr gut behandelt werden.

Auch die Brucellose durch Pasteurella ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Typische Symptome einer solchen Infektion sind neben Müdigkeit oder Abgeschlagenheit ein Gewichtsverlust, mehr oder weniger starker Nachtschweiß, Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen sowie Konzentrationsstörungen. Vergesellschaftet können diese Symptome im weiteren Verlauf mit Nasenbluten, petechialen Einblutungen, unproduktivem Husten oder Verstopfung sein. Auch Bauchschmerzen, Hepatosplenomegalie oder Lymphadenitis können symptomatisch sein.

Antibiotika spielen bei der Therapie aller genannten Erkrankungen eine Hauptrolle.

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