PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
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Das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine Störung des weiblichen Hormonhaushalts. Diese Störung führt zu einer Erhöhung der männlichen Hormone, die sog. Androgene, was neben Zyklusstörungen auch Unfruchtbarkeit zur Folge haben kann. Das PCO-Syndrom ist auch als Stein-Leventhal-Syndrom bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein PCO-Syndrom?

Das PCO-Syndrom tritt meist bei Frau im fortpflanzungsfähigen Alter auf. Aufgrund der vermehrten Produktion von männlichen Hormonen (Androgene), kommt es zu Fehlfunktionen in den Eierstöcken (Ovarien). Damit die Diagnose PCO-Syndrom gestellt werden kann, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden.

Kriterium Nr. 1: Es müssen sog. polyzystische Ovarien vorliegen. Das bedeutet, dass in den Eierstöcken Zysten wachsen. Es müssen mind. 8 Zysten nachweisbar sein.

Kriterium Nr. 2: Die Menstruationsblutung tritt nur sehr selten bzw. gar nicht auf. Es finden nur äußerst selten oder gar keine Eisprünge statt.

Kriterium Nr. 3: Die Konzentration an männlichen Hormonen ist sehr hoch. Das PCO-Syndrom tritt relativ häufig auf. Etwa 10 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 25 Jahren leiden an dem PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom).

Ursachen

Eine primäre Ursache für das PCO-Syndrom wurde bis heute nicht gefunden. Man konnte jedoch verschiedene Faktoren abgrenzen, die bei vielen Betroffenen vorhanden sind.

Bei vielen Frauen findet sich eine familiäre Disposition. Man geht deshalb von einer erblichen Komponente aus, wobei das verursachende Gen bisher nicht eindeutig bestimmt werden konnte.

Des Weiteren kommen auch Störungen im Gehirn infrage. Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert bei einem PCO-Snydrom vermehrt das Hormon LH (luteinisierend) aus. Die Produktion des Hormon FSH (follikelstimulierend) wird hingegen verringert. Aufgrund dieses Ungleichgewichts kommt es in den Ovarien (Eierstöcken) zu einer vermehrten Bildung von männlichen Sexualhormonen.

Auch Störungen in der Bauchspeicheldrüse kommen als Ursache infrage. Beim PCO-Syndrom hat man eine erhöhte Konzentration von Insulin im Blut festgestellt. Durch den Insulinüberschuss werden die Eierstöcke angeregt mehr männliche Hormone zu produzieren, wodurch im Verlauf die Hypophyse stimuliert wird mehr LG auszuschütten.

Als weitere Ursachen für ein polyzystisches Ovarialsyndrom kommen die Pubertät, Schilddrüsenunterfunktion, Stress als auch Tumorerkrankungen infrage.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das Polyzystische Ovar-Syndrom ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen erwachsener Frauen. Ursache sind meist der erhöhte Androgenspiegel (Hyperandrogenismus), Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit bei Frauen.

Diagnostiziert wird das PCO-Syndrom durch den Gynäkologen. Neben einer allg. Anamnese (Krankengeschichte), erfolgt eine gynäkologische Untersuchung. Bei Verdacht auf ein PCO-Syndrom werden bildgebende Verfahren wie z. B. Ultraschall und MRT hinzugezogen, um die Eierstöcke sichtbar darzustellen. Auf diese Weise können Zysten in den Ovarien erkannt werden.

Zur Diagnosesicherung erfolgt zudem eine Blutuntersuchung. Neben einem allg. Blutbild werden vor allem die verschiedenen Hormonwerte des Blutes untersucht. Insbesondere die Hormone LH und FSH sind richtungsweisende Werte für ein PCO-Syndrom.

Liegt bei Betroffenen ein Kinderwunsch vor, so können auch Bauchspiegelungen durchgeführt werden. Hierbei werden insbesondere die Eierstöcke genau untersucht. Bei Bedarf werden zudem auch Biopsien durchgeführt. Hierbei wird den Eierstöcken Gewebe entnommen, das histologisch und zytologisch untersucht wird.

Der Verlauf bei einem PCO-Syndrom ist abhängig davon, wann die Erkrankung entdeckt und wie sie behandelt wurde. Da bei dieser Erkrankung häufig auch Adipositas (Fettleibigkeit) und erhöhte Insulinwerte vorliegen, bedeutet dies ein zusätzliches Risiko für die Patentinnen, da diese Symptome neben Herz-Kreislauferkrankungen auch Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen hervorrufen können. Bei frühzeitiger und adäquater Behandlung ist der Verlauf beim PCO-Syndrom gut und kann folgenlos geheilt werden. Bei unzureichender Behandlung kann es zu Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit kommen.

Wenn ein PCO-Syndrom diagnostiziert wurde, empfiehlt es sich für die Behandlung einen Spezialisten aufzusuchen. Nur Gynäkologen mit der Zusatzbezeichnung Reproduktionsmediziner verfügen über die notwendige Erfahrung, das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom) erfolgreich zu behandeln.

Komplikationen

Das PCO-Syndrom wirkt sich in der Regel sehr negativ auf die Lebensqualität der betroffenen Frau aus. In den meisten Fällen sind damit die Konzentrationen der männlichen Hormone erhöht, sodass es zu einer Androgenisierung der Frau kommt. Dabei entwickeln sich in den meisten Fällen viele verschiedene psychische Beschwerden und in einigen Fällen auch Depressionen.

Die Betroffenen schämen sich dabei auch oft für die Beschwerden und leiden mitunter an Minderwertigkeitskomplexen und an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl. Auch soziale Beschwerden können aufgrund des PCO-Syndroms auftreten. Vor allem im jungen Alter kann dieses Syndrom zu Hänseleien oder zu Mobbing führen. Die Betroffenen leiden weiterhin an Pickeln und an einer unreinen Haut. Auch Übergewicht und Haarausfall können durch das PCO-Syndrom auftreten und sich sehr negativ auf die Ästhetik der Betroffenen auswirken.

Teilweise zeichnet sich bei den Patientinnen ein Damenbart ab, auch Unfruchtbarkeit kann ein Symptom der Erkrankung sein. Dabei kann dem Kinderwunsch in der Regel nicht nachgegangen werden. In schwerwiegenden Fällen kann das PCO-Syndrom auch zu einer Fehlgeburt führen. Die Behandlung des PCO-Syndroms erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten. Dabei kann sich auch eine gesunde Lebensweise sehr positiv auf die Erkrankung auswirken.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines PCO-Syndroms beinhaltet mehrere Therapieziele. Primär werden die akuten Symptome behandelt. Das langfristige Therapieziel ist jedoch die Normalisierung des Stoffwechsels und die Vorbeugung evtl. Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen.

Da das polyzystisches Ovarialsyndrom häufig mit Übergewicht einhergeht, ist es wichtig die Ernährung umzustellen. Des Weiteren ist ausreichende körperliche Bewegung in Form von Sport wichtig. Vor allem im Anfangsstadium des PCO-Syndroms kann mit diesen beiden Maßnahmen der Menstruationszyklus als auch der Eisprung positiv beeinflusst werden.

Bei der Behandlung des PCO-Syndroms muss auch berücksichtigt werden, ob die betroffenen Frauen einen Kinderwunsch haben. Bei Frauen ohne Kinderwunsch werden die Hormonstörungen oftmals mit der Antibabypille behandelt. Durch die Zusammensetzung verschiedener weiblicher Hormone wie Östrogen und Gestagen, gelingt es die Ausschüttung männlicher Hormone zu bremsen, so dass auch die Folgeerscheinungen wie verstärkte Körperbehaarung und Hautprobleme vermindert werden. Diese Art der Therapie ist jedoch nur für Frauen gedacht, die keinen Kinderwunsch haben, da die „Pille“ eine verhütende Wirkung hat.

Leiden Frauen mit Kinderwunsch am PCO-Syndrom, so ist die vorher genannte Therapie nicht zu empfehlen. In diesen Fällen werden oftmals niedrig dosierte Kortisonpräparate eingesetzt. Diese wirken auf die Nebennieren, wo die männlichen Hormone gebildet werden. Setzt trotz Behandlung kein Eisprung ein, können ovulationsauslösende Medikamente verabreicht werden.

Wurde als Ursache ein zu hoher Insulinspiegel diagnostiziert, so gilt es diesen in erster Linie zu senken. Als Mittel der Wahl wird hier häufig das Hormon FSH injiziert. Jedoch muss die Patientin darauf hingewiesen werden, dass bei dieser Therapieform im Anschluss die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft sehr groß ist.

In Ausnahmefällen - besonders bei Frauen mit Kinderwunsch - kann es angezeigt sein, dass das PCO-Syndrom mittels eines operativen Eingriffs behandelt werden muss. Hierbei werden die Zysten in den Eierstöcken während einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit einem Laser zerstört.

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Vorbeugung

Bis heute sind keine direkten vorbeugenden Maßnahmen gegen das polyzystische Ovarialsyndrom bekannt. Da Übergewicht ein wichtiger Faktor beim PCO-Syndrom ist, sollte die Ernährung umgestellt und ausreichend Sport betrieben werden. Des Weiteren sollte die jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden. Wurde ein PCO-Syndrom diagnostiziert, sollte so früh wie möglich mit einer adäquaten Therapie begonnen werden. Denn nur dadurch kann der Verlauf positiv beeinflusst und Spätfolgen vermieden werden.

Bücher über PCO-Syndrom

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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