Parametritis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
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Die Parametritis ist eine relativ seltene entzündliche Erkrankung. Eine frühzeitige medizinische Behandlung erhöht häufig Therapieerfolge und kann Komplikationen vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Parametritis?

Bei der Parametritis handelt es sich um eine Entzündung des Beckenzellgewebes (auch als Parametrum bezeichnet) der Frau. In den meisten Fällen tritt eine Parametritis lediglich einseitig auf.

Die Parametritis ist eine Erkrankung, die vergleichsweise wenig verbreitet ist. Zu den Beschwerden, die mit einer Parametritis einhergehen, zählen vor allem starke, anhaltende Schmerzen im Beckenbereich. Diese Schmerzen betreffen meist nur eine einzelne Seite des Beckens. Je nach betroffener Patientin können die Beckenschmerzen, die von einer Parametritis ausgehen, in Gesäß und Oberschenkel ausstrahlen.

Begleitet werden die typischen Schmerzen im Rahmen einer Parametritis häufig durch akutes Fieber und Schüttelfrost. Darüber hinaus kann die Parametritis zu Schmerzen beim Entleeren des Darms führen. Eine weitere mögliche Folge der Parametritis sind schließlich Blasenkrämpfe, die mit einem gesteigerten Harndrang einhergehen.

Ursachen

In den meisten Fällen wird die Parametritis durch Bakterien verursacht, die in das Beckengewebe eindringen und hier zu entzündlichen Prozessen führen. Vor allem sogenannte Staphylokokken oder Streptokokken (rundliche Bakterien) sind häufig für eine entstehende Parametritis verantwortlich.

Begünstigt werden kann das Einwandern von Bakterien in das Gewebe durch verschiedene Faktoren. Hierzu zählen etwa Verletzungen in der Beckenregion infolge eines Geburtsvorganges. Auch operative Eingriffe am Gebärmutterhals, bei denen es zu einer versehentlichen Durchstoßung von Gewebe kommt, können eine Parametritis nach sich ziehen.

Des Weiteren ist die Parametritis eine mögliche Folge von Strahlentherapien (eine Therapieform zur Bekämpfung von Krebserkrankungen) oder eines vorliegenden Zervixkarzinoms (eine bösartige Veränderung am Gebärmutterhals).

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Zu diagnostizieren ist eine Parametritis häufig im Rahmen einer sogenannten Palpation (eine ärztliche Untersuchung mithilfe des Ertastens von Körperstrukturen).

Liegt eine Parametritis vor, so kann diese in Form einer Verdickung ertastet werden, die sich bis zur Beckenwand erstreckt. Ein weiterer Hinweis auf eine vorliegende Parametritis ist beispielsweise eine leichte Verdrängung der Gebärmutter zur Körperseite hin, die nicht von der Entzündung betroffen ist.

Häufig ist bei einer betroffenen Frau außerdem eine eingeschränkte Beweglichkeit im Bereich des Beckens festzustellen. Typischerweise geht eine Parametritis schließlich auch mit einer erhöhten Anzahl weißer Blutkörperchen einher.

Im Verlauf einer Parametritis kann die zu tastende schmerzhafte Verdickung in Beckenhöhe zunehmend verhärten. Ohne therapeutische Behandlung zieht eine Parametritis häufig die Bildung von Abszessen (abgekapselten Eiteransammlungen) nach sich. Behandlungserfolge der entzündlichen Erkrankung steigen in der Regel mit Frühzeitigkeit eines Therapiebeginns.

Komplikationen

In den meisten Fällen können die Komplikationen bei der Parametritis relativ gut vermieden werden, wenn die Krankheit schon früh behandelt wird. Dabei kommt es meistens zu einem positiven Krankheitsverlauf ohne besondere Beschwerden. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an starken Schmerzen im Becken und im Unterleib.

Auch Schmerzen am Gesäß können dabei auftreten und sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. Weiterhin führt die Parametritis zu Beschwerden und Symptomen einer Grippe, sodass es zu Schüttelfrost, Fieber und zu einer Abgeschlagenheit kommt. Auch Schmerzen beim Stuhlgang und beim Wasserlassen können dabei auftreten. Diese Schmerzen führen häufig zu psychischen Beschwerden oder zu starken Depressionen und können auch eine dauerhafte Gereiztheit des Patienten auslösen.

Aufgrund der Schmerzen im Becken kann die Parametritis Bewegungseinschränkungen begünstigen. Die Behandlung der Parametritis erfolgt dabei ohne Komplikationen. Mit Hilfe von Antibiotika können die meisten Beschwerden schnell eingeschränkt werden. Nur in schwerwiegenden Fällen sind dabei operative Eingriffe notwendig, um Verletzungen am Gewebe wieder zu beseitigen. Die Lebenserwartung des Patienten wird dabei durch die Parametritis in der Regel nicht verringert oder anderweitig beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Die fachgerechte Behandlung einer Parametritis erfolgt in der Regel über die Gabe von Antibiotika (Arzneimittel zur gezielten Bekämpfung von Bakterien).

Auch sogenannte Antiphlogistika können im Rahmen der Behandlung einer Parametritis zum Einsatz kommen; hierbei handelt es sich um Medikamente, die eine Hemmung von Entzündungsprozessen bewirken. Haben sich infolge einer Parametritis Abszesse gebildet, so kann diesen beispielsweise durch Drainagen begegnet werden. Drainagen dienen in diesem Zusammenhang einem Ableiten des angesammelten Eiters. In der Regel erfolgt eine entsprechende Drainagebehandlung von Abszessen infolge einer Parametritis durch die Vagina einer betroffenen Patientin.

Je nach individueller Ursache einer Parametritis müssen genannte Behandlungsschritte gelegentlich durch weitere Therapiemaßnahmen zur Behebung begünstigender Faktoren ergänzt werden; haben beispielsweise Verletzungen im Beckenbereich ein Einwandern von Bakterien in den Organismus einer Betroffenen begünstigt und damit eine Parametritis hervorgerufen, so kann auch die entsprechende Verletzung eine medizinische Versorgung erfordern.

Haben Unfälle während einer Operation zu einer starken Gewebsverletzung geführt (die außerdem eine Parametritis begünstigte), so kann in schweren Fällen beispielsweise ein korrigierender chirurgischer Eingriff notwendig werden.

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Vorbeugung

Einer Parametritis aufgrund von Verletzungen während der Geburt oder während Operationen kann kaum vorgebeugt werden. Eine Parametritis infolge bösartiger Erkrankungen wie dem Zervixkarzinom kann eingeschränkt verhindert werden, indem eine frühzeitige Therapie der Krebserkrankung erfolgt. Hat sich bereits eine Parametritis eingestellt, so empfehlen Mediziner auch hier einen möglichst frühzeitigen Behandlungsbeginn. Auf diese Weise kann das Risiko auftretender Komplikationen reduziert werden.

Bücher über Frauenkrankheiten

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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