Pankreas-Elastase

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2016
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Die Pankreas-Elastase ist ein Verdauungsenzym, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Ein Mangel an Pankreas-Elastase führt zu Verdauungsstörungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Pankreas-Elastase?

Die Pankreas-Elastase wird auch als Elastase-1 bezeichnet. Sie wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und fungiert als Verdauungsenzym. Hauptaufgabe des Enzyms ist die Spaltung von Elastin.

Elastin ist ein Faserprotein. Das Enzym ist somit für die Spaltung von Eiweißen zuständig und gehört deshalb zusammen mit Enzymen wie Trypsin oder Chymotrypsin zu den Endopeptidasen. Allgemein betrachtet gehört die Pankreas-Elastase aber auch zu den Elastasen.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Die Pankreas-Elastase ist eine Endopeptidase und ist damit Teil der Peptidasen. Endopeptidasen spalten Peptidbindungen innerhalb einer Eiweißverbindung. Dabei gehen sie meist sehr spezifisch vor. Die Elastase konzentriert sich in ihrer Aktivität beispielsweise vorwiegend auf das Elastin.

Die Eiweißverdauung beginnt schon im Magen. Dort spaltet das Verdauungsenzym Pepsin unter Mithilfe der Magensäure die Eiweiße in mittellange und in kurze Peptidketten. Im Dünndarm trifft der angedaute Speisebrei dann auf die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse. Diese gelangen über den Pankreasgang zusammen mit dem basischen Pankreassekret in den Dünndarm.

Das Pankreassekret ist sehr wichtig, weil es den sauren Speisebrei aus dem Magen neutralisiert. Die Verdauungsenzyme arbeiten am effektivsten bei einem recht hohen pH-Wert. Im Dünndarm zerlegen dann Enzyme wie die Pankreas-Elastase die Peptidasen in Aminosäuren. Diese Aminosäuren können dann über die Darmschleimhaut aufgenommen und dem Blutkreislauf zugeführt werden. Von dort gelangen die Eiweißbausteine in die Leber und werden weiterverarbeitet.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Die Pankreas-Elastase wird im exokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Allerdings produziert das Pankreas das Enzym nicht direkt in seiner aktiven Form, sondern bildet zunächst eine Vorstufe. Diese inaktive Vorstufe wird auch als Zymogen oder als Proenzym bezeichnet.

Die meisten Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse liegen in inaktiver Form vor. Sie werden erst im Dünndarm aktiviert. Den Anfang macht dabei das Trypsinogen. Es wird durch die Enterokinase in seine aktive Form Trypsin überführt. Das Trypsin hat die Fähigkeit andere Proenzyme zu aktivieren. Auch die Pankreas-Elastase wird vom Trypsin aktiviert. Würde die Bauchspeicheldrüse schon arbeitsfähige Enzyme produzieren, würden diese ihre Arbeit auch schon innerhalb der Bauchspeicheldrüse beginnen. Dadurch würde sich das Organ selber verdauen. Man spricht in diesem Fall von einer Autodigestion. Die Proenzyme dienen also dem Schutz der Bauchspeicheldrüse.

Die Pankreas-Elastase wird unverändert mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. Daher kann der Gehalt an Pankreas-Elastase im Stuhl Aufschluss über die Aktivität der Bauchspeicheldrüse geben. Der Referenzwert im Stuhl liegt bei Erwachsenen bei 200 bis 500 μg E1/g. 100–200 μg E1/g gelten als Hinweis auf eine leichte bis mittelschwere Pankreasinsuffizienz. Werte < 100 μg E1/g Stuhl können als schwere Pankreasinsuffizienz gewertet werden. Erhöhte Werte im Stuhl haben keinerlei pathologische Bedeutung. Im Blut kommt die Elastase normalerweise nur in geringen Mengen vor. Hier gilt ein Normwert von < 3,5 ng/ml. Erniedrigte Werte haben hier keinerlei Bedeutung. Zu einer Erhöhung der Elastase-Werte im Blut kommt es bei akuten Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

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Krankheiten & Störungen

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse wird auch als Pankreatitis bezeichnet. Ursache der akuten Form sind in der Regel Gallensteine. Diese wandern aus der Gallenblase über den Gallenweg in den Dünndarm.

Meistens bleiben sie genau an der Mündung des Gallengangs in den Dünndarm stecken. An dieser Stelle mündet aber nicht nur der Gallengang in den Dünndarm, sondern auch der Pankreasgang. Somit wird der Pankreasgang durch den Gallenstein bzw. durch die Gallensteine verlegt. Unbeeinträchtigt davon produziert die Bauchspeicheldrüse weiterhin Verdauungsenzyme und Pankreassekret. Es kommt zu einem Rückstau vom großen Pankreasgang in die kleinen Pankreasgänge. Aufgrund ungeklärter Mechanismen aktivieren sich die Verdauungsenzyme während dieser Stase selber und beginnen mit ihrer Verdauungsarbeit. Die angedauten Wände der Bauchspeicheldrüse entzünden sich daraufhin. Andere Ursachen für eine Pankreatitis sind übermäßiger Alkoholkonsum oder Infektionen mit Viren.

Die Pankreatitis beginnt mit plötzlich auftretenden starken Schmerzen im Oberbauch, die gürtelförmig in Richtung Rücken ausstrahlen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Durch Luftansammlungen im Bauch und eine Abwehrspannung der Bauchdecke tritt das typische Phänomen des Gummibauchs auf. Es droht ein Durchbruch des Sekrets durch die Wände der Bauchspeicheldrüse. Tritt das Sekret in den Bauchraum aus, können auch andere Organe angedaut werden. Die Letalität der akuten Pankreatitis liegt je nach Schweregrad zwischen 5 und 99 %.

Wird bei einer Stuhluntersuchung ein Mangel an Pankreas-Elastase festgestellt, so lässt dies auf eine Pankreasinsuffizienz schließen. Bei dieser Erkrankung ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ausreichend Verdauungsenzyme zu bilden.

Häufigste Ursache der Insuffizienz bei Erwachsenen sind Entzündungen. Bei Kindern ist die Hauptursache die Erbkrankheit Mukoviszidose. Aufgrund des Enzymmangels ist die Verdauung gestört. Die Betroffenen verlieren an Gewicht oder legen trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme nicht an Gewicht zu. Bei Kindern sind Gedeihstörungen zu beobachten. Der Stuhl ist hell gefärbt und äußerst übelriechend. Bei einer gestörten Fettverdauung kann es zu Fettstühlen (Steatorrhoe) kommen. Hier ist der Stuhl sehr voluminös und glänzt fettig. Auch Durchfälle können auftreten. Ist die Vitaminaufnahme im Darm eingeschränkt, kann sich eine erhöhte Blutungneigung durch Vitamin-K-Mangel zeigen. Die Bestimmung der Pankreas-Elastase im Stuhl ist die schnellste und kostengünstigste Variante, um eine Pankreasinsuffizienz nachzuweisen.

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